Jesus als Fundament
Predigt

Jesus als Fundament

Peter UnsinnPeter Unsinn
Sonntag, 13. Oktober 2024 · 10:00 Uhr
1. Korinther 3
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Transkript

Zum Mitlesen oder gezielten Springen zu Passagen.

Im Namen Jesu begrüße ich euch zur Predigt. Heute vor genau 50 Jahren, auch an einem Wochenende mit denselben Daten, wurde dieses Gemeindezentrum eingeweiht, und der Festgottesdienst fand statt. Das ist – genau – der Gottesdienst. Das Bild ist schwarz-weiß und nicht in bester Qualität, aber ihr könnt sehen, in welcher Menge damals dieses Haus gefüllt war, um zu feiern, dass es endlich stand und man das miteinander jetzt nutzen konnte. Wer von euch war denn in der Bauphase dieses Hauses und in diesem Gottesdienst vor 50 Jahren dabei? Zeigt das doch mal bitte kurz. Ja, das sind noch etliche. Es gehört eine Menge an Glauben, an Mut, an Durchhaltevermögen, auch an Liebe dazu, so ein Haus zu bauen, zu finanzieren und dann eben auch mit Leben zu füllen. Und ich bitte euch für die Geschwister, die damals schon hier dabei waren und das mit gestartet haben, doch mal um einen anerkennenden Applaus für diesen Mut vor 50 Jahren. Am Samstag in zwei Wochen wird es einen Tag der offenen Tür geben, und dort wird es am Nachmittag eine Dauerpräsentation geben. Also die wird einfach so in Schleife laufen. Jeder kann sich dann reinsetzen, wie er will, mit Bildern aus den letzten 50 Jahren. Ich habe euch heute nur mal ein paar ausgesucht. Also das ist eine verschwommene Aufnahme des Bauschildes, das damals draußen stand und diesen Bau angekündigt hat. Eins weiter: Ja, so sieht die tatsächlich architektonisch herausfordernde Konstruktion dieses Hauses aus, wenn da erstmal die Betonfundamente stehen. Das – wenn ich es richtig weiß – ist auch der Einweihungsgottesdienst sozusagen, als die Leute alle draußen standen und gewartet haben, in den Gottesdienst hineinzukommen. Ihr seht auch hier eine riesige Menge an Leuten. Das muss dann zumindest irgendwann später gewesen sein, denn das Haus stand ja schon, so wie wir es heute auch kennen. Und auch hier seht ihr – ich nehme an – dass das so ein gemischter Chor mit Kindern und Erwachsenen gewesen ist, plus Musikinstrumente. Das zeigt, da wirklich Leben herrschte, gerade auch Sonntagsschule war das. Okay, danke für die Korrektur von den Zeitzeugen. Also das ist die Sonntagsschule mal gewesen. So und ein weiteres – das muss auch nach Mädchenjungscha. Okay, die schauen oben aus unserem jetzigen Café vermutlich raus. So und noch eins weiter. So, das müsste auch aus dieser Zeit sein: Wer kann denn sagen, was das war? Auch noch mal die Sonntagsschule. Okay, also ihr seht – das sind als Bilder erhaltene Zeugen dieser Zeit. Wenn wir sowas sehen, dann finde ich löst das innerlich ja was aus bei uns. Also zum Beispiel Dankbarkeit über auch diesen Mut vor 50 Jahren hier diesen großen Bau zu starten. Vielleicht auch Trauer, wenn man schon lange hier dabei ist und auf diesen Bildern dann auch Freunde sieht, die inzwischen schon verstorben sind oder die auch andere Wege gegangen sind. Vielleicht empfinden manche Sehnsucht nach der eigenen Jugend – wie jung bin ich da noch gewesen? Oder auch Sehnsucht nach den guten alten Zeiten. Aber man kann auch ins Fragen kommen und fragen, wenn man diese Bilder sieht: Und die sind ja alle zahlenmäßig beeindruckend – war früher nicht alles irgendwie glaubensvoller, besser, größer und die Gemeindeglieder viel motivierter und aufopferungsvoller bei