Ich möchte mal wieder so eine kleine Fantasie-Reise mit euch machen. Stellt euch vor: Ihr seid wieder in einem dunklen Raum. Julia hat es ja schon am Anfang so beschrieben – Kinder haben da eigentlich Angst. Aber wenn man einen kleinen Lichtblick hat, etwas strahlt da in der Ferne oder an einem Punkt. Was spürt ihr dann? Vielleicht spürt ihr das: Das Licht gibt euch Sicherheit. Ihr müsst dorthin, vielleicht ist das sogar das, was euch den Weg weist. So beim Türspalt oder sowas – da blinkt das Licht und ihr könnt dann in diese Richtung gehen. Es gibt euch Sicherheit, in welche Richtung ihr gehen müsst.
Licht ist etwas, was wir Menschen brauchen. Licht ist etwas, was für uns wichtig ist. Aber wenn Licht nicht da ist, dann sind wir manchmal orientierungslos – dann kriegen wir sogar manchmal Angst. Und genauso fühlen sich viele Menschen in unserer Welt: verloren in der Dunkelheit. Und sie sehen, sehnen sich nach einem Licht.
Hoffnung weitertragen – das ist die letzte Predigt in unserer Reihe "Im Spiegel Jesu". Im Römer 3, Vers 23 und 24 schreibt der Apostel Paulus: „Denn alle Menschen haben gesündigt und spiegeln nicht mehr die Herrlichkeit wieder, die Gott ihnen verliehen hat. Doch Gott erklärt uns aus Gnade für gerecht durch Jesus Christus, der uns von unserer Schuld befreit hat.“
Paulus schreibt: Niemand spiegelt mehr die Herrlichkeit Gottes wieder, weil wir gesündigt haben. Alle Geschöpfe Gottes – oder wir als Geschöpfe Gottes – sind Ebenbilder, Ebenbilder von ihm. Er hat uns seine Herrlichkeit verliehen, die die Menschen jedoch dann verloren haben, weil sie sich von Gott abgewandt hatten. Doch Gott hatte da ja eine Lösung und viele von euch wissen es: Die Lösung ist Jesus Christus.
In Römer 8, 29 schreibt Paulus dann: „Sie alle, die Gott im Voraus ausgewählt hat, die hat er auch dazu bestimmt, seinen Sohn gleich zu werden. Nach dessen Bild sollen sie alle gestaltet werden.“ Wer zu Jesus gehört, der wird ihm ähnlich und erhält die verlorene Herrlichkeit wieder. Wer in den Spiegel Jesu blickt, der wird in sein Seinbild verwandelt.
Diese Verwandlung ist kein Fingerschnips – einfach so. Das passiert nicht von jetzt auf gleich, dass plötzlich das ganze Leben komplett anders ist. Sonst es ist ein ständiger Lernprozess, in dem Jesus uns immer wieder zeigt, was bei uns noch nicht seinem Wesen entspricht.
Was zutiefst Jesus – also Gott – entspricht, ist, dass er auch Hoffnung weiter gibt. Die ganze Bibel ist ein Buch der Hoffnung. Alles, was in diesem Buch steht, ist Gottes Geschichte, wie er uns Menschen Hoffnung machen möchte.
Das Leben hat ja Höhen und Tiefen. Die Tiefen sind unsere dunklen Stunden des Lebens. Diese Tiefen können sich auf unterschiedlichen Ebenen auch befinden: Wir nehmen sie unterschiedlich wahr – emotional, psychisch oder auch physisch, im privaten Leben oder im Berufsleben, finanziell, politisch, geopolitisch, klimatisch und so weiter.
Und oft bedingen sich diese Ebenen miteinander. Sie haben Auswirkungen aufeinander: Wer, ich sag mal, ein finanzielles dunkles Tal hat, dem wird es auch psychisch nicht gut gehen.
