Jetzt ganz am Anfang der Predigt möchte ich euch ein Bild zeigen. Es ist ein berühmtes Bild, eine optische Täuschung. Und man kann darin entweder eine alte oder eine junge Frau sehen, je nachdem aus welcher Perspektive man das betrachtet.
Jetzt zeige ich euch ein berühmtes Bild: Was seht ihr? Seht ihr eine junge Frau oder eine alte Frau? Also was seht ihr? Seht ihr eine alte oder eine junge Dame?
Es gibt welche, die sehen beides. Hands up, who see the young lady? Also wer sieht die junge Frau? And who sees the old lady? Wer sieht die alte Dame?
Okay, also wir sehen: Je nachdem wie man es betrachtet oder auf welchem Punkt man sich vielleicht konzentriert, sieht man die alte oder die junge Dame. Zwei Menschen oder hier wir als Gruppe können dieses Bild uns anschauen und dennoch ist es vollkommen unterschiedlich, was wir da wahrnehmen.
Was wir sehen, hängt davon ab, worauf wir unseren Blick fokussieren und auf welchem Punkt wir uns konzentrieren.
Ein weiteres faszinierendes Beispiel für Perspektive ist die sogenannte "persepure art" von Michael Murphy. Und da gibt es ein kleines Video; ich hoffe, das funktioniert – dann seht ihr mal, was der für Kunstwerke macht. Denn dieser Künstler erschafft Kunstwerke, die sich erst dann vollständig offenbaren, wenn man sich aus einem ganz bestimmten Blickwinkel diesem nähert und das betrachtet.
Aus anderen Perspektiven sehen die Menschen nur willkürlich angeordnete Formen oder Fragmente. Doch wenn man die richtige Position findet, fügt sich plötzlich alles zusammen und es wird deutlich zu einem Bild – zum Beispiel wie hier zu einem Gesicht.
Diese Idee der Perspektive ist in unserem Alltag, unserem Leben ständig präsent. Unterschiedliche Umstände, Erfahrungen und innere Einstellungen beeinflussen, wie wir Situationen wahrnehmen. Zwei Menschen können dieselbe Situation erleben, aber ganz andere Schlüsse daraus ziehen.
Die eine Person sieht Herausforderungen und Probleme; eine andere Person sieht darin vielleicht Chancen und sogar Segen. Auch Dankbarkeit ist eine Frage der Perspektive. Wenn wir unsere Welt durch die Augen der Dankbarkeit betrachten, wird unser Blick auf das Leben sich verändern.
Plötzlich nehmen wir die kleinen und großen Geschenke wahr, die uns oft unbemerkt sonst bleiben. Doch Dankbarkeit ist nicht immer leicht. Es erfordert manchmal bewusst einen Schritt zurückzutreten und die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten – so wie bei der optischen Täuschung, bei der man sich Zeit nehmen muss, um beide Bilder zu erkennen.
Was hat das nun mit uns zu tun? Vielleicht fragt ihr euch: Was hat das mit eurem Alltag zu tun oder vielleicht auch mit Gemeinden?
Weil Perspektiven prallen doch aufeinander, wenn wir zusammenkommen. In unseren 50-jährigen Gemeindejubiläumsgeschichte haben wir viele Veränderungen in beiden Gemeinden erlebt: Pastorenwechsel, Menschen sind gekommen, Menschen sind gegangen; wir haben Gottesdienste alleine gefeiert, zusammen gefeiert.
Wir haben Dinge hier zusammen errichtet, erneuert und so weiter. Manche von uns blicken auf die Vergangenheit oder auf diese Jahrzehnte zurück und denken: Früher war das alles besser. Und andere – die vielleicht erst in den letzten Jahren dazugekommen sind – haben eine andere Sicht auf diese Dinge und fragen sich, warum wird alles so gemacht wie früher?
Und manche neigen dazu, die Alten zu sagen: Lasst die doch! Meckern über die Alten. Und dann gibt es die Neuen; die Alten meckern über die Neuen – dass sie immer alles neu haben wollen.
Dass sie Veränderungen haben wollen und die beschweren sich – und so prallen Dinge aufeinander.
Doch egal aus welcher Perspektive wir auf die letzten 50 Jahre schauen, ob mit Nostalgie oder vielleicht auch mit neuen Ideen und den Chancen, die auch in der Zukunft liegen: Eines bleibt gleich: Gott war und ist treu. Er hat uns durch alle Veränderungen hindurchgeführt; wir haben alle Grund dankbar zu sein, dass wir heute hier sind.
