Jahreswechsel

Wenn Neues leise beginnt


Die Jahreslosung für 2026 klingt erstmal groß und weit: „Siehe, ich mache alles neu.“ Ein Satz, der nach Zukunft riecht. Und trotzdem passt er erstaunlich gut in den Dezember – in eine Zeit, in der wir mitten in Advent und Weihnachten stecken.

Denn Neues beginnt ja selten laut. Oft kommt es so leise, dass man es leicht überhört oder übersieht. Fast wie ein Kind in einer Krippe. Vielleicht kann uns genau das durch die nächsten Wochen begleiten: Wie kommt Neues in mein Leben? Und wo zeigt Gott mir schon jetzt kleine Spuren davon?

Damit dieser Gedanke nicht einfach verpufft, möchte ich euch einen kleinen Dreimonats-Impuls mitgeben. Etwas ganz Praktisches, das man gut in den Alltag einbauen kann, ohne großen Aufwand. Vielleicht mag der eine oder die andere sogar alle drei ausprobieren.

Für den Dezember: „Was sehe ich eigentlich neu?“

Der Dezember ist voll – Termine, Erwartungen, Stimmungsschwankungen zwischen Kerzenschein und Einkaufsstress. Genau deshalb lohnt es sich, einen kleinen bewussten Moment einzubauen. Vielleicht nimmst du dir einmal in der Woche einen kurzen Spaziergang vor, fünf oder zehn Minuten reichen völlig. Und dann gehst du mit nur einem Gedanken los: „Herr, zeig mir, was ich heute neu sehen darf.“ Es geht nicht darum, irgendetwas besonders Geistliches zu entdecken. Vielleicht fällt dir einfach ein Gesicht auf, das du sonst übersehen hättest. Oder ein Satz an der Bushaltestelle. Oder das Gefühl, dass du plötzlich ruhiger atmest. Alles kann ein kleines Zeichen dafür sein, dass Gott Neues beginnt.

Für den Januar: „Ein Wort für meinen Start“

Wenn das neue Jahr anfängt und die Jahreslosung präsenter wird, kannst du etwas anderes ausprobieren: Nimm dir jeden Morgen ein paar Sekunden – wirklich nur Sekunden! – und bitte Gott um ein Wort für den Tag. Ein einziges. Das kann etwas Einfaches sein wie „Mut“ oder „Ruhe“, vielleicht „Geduld“ oder „Dankbarkeit“. Manche schreiben es auf einen kleinen Zettel und stecken ihn in die Jackentasche, andere behalten es einfach im Kopf. Es geht nicht darum, den perfekten Begriff zu finden, sondern darum, den Tag mit einer offenen Haltung zu beginnen: „Gott, mach in mir neu, was heute neu werden darf.“

Für den Februar: „Spuren sammeln“

Im Februar wird vieles wieder normal. Der Zauber der Feiertage ist vorbei, das neue Jahr ist nicht mehr ganz neu, der Alltag hat uns wieder. Genau deshalb passt hier ein dritter kleiner Impuls: Lege dir irgendwo zu Hause ein leeres Glas hin – oder eine Schale, eine Dose, was auch immer. Und immer wenn dir in den nächsten Wochen etwas begegnet, das nach „Neuanfang“ aussieht, wirf einen kleinen Zettel hinein. Ein Stichwort reicht. „Ein Gespräch lief anders als sonst.“ „Ich habe jemandem vergeben.“ „Ich hab mich getraut …“ „Ein Gedanke hat mich getroffen.“ Wenn der Februar zu Ende geht, kannst du die Zettel ausleeren und staunen, wie viele kleine Neuanfänge es eigentlich gibt, auch wenn sich das Leben zwischendurch ganz schön gewöhnlich anfühlt.

Vielleicht helfen dir diese drei kleinen Wege, die Jahreslosung ein Stück ins eigene Leben zu holen. Und vielleicht entdeckst du ja gerade in dieser Verbindung von Weihnachten und Neuanfang, wie Gott tatsächlich Neues schafft.