Ich will die Welt nicht schwarz malen. Es gibt auch gute und schöne Momente. Wir erleben schöne Situationen. Es gibt Dinge, die wir genießen können. Und dennoch gehört es zu unserer Realität, dass es dunkle Momente gibt – dass wir am Boden manchmal liegen, dass es schwer ist, aufzustehen.
Menschen sorgen sich, sind verzweifelt. Ja, sie sind sogar hoffnungslos. Nach den letzten Landtagswahlen macht mir zum Beispiel die politische Lage große Sorgen: Wo wird es eigentlich alles hinführen? Was wird in diesem Land alles passieren?
Ich brauche da Hoffnung. Und egal, wo ihr vielleicht dunkle Täler habt – ihr braucht auch Hoffnung für diese dunklen Momente, die ihr erlebt.
Und die Menschen da draußen brauchen Hoffnung: Hier in Deutschland, in Europa, auf der ganzen Welt.
Lasst uns also mal in das Buch der Hoffnung hineinschauen, reinschauen und eins dieser Hoffnungstexte lesen. Und Julia hat es schon gesagt – in Jesaja 60, 1 bis 3 steht Folgendes:
„Steh auf, Jerusalem, und leuchte! Denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jahwes strahlt über dir. Noch hüllt Finsternis die Erde ein, tiefes Dunkel alle Völker. Doch über dir strahlt Jave auf; seine Herrlichkeit erscheint über dir. Ganze Völker ziehen zu deinem Licht hin, Könige zu deinem strahlenden Glanz.“
Viele von uns sind ganz vertraut mit dem Neuen Testament. Und wenn man ins Alte Testament hineinschaut, dann scheint manches ein bisschen kryptisch oder vielleicht auch nicht ganz verständlich.
Das Bild mit dem Leuchten – das ist etwas Tolles und Großartiges. Aber wir müssen trotzdem diesen Kontext uns nochmal erschließen: In das dieses Prophetenwort hineingeht.
Denn die biblischen Propheten, die gehen davon aus, dass wir – die Leser – mit 2000 Jahre Geschichte, die vorher passiert ist, vertraut sind. Ich weiß nicht, ob ihr so im Einzelnen damit vertraut seid: Wie die ganzen Königsgeschichten in Israel so gelaufen sind.
Aber die Propheten setzen das voraus, wenn wir dieses Buch lesen. Also diese ganzen Ereignisse – die müssen wir kennen. Und da fangen wir mal ganz von vorne an:
Wir gehen jetzt von Erstes Mose bis zum Propheten Jesaja und machen eine Bibelstunde, oder? Okay, ich sehe einige Nicken: Die freuen sich.
Wir müssen uns nur ganz kurz vertraut machen mit der israelischen Königreiche. Und es hat mit König David sozusagen ein Großreich gegeben – das irgendwie exemplarisch dafür stand: Das ist das Reich, das Gott gesegnet hat und was für seine Herrlichkeit auch steht.
Und nun folgen weitere Königreiche danach – das Land spaltet sich in zwei Königreiche auf. Und dann geht das eine Königreich – das geht verloren, es wird besiegt und wird ein Vasallenstaat.
Und dann kommt der nächste Staat: Der Staat Judah, wird auch besiegt von den Babylonern – und ganz viele von denen müssen ins Exil. Sie werden verschleppt.
Und in diese Zeit lebt Jesaja. Wir lesen im ersten Teil vom Jesaja-Buch, wie er in diese Situation hineinspricht und die Leute erstmal davor warnen: Wenn sie nicht zu Gott umkehren – dann werden die Babylonier sie besiegen.
Und die Leute – ach, lass den doch ruhig reden. Und sie wurden besiegt und wurden verschleppt.
Und dann lesen wir im zweiten Buch oder im zweiten Teil des Buches von Jesaja: Dass die Exilanten wieder zurück in ihre Heimat durften. Das ist aber 70 Jahre später. 70 Jahre haben die Menschen im Exil gelebt – und wurden dadurch geprägt.