In seinem ersten Brief an die Thessalonicher gibt der Apostel Paulus eine Reihe von wertvollen Ratschlägen, die wie eine Perlenkette einandergereiht sind. Ganz zum Schluss ermutigt er uns, in jeder Situation dankbar zu sein. Er fordert uns auf, eine Haltung der Dankbarkeit einzunehmen – unabhängig von den Umständen.
Und so schreibt der Apostel Paulus im ersten Thessalonicherbrief 5, die Verse 16 bis 18:
„Seid alle Zeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“
Das ist der Witz: dass man in genau dem richtigen Ort ist, damit man es in genau dem richtigen Weg sehen kann. Wenn man bewegt, dann macht es plötzlich keinen Sinn.
Und manchmal – wie du gesagt hast – finde ich, dass die Perspektive so schwer zu finden ist, dass wir vielleicht in der falschen Stelle sind, um das Bild zu sehen, wie Gott es sieht. Wir sind in der falschen Stelle, um das zu sehen, was andere Menschen sehen; oder wir stehen in dem gleichen Ort und es ist einfach so, dass wir nicht sehen, was andere Menschen sehen.
Das macht so viel Sinn. Und auch als Kirche haben wir 50 Jahre verheiratet – und in diesen 50 Jahren, natürlich, haben sich die Dinge verändert. Manchmal sind sie sehr gut für uns gegangen; manchmal sind sie nicht so gut. Wir haben viele Veränderungen in diesen Jahren gemacht.
Und es ist wundervoll, zu sehen, wie Gott durch all das gearbeitet hat. Und wie du gesagt hast: dass der eine Sache – die immer dieselbe bleibt – Gott ist. Und ich liebe das.
Und dann bringen wir in, aus den ersten Thessalonischen 5, 16 und 17, wo Paul dann all die Dinge nimmt, all die Dinge, die die in Thessalonika erleben, und sagt: „Ich will, dass du eine Sache in meinem Kopf behältst.“ Er gibt Suggestionen; er gibt Hinweise – und er schiebt an die Befehlungen in den letzten Versen, die wir in den ersten Thessalonischen 5, 16 und 18 lesen: wo es sagt „Rejoice, immer“. Prägt kontinuierlich, gibt Danke in allen Fällen; denn das ist Gottes Wille für dich in Christ Jesus.
Es ist wundervoll, wie viel Differenz die Perspektive mit Fokus hat. Was fokussieren wir? Wir haben mit diesen optischen Illusionen angefangen – die wir auf der Internet finden können – und trotzdem können zwei Leute etwas anderes finden, was sie sehen, aufgrund ihres Fokus.
Vielleicht enden wir darüber geredet: Wer ist der richtige? Wenn im Grunde genommen einfach: dass unser Fokus anders ist. Habt ihr je gemerkt, wie oft die Skriptur uns um den Fokus wechselt?
Und dieses Passagier – dieses Morgen aus den ersten Thessalonischen – call for us to shift our focus from ourselves and instead focus on God.
When we do, our perspective on the current circumstances – but not just on our current circumstances – also on our past and on our future changes dramatically. This month, as we celebrate that 50 years of life together in this building, we'll have the opportunity over the coming month to celebrate the past; and we have a wonderful past together.
We'll have opportunities to minister side by side; and there will also be the chance to reflect on the future and what God may be doing. And as we do so, the focus of our attention will make the difference in what we see.
There's something deeply theological about the whole idea of focusing on God first – and seeing the world through his eyes and through the eyes of faith; instead of relying exclusively on what we can see with our human eyes and understanding. We're told in Hebrews 11,1: „Now faith is the assurance of things hoped for, the conviction of things not seen.“
Our human eyes cannot see everything. We live with the reality that there is more taking place than just what our human eyes can see.
I'm reminded of the story of the servant of Elisha in his despair at the enemies surrounding them; and Elisha's prayer in 2 Kings 6,17, where he says: „And Elisha prayed, 'Open his eyes, Lord, so that he may see.' Then the Lord opened the servant's eyes; and he looked and saw the hills full of horses and chariots of fire all around Elisha.“
When our perspective changes – and we begin to see our past, our present, and our future through the eyes of God – what will be our response? Again, we turn to 1 Thessalonians 5, 16-18: „Rejoice always, pray continually, give thanks in all circumstances; for this is God's will for you in Christ Jesus.“
Such a simple passage on the one hand, but full of challenge. Each of these things is an imperative – it's a command; it is not optional.