der Sache als heute? Wo das alles so gefühlt irgendwie so individualistisch geprägt ist. Der Vergleich – der meistens wenig weiterhilft – war schon für die ersten Christen eine Herausforderung. Die hatten noch keine 50 Jahre auf dem Buckel, als der Text entstand, den ich euch gleich zeige. Die haben noch nicht überlegt, ob früher alles besser war, aber die waren dran: Wer ist denn der Bessere, der Vollmächtigere, der Wortgewandtere in der Gemeinde? Welche Fraktion hat mehr Recht? Und Paulus gibt auf solche Vergleichsversuche folgende Antwort: „Was ist Apollos und was ist Paulus? Diener sind sie, durch die ihr zum Glauben gekommen seid – ein jeder, wie es der Herr ihm gab. Ich habe gepflanzt, Apollos hat bewässert, Gott aber ließ es wachsen. Darum zählt weder der, der pflanzt, noch der, der bewässert, sondern Gott, der wachsen lässt. Ob einer pflanzt oder bewässert – es gilt gleich viel. Jeder wird seinen Lohn bekommen, der Lohn, der seinem persönlichen Einsatz entspricht.“ Was wir heute feiern – oder diesen Monat feiern – das wäre nicht möglich gewesen, ohne die Generationen vor uns. Und die meisten von uns sind ja auch nicht zum Glauben gekommen, weil plötzlich eine Stimme vom Himmel erscholl, sondern in der Regel sind wir durch andere Menschen auf den Glauben aufmerksam gemacht worden. Und oft sind es Menschen älter als wir gewesen, die uns sozusagen den Weg gewiesen haben. Mir haben ältere Christen sozusagen die Anstöße gegeben – nicht Gleichaltrige. Andere haben weitergegeben, was sie schon mit Gott erlebt haben und so auch mit allen Generationen, die vor uns gewesen sind. Paulus sagt: „Andere haben gepflanzt, einen Grund gelegt, haben auf diesem Grund versucht zu arbeiten – Gemeinde zu bauen, Gemeinden gegründet oder auch hier dieses Haus gebaut. Die Hochs und Tiefs, die dann kamen, durchgestanden und versucht nach bestem Wissen und Gewissen dieses Haus hier mit Leben und mit Glauben zu füllen.“ Ich zeige euch mal ein Bild, wo diese Generationenabfolge drauf abgebildet ist. Egal zu welcher dieser Generationen wir gehören – ob wir hier zu den Builders ab 1928 oder den Baby Boomers so ab 50 oder der sogenannten Generation X so in den 70ern und 80ern – und dann geht es so weiter bis jetzt zur nächsten Folge von Generation Alpha und Beta. Egal, wo wir dazugehören – wie wir so die Wachspreisjahre des Wohlstandes erlebt haben oder ob wir zu der Generation gehören, die die große Digitalisierung erleben und die Zeit der neuen Krisen – egal wie wir sind, wie alt, wie wir geprägt sind: Paulus sagt, es ist immer Gott, der das entscheidende Wachstum gibt, egal ob es ein spirituelles, geistliches Wachstum ist, ein innerliches, ein charakterliches oder auch ein äußerliches in Zahlen oder auch in Lebensformen. Unten in unserem Gemeindezentrum gibt es dieses Schild – wer weiß was sich dort verbirgt? Genau: Da ist der Grundstein dieser Gemeinde eingemauert. Ich vermute innen drin mit einer Box, einer zugelöteten habe ich zumindest mal ein Bild gesehen. Und auf diesem Grundstein stehen zwei Bibelferse – Jesaja 28,16 und 1. Korinther 3,11: Wer weiß denn was dort steht? Genau! Das ist der im Neuen Testament und im Alten Testament ist ganz ähnlich – das ist diese Stelle: „Siehe ich habe einen kostbaren Eckstein zu ziehen gelegt.“ Das ist bei allem, was wir äußerlich tun, und wie unterschiedlich wir auch sein mögen in den Generationen: die entscheidende Grundlage. Der Text nochmal: „Denn niemand kann ein anderes Fundament legen als das, das schon gelegt ist – Jesus Christus.