70 Jahre und mehr haben sie gewartet, dass sie wieder zurück durften. Die Menschen waren am Boden: Sie waren frustriert, verzweifelt und sahen nach noch die Trümmer ihrer Vergangenheit.
In diesen 70 Jahren haben sie die Hoffnung verloren. Sie lebten in der Dunkelheit – sowohl physisch als auch geistlich.
Für sie war alles irgendwie durcheinander: Jerusalem war zerstört, es waren viele Bruchbuden. Man konnte da gar nicht wirklich leben. Und der Tempel lag in Trümmern – da, wo eigentlich das geistliche Leben stattgefunden hat.
Sie hatten aufgehört, davon zu träumen, wie es vielleicht sein könnte: Wieder so ein Großreich zu sein wie zu Zeiten von König David – wo alles gut war, wo der Tempel stand und die ganzen Juden sind dorthin gezogen und haben Gott angebetet. Diese Zeiten sind vorbei – dass das wiederkommt, daran denken die nicht.
Die haben gar keine Hoffnung, dass das irgendwann passieren wird. Sie lagen am Boden: körperlich und seelisch, ganz erschöpft.
Sie hatten sogar nach diesen 70 Jahren zum Teil ihren Glauben an den einen Gott verloren. Sie fragten sich, ob doch die anderen Götter besser und stärker als Jahwe wären. Vielleicht Madok – der Gott der Babylonier: Ist der doch mächtiger als unser Gott?
Die Menschen waren gebrochen.
Und jetzt steuert Jesaja dagegen. Im dritten Teil seines Buches kommt nun eine starke Prophetie, die die am Boden liegenden Menschen aufrichten soll. Die Prophetie soll ihnen Hoffnung geben: „Steh auf!“ – Steh auf, heißt es am Anfang.
„Hör auf, am Boden zu liegen, richte dich auf, mobilisiere deine Kraft.“ Es ist Gottes Wille, dass du das tust.
Und ich habe für diese Predigt ein ganz, ganz simples Beispiel mitgebracht: Eine Kerze. Und eine Kerze – die erfüllt ihre Bestimmung, wenn man sie auch wirklich hinstellt. Man könnte sie natürlich irgendwie so hinlegen – dann rollt sie vielleicht runter. Man kann sie auch wieder in die Schublade stecken und vielleicht erst zu Weihnachten rausholen: Wenn das Fest der Lichter da ist.
Aber wenn man eine Kerze eigentlich hat und sie ihrer Bestimmung folgt, dann stellt man sie hin. Man richtet sie auf – dass sie einfach so herumliegt. Das macht keinen Sinn für eine Kerze. So eine Kerze ist sinnlos, wenn sie nicht aufgerichtet ist.
Und der Prophet ruft dem Volk zu: „Steh auf!“ Sie sollen sich erheben, weil seine Herrlichkeit auf sie scheint.
Diese Dunkelheit, die die Welt bedeckt – hat nicht das letzte Wort. Gott ist derjenige, der sein Licht über ihnen aufgehen lässt.
Und wer keine Kraft mehr in den Beinen hat, wer erschöpft ist: Der spürt, dass er sich nicht aus eigener Kraft aufrichten kann.
Es gibt viele Gründe, warum Menschen am Boden liegen und auch am Boden bleiben. Vielleicht fehlt ihnen die Kraft – vielleicht haben sie den Mut verloren, die Hoffnung ist geschwunden.
Herausforderungen und Kämpfe in unserem Leben fühlen sich manchmal überwältigend an: Und man ist unmächtig vor diesen Situationen. Also würden viele Menschen einfach am Boden bleiben, weil die Situation sie am Boden hält. Es ist eine zu schwere Last – es drückt sie herunter.
Und da kommt die Aufforderung „Steh auf!“ aus Jesaja 60: Die Menschen sollen sich aufrichten – aber nicht aus ihrer eigenen Stärke.