In fact, Paul reinforces the command tone of this verb: This verb uses and adds that this is the will of God for us.
For a lot of years I worked with university students as campus minister. I can't tell you how often students would come to me and ask: „How do I know the will of God?“ The idea being that there's some secret message that God has for us – that will determine our path as we walk with him.
And instead, Paul tells us that the will of God is that we learn to face life from a different perspective. And these three items that Paul outlines to the Thessalonians will change how we understand the will of God:
Rejoice always: actively looking for joy in the work of God. Our focus is turned on him – in the works of the Father and that brings us joy.
Never stop praying: an ongoing dialogue with God which shapes our attitudes and our activities. It's impossible to be in dialogue with the Father and be filled with hatred; to not be moved by his compassion. Our plans are shaped by his calling.
And then finally give – and keep on giving thanks. Paul was convinced that in any and all circumstances God was at work on behalf of his people. God has the final word, no matter what we see. Our focus is on him.
Wie können wir diese Perspektive der Dankbarkeit im Alltag nun leben? Nick hat gerade darauf hingewiesen: wie unsere Perspektive verändert wird, wenn wir unseren Fokus auf Gott richten. Das verändert unsere Sicht auf unsere Vergangenheit, Gegenwart und auch auf unsere Zukunft.
Wir sind herausgefordert in jeder Situation sich dann irgendwie zu freuen – unaufhörlich zu beten – und dann in allen Umständen dankbar zu sein. Und das steht da so einfach; aber in der Praxis: Wie sieht es da aus? Das ist doch eine Herausforderung.
Wie können wir das im Alltag umsetzen?
Lass uns doch mal ehrlich sein: Freut euch alle Zeit. Klingt erstmal wie eine Überforderung, oder? Immer fröhlich – immer gut drauf.
Wenn wir das wörtlich nehmen, ist das ja fast unmöglich. Wir müssten dann wie so ein Duracellhase irgendwie durchlächeln die ganze Zeit und in der Gegend rumhüpfen und immer gute Laune zeigen.
Aber Paulus geht es um den Grundton der Freude. Der kommt nicht daher, dass alles in unserem Leben perfekt läuft – und dass wir grinsend rumlaufen; sondern daher: dass Jesus die Welt erlöst hat und uns gleich mit. Das ist ein Grund zur Freude, die nicht vergeht – auch wenn das Leben mal schwer ist.
Wir alle wissen es: das Leben hat viele Herausforderungen. Und wenn du merkst, dass dieser Grundton in deinem Leben leiser wird, schau dir doch mal die Geschichte von Jesus in der Bibel an. Was hat er denn da alles getan? Dort findest du all die Verheißungen – die Zusagen und auch die Versprechen, die dir zeigen: Gott ist auf deiner Seite.
Und so wird der Grundton der Freude in dir hoffentlich wieder lauter und stärker. Nicht als Dauerlächeln; sondern als tiefe innere Zuversicht.
Und dann betet ohne Unterlass. Klingt anstrengend, oder? Heißt das: Wir müssen den ganzen Tag mit Gott plaudern wie mit einem Freund – der einfach nicht nach Hause gehen will?
Zum Glück nicht. Paulus meint hier nicht, dass wir ununterbrochen reden sollen; denn mal ehrlich: Wer redet so viel? Vielleicht kennt ihr jemanden, aber die meisten nicht.
Es geht um die innere Ausrichtung – um die innere Haltung. Beten ist ja kein Monolog, sondern ein Dialog. Es geht um ein offenes Herz – bereit zu sein, Gottes Reden auch im Alltag zu hören. Und das passiert ja nicht immer mit Worten – in denen wir die ganze Zeit reden.
Es sind Impulse, die Gott uns ganz leise vielleicht gibt: Manchmal ein Gedanken oder ein Gefühl; oder eine Tür, die sich plötzlich öffnet und da zeigt sich Gott in unserem Alltag. Aber wir müssen offen dafür sein – für Gottes Reden.
Das Gebet ist also weniger ein endloses Reden; sondern mehr ein offenes Ohr für das, was Gott uns sagen möchte.
Und dann am Schluss sagt er noch: dankbar in allen. Und hier Achtung: Paulus sagt nicht, dass wir für alles dankbar sein sollen. Wenn dir was Böses passiert – musst du nicht so tun, als wäre das toll. Gott erwartet nicht, dass wir ihm für Katastrophen danken; die kommen ja nicht von ihm.