“ Egal wie wir charakterlich von den Generationen oder was geprägt sind, wenn wir Reich Gottes oder auch eine Gemeinde vor Ort gemeinsam bauen wollen, dann können wir nur in Anführungsstrichen erfolgreich sein, wenn wir in erster Linie Jesus lieben. Von ihm lernen, auf sein Wort immer wieder neu hören, uns von seinem Geist inspirieren lassen – und das zweite: Wenn wir die Menschen lieben, mit denen wir unterwegs sind und denen wir auf diesem Weg begegnen. Dazu Amen! Zur ersten Kurzpredigt, was wir jetzt gehört haben, wird nochmal in Liedern jetzt aufgegriffen. Und später wird es noch eine zweite Kurzpredigt geben. Der zweite Teil der Predigt: Wir haben das entscheidende Wort schon gehört: „Denn niemand kann ein anderes Fundament legen als das, das schon gelegt ist – Jesus Christus.“ Egal wie alt wir sind, was unsere Vorlieben, unsere Prägungen sind, zu welcher Generation wir gehören – jeder von uns muss sozusagen immer wieder zurück zum Original unseres Glaubens: Jesus. Und auch wenn es immer schon andere vor uns gegeben hat, die Strukturen gelegt haben, Gebäude geschaffen haben – ist trotzdem immer auch jeder persönlich verantwortlich, dass Gottesreich gebaut wird oder so eine konkrete Ortsgemeinde. Selbst wenn wir sagen: „Ja, das hätte man alles besser machen können“ – trotzdem sind wir in Verantwortung, weil wir jetzt gefordert sind, Gottesreich zu bauen. Paulus schreibt dazu: „Nach Gottes Gnade habe ich wie ein umsichtiger Bauleiter das Fundament gelegt. Andere bauen darauf weiter. Jeder aber soll sehen, wie er darauf weiterbaut.“ Es wird nicht verborgen bleiben, was jemand darauf baut – ob Gold, Silber, wertvolle Steine, ob Holz, Schilf oder Stroh. Am Tag des Gerichts wird es sich erweisen, ob es Bestand hat. Es gibt immer Jesus sozusagen als das Fundament und die Grundlage. Aber die Frage ist: Was bauen wir darauf auf in unsere Zeit hinein? Heute in 2024 oder nächstes Jahr in 2025? Und Paulus macht deutlich, wir müssen überlegen, was wir bauen. Denn nicht alles, was wir gut gemeint tun – in so einer Gemeinde oder auch im Reich Gottes – hat Bestand vor Gott. Manches ist einfach äußerliches, formales Frömmigkeitsformen oder das, was man vielleicht als Religiosität bezeichnen würde. Und manchmal schauen die Jungen auf die Alten und sagen: „Ja, da ist das alles doch irgendwie erstarrt – es ist so formal geworden.“ Und die alten Generationen schauen auf die Jungen und sagen: „Ja, die Jungen immer mit ihren Movements auf und ab und ständig was Neues – all diese Gefühlsbetonung in der Frömmigkeit.“ Aber das hilft uns alles nicht weiter. Sondern die Frage ist: Wie kann denn der Bauch von Gottes Reich und Gemeinde auf Jesus als dem Fundament gelingen? So ein Bild, das ist eigentlich überflüssig – denn wir haben es dort vier von euch aus gesehen links hängen. Das steht in Matthäus 16,18. Da sagt Jesus: „Ich will meine Gemeinde bauen.“ Und das spricht er dem Petrus zu und sagt: „Auf dir als dem Stein und dem Grund.“ Er sagt eben nicht: „Du wirst deine Gemeinde bauen“ – zu Petrus. Sondern er sagt: „Ich, Jesus, will meine Gemeinde bauen.