Jesaja ruft uns zu, weil Gott selbst uns die Kraft gibt, aufzustehen. Diese Kraft kommt aus der Herrlichkeit Gottes.
Herrlichkeit ist so ein schöner Begriff, den wir so oft im Gottesdienst verwenden – aber viele Menschen haben dazu überhaupt keinen Bezug mehr: Was ist das?
Versuchen wir uns einfach mal über die Alltagssprache diesen Begriff uns anzunähern. Wann sagen wir, „das ist herrlich“? Wann sagen wir, „das ist herrlich“?
Wenn etwas Schönes ist – wenn die Sonne reinschaltet. Wenn das Herz weit wird – beeindruckend ist.
Genau: Wenn man Freude noch hat. Also wir haben so schon ein paar Annäherungen. Also es sind dann Momente, die uns überwältigen. Wo wirklich vielleicht unser Herz dann weit wird – das was uns erfreut, das was wir als schön empfinden.
Wie zum Beispiel die Sonne: Wie sie auch hier gerade reinscheint. Es ist schön, dass hier vorne die Sonne so reinscheint. Ich weiß nicht, wie es euch manchmal geht, wenn ihr so einen Sonnenaufgang erlebt. Ich finde das manchmal sehr überwältigend – atemberaubend: So einen Sonnenaufgang, weil es einfach schön ist. Es ist faszinierend.
Das Wort „Herrlichkeit“ beschreibt in der Bibel genau das: Dass es etwas Schönes, Faszinierendes ist. Das was einen überwältigt. Und es beschreibt trotzdem noch mehr: Es steht für die spürbare Gegenwart Gottes – dass wir seine Macht wahrnehmen, seine Heiligkeit, seine unbeschreibliche Größe.
Und das überwältigt uns.
In der hebräischen Sprache steht der Begriff „Kabod“ oder „Kavod“. Und das bedeutet „Herrlichkeit“ und beschreibt etwas Schweres. Also es ist wirklich vom Gewicht her schwer: Gottes Herrlichkeit ist so mächtig, dass sie unser Leben dann auch verändert.
Sie zieht uns in ihren Bann. Und genau das hat Jesaja angekündigt:
Die Herrlichkeit Gottes wird kommen. Sie wird nicht nur als schönes Licht aufgehen – sondern dann auch als Person erscheinen. Und diese Person ist der Messias, der von Jesaja angekündigte Retter.
Wir lesen in den Kapiteln vorher: Eigentlich ist das Volk Israel dafür bestimmt, das Licht in der Welt zu sein. Und aus eigener Kraft schaffen sie es nicht.
Und dann kündigt Jesaja ein neues Licht an – und zwar dem Messias. Und wir wissen heute: Dieser Messias ist Jesus Christus.
In Jesus ist Gottes Herrlichkeit sichtbar geworden. Er ist das Licht in der Dunkelheit, das in die Dunkelheit gekommen ist – um Menschen aufzurichten, zu heilen und ihnen neue Hoffnung zu geben.
Jesus selbst hat uns gezeigt: Wie mächtig diese Herrlichkeit ist. Er hat große Dinge getan. Die größte Kraft, die er gezeigt hat, war seine Auferstehungskraft:
Als Jesus am Kreuz starb – dachten viele, dass die Dunkelheit gewonnen hatte, dass es jetzt zu Ende war.
Aber nach drei Tagen stand er von den Toten auf. Und diese Auferstehungskraft ist dieselbe Kraft, die uns heute helfen kann: Selbst aufzustehen.
Es ist nicht unsere eigene Stärke – sondern die Kraft Gottes, die uns von innen her erfüllt und uns befähigt weiterzugehen, auch wenn wir am Ende unserer eigenen Kräfte sind.