Er ist nicht für das Böse in dieser Welt verantwortlich. Aber hier kommt der Knackpunkt: Selbst wenn uns Schlimmes widerfährt – können wir trotzdem dankbar sein. Warum? Weil Gott in diesen Situationen da ist. Er lässt uns nicht alleine, sondern arbeite durch die Schwierigkeiten hindurch.
Er kann sogar das Böse dann zum Guten wenden. Also: Wenn du mal wieder in der Klemme steckst und denkst: Du musst nicht für die Krise dann dankbar sein. Aber du kannst dankbar sein, dass Gott mitten in dir oder bei dir ist – und in dir wohnt.
Und da spielt der Fokus eine ganz große Rolle. Wo richten wir in unserem Alltag unseren Fokus auf die schlechten Dinge – das was wirklich nicht gut läuft? Wir können unser Fokus doch auch auf die guten Dinge richten. Und das braucht manchmal Übung.
Und da gibt es eine ganz, ganz einfache Übung: Jeden Abend drei Dinge – drei Dinge aufschreiben, wofür du an diesem Tag dankbar bist. Das müssen keine großen Dinge sein. Aber du kannst einfach in diesem Bewusstsein leben und deinen Fokus darauf richten, dass es Dinge in deinem Leben gibt; dafür kann man dankbar sein.
Wir sind in Deutschland gut versorgt: Wir haben hier reichlich Essen. Wir haben eine Krankenversicherung. Der ein oder andere hat gute Beziehungen in der Ehe – oder zu den Kindern, zu den Rest der Familie. Vielleicht bist du gesund; dafür kann man dankbar sein.
Vielleicht hast du ein warmes Zuhause und so weiter. Man kann dankbar sein – und sein Dank dann auch an Gott ausrichten.
Jeden Abend also drei Dinge: um seinen Fokus zu verändern, von den schlechten Dingen auf das Gute lenken.
Lasst uns dankbar sein in unserem Alltag. Und wenn wir diese drei Dinge im Alltag praktizieren – also fröhlich sein, beten und dankbar sein – dann wird sich unser Leben verändern. Wir werden lernen, die Welt durch die Augen Gottes zu sehen. Und das bringt nicht nur mehr Freude; sondern auch tiefere Zufriedenheit und Frieden auch in unseren Herzen.
Wir sollten stets bedenken: dass die Schatten hinter uns liegen – wenn wir der Sonne ins Gesicht sehen. Und dass sie jedoch vor uns liegen, wenn wir der Sonne den Rücken kehren.
Ich denke, Christopher hat etwas gesagt, das sehr wichtig ist:
Es geht nicht um Gott zu danken für alles; sondern um alles. Und das geht zurück zu dieser Idee – was eine wunderschöne Idee des Grundtons der Freude ist: Der grundsätzliche Ton unserer Freude, der unsere Leben versaturiert – egal was passiert.
Denn wir wissen: dass Gott mit uns ist und er uns nie allein lässt. Unsere Familie ist eine musikalische Familie. But someone in our family, Susan, is always breaking into song. No matter what is happening; there's a song for it in our family.
And as I thought about what you said, Christopher – it occurred to me that this Grundton, this Grundton der Freude, is the tone of joy and that's like a song. For some of you this may be a literal song that stays with you. And you find yourself singing this song to God throughout the day.
For others it may be more a state of mind – a state of heart. Your focus has been changed; and your heart, because of that, has been changed as you rejoice in God every day. As you pray constantly: this idea of living in fellowship with God – and as you thank him, it changes who we are.
It's a song of joy, a song of praise and a song of worship all rolled into one; and it runs throughout our lives. The song – like the one that we are about to sing – is at once a confession: that in the times that are most difficult, we will rejoice. It is a constant prayer to God to walk with us when the joy comes easily; but also when we are overwhelmed with sorrow.
It's a song of gratitude, of thankfulness for his goodness and his presence and his grace. We sing this song with our lips – but we sing it much more with our lives. And we don't rejoice because God gives us good things; but because God himself is good. We don't pray without ceasing because God is impressed by the number of words we say; but because we keep our attention on the one who matters most and who walks with us through all of life's highs and lows.
We aren't thankful just in the good times – times when it seems that we walk in a land that is plentiful and where streams of abundance flow. We are also thankful in the desert place, in times marked by suffering. In those times, we sing to him: „Blessed be your name.“
Would you please stand with me? Wir stehen auf und singen zusammen.
Das Grünton der Freude – „Blessed be your name.“