Und genau das symbolisiert diese Kerze, die ich jetzt auch anzünden möchte: Denn diese Kerze kann sich nicht aus eigener Kraft anzünden. Sie wird angezündet von der Herrlichkeit Gottes.
Erst wenn sie aufgerichtet ist – die Kerze – und das Licht entzündet wird, beginnt sie anzuleuchten.
Genauso ist es mit uns: Wenn wir uns aufrichten lassen, wenn wir uns von Gott mit seiner Herrlichkeit und seiner Auferstehungskraft erfüllen lassen, dann beginnen wir an zu leuchten. Wir strahlen nicht unsere eigene Kraft aus – sondern wir strahlen Gottes Licht aus, weil es in uns leuchtet.
Seine Herrlichkeit gibt uns die Kraft, die Dunkelheit zu überwinden und Hoffnung in uns zu tragen. Und diese Hoffnung strahlt aus – und wir sind dann für Menschen selber dieser Lichtspalt, der Hoffnung weitergibt.
Ja: Hoffnung weitergeben, weitertragen.
Jesaja beschreibt die Welt ja so: „Noch hüllt Finsternis die Erde ein, tiefes Dunkel alle Völker.“
Unsere Welt ist ja voller Dunkelheit. Wir sehen Krieg, Terror, Ungerechtigkeit und Leid. Viele Menschen tappen im Dunkeln – suchen nach Antworten und nach Licht. Sie sehnen sich nach Hoffnung.
Doch genau dann in dieser Dunkelheit hinein ruft Gott uns auf: „Licht zu sein.“
„Werde Licht! Steh auf und werde Licht!“
Und das bedeutet, dass wir Gottes Licht nicht nur für uns behalten – sondern dass wir es auch wirklich strahlen lassen.
Ich könnte natürlich jetzt hier die Kerze wieder wegstellen. Aber dafür ist die Kerze ja nicht gemacht: Die hier hinter diesem Sockel verstecke. Sondern die Kerze soll den Raum erhellen.
Die meisten Menschen wissen heute gar nicht mehr, dass es Christen waren – die die Krankenhäuser weisen, alten und behinderten Heime geschaffen haben. Die meisten Menschen denken heute: Dies alles sei eine Erfindung unseres Sozialstaates – und sie wissen gar nicht mehr, dass es die christlichen Diakonien waren, die mit diesen Einrichtungen Licht in die Finsternis von hoffnungslosen Menschen gebracht hat.
Ich weiß noch: In der Baptistengemeinde, wo ich aufgewachsen bin, da gab es den Vorläufer einer Krankenversicherung. Die Menschen haben zusammengesammelt Geld – und wenn einer krank geworden ist, dann hat die Gemeinde das bezahlt. Und hat so den Menschen Hoffnung gebracht.
Arztbesuche waren früher teuer: Man hat das vielleicht gemieden. Können wir uns gar nicht mehr vorstellen: Wir gehen immer mit unserer kleinen Karte zum Arzt – und dann müssen wir nichts machen.
Aber ich weiß nicht, ob ihr schon mal von so einem Rechenauszug wisst – also die, die privatversichert sind, die wissen das: Was so ein Arztbesuch kostet oder was so eine Untersuchung kostet. Und wir leben gerade in einer Zeit, da geht es uns damit ganz gut.
Aber vor über 100 Jahren, da gab es das nicht. Und Christen haben Menschen geholfen.
Im Mittelalter gab es keine kranken und arbeitslosen Versicherungen. Aber es gab christliche Einrichtungen – in denen man sich um Hilfsbedürftige dann gekümmert hatte.
Was bedeutet es für uns konkret, aufzustehen und Licht zu sein? Es bedeutet: Sich zu entscheiden, nicht länger in der Bequemlichkeit oder Dunkelheit zu verharren. Man kann sich da drin auch verstecken.
Gott ruft uns auf: Nicht nur passive Zuschauer zu sein – sondern aktiv auch in die Welt hinauszugehen und sein Licht in unserem Umfeld zu reflektieren.
Jeder von uns ist dazu berufen, ein Zeugnis für das Licht Gottes zu sein. Sei es nun in unserer Familie, hier in der Gemeinde – aber auch in der Gesellschaft. Diese Aufgabe gilt uns: Er sagt: „Auch ihr seid Licht in dieser Welt.“
Und diese Aufgabe – da kann man, das ist nicht nur für uns Einzelne so gedacht – sondern wir können uns da auch zusammenschließen als ganze Gemeinde.
Die Vision von Jesaja richtet sich zwar erstmal an den Einzelnen. Aber auch gleichzeitig an das ganze Volk.
Und wenn es heller um dich herum wird, weil du brennst: Dann wirst du auch sehen, was um dich herum ist. Es gibt auch Menschen, die ebenfalls brennen – mit denen man sich, ich nenne es jetzt mal, zu einem ganzen Lagerfeuer verbünden kann: Um dann zu scheinen.
Wenn wir uns von Gott entzünden lassen, wird die Dunkelheit um uns herum zurückgedrängt. Wie in Jesaja beschrieben strömen dann Menschen zu diesem Licht – zu Gottes Licht, das in uns leuchtet. Und dieses Licht kann über diese Kirchenmauern hinausstrahlen: In die Stadt hinein und darüber hinaus.
Ich erinnere mich noch an die Geschichten von meinem Großvater, da war ich noch gar nicht geboren:
Wo er anderen Menschen geholfen hat – weil er es konnte. Er hat im Fundbüro gearbeitet – und wenn irgendwelche Fristen dann abgelaufen sind und die abgegebenen Sachen nicht mehr aufbewahrt werden mussten, dann hat er die Sachen zum Teil Hilfsbedürftigen geschenkt: Die kein Fahrrad hatten, die eine Winterjacke brauchten – die, die irgendwas benötigten, weil sie arm dran waren.
Und das war nichts Großes, was er gemacht hat. Er hat es einfach mitgenommen – weil er durfte – und hat es weitergegeben.
Und das war dieser kleine Funken, von dem wir auch vorhin gesungen haben. Und das hat anderen Menschen Hoffnung gegeben.
Am Ende der Predigt möchte ich uns alle einladen: Ein Bekenntnis abzugeben – vor Gott, vor den Menschen.
Und das soll auch physisch stattfinden:
Wir wollen aufstehen zusammen – als Symbol dafür, dass wir bereit sind, Gottes Ruf zu folgen. Und ich möchte drei Gruppen nacheinander aufrufen: Drei Gruppen von Menschen, die heute aufstehen können.
Und wenn du dich angesprochen fühlst, dann steh einfach auf. Lass dich nicht ablenken – von denen, die um dich herum sind oder irgendwie denken: Was denken die jetzt über mich? Sondern mach es für dich und lass es ein Bekenntnis sein, dass du dich darauf einlässt.
Und die erste Menschengruppe, die ich ansprechen möchte, ist:
Dass du spürst – in diesem Jahr 2025: Dass du darfst für Jesus aufstehen sollst. Möchtest dich ihm vielleicht neu, erneut hingeben und im Glauben wachsen.
Vielleicht kommst du eigentlich nur aus Gewohnheit in dem Gottesdienst oder zu den Veranstaltungen. Aber vielleicht möchtest du wieder Gott ganz neu dich hingeben – und dich erfüllen lassen von seiner Herrlichkeit, von seinem Licht.
Oder vielleicht ist es auch so: Dass du zum allerersten Mal dich erfüllen lassen möchtest von dieser Herrlichkeit Gottes. Du möchtest eine Entscheidung treffen und sagen: Ja, ich möchte dieses Jahr noch mit Jesus weitergehen.
Vielleicht bedeutet das, dass du diese Entscheidung heute triffst – und sagst: Ich bekehre mich. Vielleicht bedeutet das auch, dass du sagst: Ich möchte mich zur Taufe melden.
Und wenn du zu dieser ersten Gruppe gehörst, dann möchte ich dich bitten, dass du aufstehst.
Die zweite Gruppe sind diejenigen, denen es heute nicht gut geht:
Die denken oder spüren: „Ich bin eigentlich in einem dunklen Tal. Ich habe eine schlimme Phase gerade.“ Es sind Schwierigkeiten, Zweifel, Hoffnungslosigkeit.
Und ich möchte euch bitten – wenn ihr dazu gehört: Weil ich auch vor euch beten möchte:
Dass ihr aufsteht – um zu zeigen, dass ihr Gott damit vertrauen wollt. Und dass ihr darauf hofft, dass er euch aufrichten will und dass sein Licht in euer Leben kommt.
Wie gesagt: Ich will für euch beten, dass ihr nicht die Hoffnung und den Glauben verliert – so wie die Israeliten damals. Sondern auf die Vision, die in Jesus Christus in Erfüllung gegangen ist: Dass ihr darauf vertraut.
Und die dritte Gruppe sind diejenigen Menschen, die das Licht Gottes auch in die Welt tragen wollen:
Die jetzt heute eine Entscheidung treffen wollen: „Ich möchte dieses Licht nicht nur für mich selbst behalten. Ich möchte aktiv sein und Gottes Licht in die Dunkelheit dieser Welt bringen.“
Vielleicht hast du schon eine konkrete Idee, wie dieses Licht aussehen kann. Vielleicht hast du noch keine Vorstellung, wie das gehen könnte – aber alles beginnt mit dem ersten Schritt der Entscheidung.
Seid einfach Hoffnungsträger: Trag die gute Botschaft Gottes weiter – dass seine Herrlichkeit erschienen ist und Licht in die Welt bringt.
Ich möchte beten. Und alle, die sich eben angesprochen fühlen, dürfen gerne aufstehen:
Gott im Himmel, wir wollen dir Danke sagen für deine Herrlichkeit: Danke dafür, dass du derjenige bist, der Licht bringst.
Und ich möchte dich bitten, dass du diejenigen segnest – die aufgestanden sind, weil sie eine Entscheidung für dich treffen wollten. Ich bitte dich, dass du sie segnest und sie mit deiner Herrlichkeit erfüllst: Dass sie wieder neu brennen oder zum allerersten Mal brennen für dich.
Aber ich bete auch für diejenigen, die gerade kraftlos sind – die wirklich am Boden liegen. Diejenigen, die morgens nicht aus dem Bett kommen, weil das Leben doch so schwermütig ist.
Ich möchte dich für diejenigen bitten: Dass du sie auch segnest und dass du ihnen neue Kraft gibst. Fühl sie mit deiner Liebe – mit deiner Herrlichkeit – und richte sie auf.
Ich möchte dich bitten, dass sie deine Gegenwart spüren und dass sie merken, dass du derjenige bist, der sie unter die Arme greift und sie aufhebt.
Und Herr: Ich bete für diejenigen, die einen Entschluss getroffen haben – auch Licht in dieser Welt zu sein. Ich möchte dich bitten, dass ihr Licht hell scheint – und dass Menschen dieses Licht sehen, die hoffnungslos gerade sind.
Ich möchte dich bitten, dass du ihnen Ideen, kreative Ideen schenkst: Wie sie dieses Licht auch in diese Welt hinaustragen können.
Und ich möchte dich bitten, dass dann sie ein Wunder erleben: Dass wirklich Völker zu diesem Licht kommen – was dich repräsentiert. Ich möchte dich bitten, dass Menschen zum Glauben kommen, nach dir fragen, dich suchen und dann dich finden.
So wollen wir dir all diese Menschen hingeben, die aufgestanden sind, um heute eine Entscheidung zu treffen: In deinem Namen beten wir. Amen.