“ Nicht Christopher noch ich als Pastoren bauen hier unsere Gemeinde nach unserem persönlichen Gusto. Auch die GL baut nicht ihre Gemeinde. Und auch eine Gemeindeversammlung baut nicht per Mehrheitsbeschluss ihre Gemeinde nach ihrem Geschmack. Es muss immer drum gehen: Was sind die grundlegenden Dinge bei Jesus? Darum die Frage: Wie baut denn Jesus sein Reich und seine Gemeinde? Auch auf Zielen hinterlegt müsste man eigentlich dann mal auf die linke Seite projizieren – denn das ist eigentlich immer die herausfordernde Frage. Ein Versuch, drei Bauschritte Jesu zu nennen: Das erste: Der Sohn kann nichts aus sich heraus tun. Er tut nur, was er den Vater tun sieht. Was immer der Vater tut, das tut auch der Sohn. Es beschäftigt mich, dass wir so im Bau von so einer Gemeinde manchmal ewig zögern und brauchen, bis Dinge entstehen – und auf der anderen Seite vieles einfach aus Gewohnheit machen oder auch um Ärger zu vermeiden. Ein plötzlicher Pastor hat mal geschrieben: „Die Wirklichkeit von Gott ist folgendermaßen: Gott ist ständig um dich herum am Werk. Er lädt dich ein, dich mit ihm und seinem Wirken verbinden zu lassen.“ Das finde ich klingt ganz ähnlich wie das, was Jesus sagt. Jesus sagt ja was sehr krasses für ihn als Sohn Gottes: „Er kann nur tun, was er Gott tut sehen – und ich glaube, da liegt eine große Herausforderung für uns.“ Ich denke, auch wir müssen neu lernen: nicht einfach zu tun und zu machen oder zu zögern – sondern zu hören und zu schauen und miteinander zu erringen: Was will denn Gott tun? Wo wirkt er bereits an Umständen und Menschen? Und dann sind wir eingeladen uns einzuklinken in das, was Gott schon tut. Das zweite: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger“ – oder: „Bleibt in meiner Liebe.“ Jesus spricht im Johannesevangelium immer wieder von diesem Bleiben. Er in uns, wir in ihm. Er sagt: „Wir sollen in seinem Fleisch und Blut bleiben, seinem Wort, seinem Geist, in ihm als Weinstock, in seiner Liebe, in seinen Geboten.“ Er sagt eben nicht: „Bleibt in euren Erfahrungen, bleibt in euren Verletzungen, bleibt in dem, was euch vertraut und angenehm ist.“ Ich denke, da liegt das nächste Geheimnis und die nächste Herausforderung. Wenn wir Gemeinde bauen wollen, geht es immer um ein ganz nahe an Jesus dran sein – und das Entscheidende: Sein Wort, seine Liebe, sein Geist. Das letzte: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ aus Johannes 20. In diesem Jahr hatten wir Predigtreihen: „Jesus, ähnlicher werden oder zuletzt im Spiegel Jesu.“ Wie wäre es mal mit einer Predigtreihe: „Gesandt wie Jesus?“ Wenn wir uns bei Jesus anschauen – Jesus hatte ganz klare Vorstellungen von seiner Sendung zu den Armen, den Gefangenen, den Blinden, den Zerschlagenen, von der Freiheit, die er bringen soll durch Gottes Gnade. Und er sagt: „So sende ich euch.“ Er sagt nicht: „Nee, nee – euch sende ich ganz anders, weil ihr seid ja nur Menschen“, sondern er traut uns zu: „Ich sende euch in der Art und Weise, in der Form, wie ich vom Vater gesandt worden bin.“ Das wäre ein dritter Punkt: Neu miteinander zu ringen – wie wir Gemeinde bauen. Ich habe es mal zusammengefasst: Wie kann man auf Jesus bauen? Das Erste ist: Sehen und hören, was der Vater tut. Das Zweite: Bleibt in meinem Wort und meiner Liebe. Und das Dritte: Lasst euch senden. Und senden kann Gott uns – egal wie alt wir sind – ob Teenager, ob in den 20ern, 30ern, 50ern, 60ern, 40ern, 70ern, 80ern. Das können ganz kleine Sendungen sein: Ein Auftrag an einem Menschen, Gebet für jemanden – und das kann ganz breit werden. Und wir haben uns bei der Vorbereitung von diesem Gottesdienst gedacht, dass wir heute jetzt im letzten Lobpreis teil einfach die Möglichkeit anbieten wollen, sich neu segnen zu lassen. Das heißt: Es werden hier vorne und auch hinten so sechs Leute – glaube ich – stehen, sieben Leute. Und ihr könnt einfach hingehen und könnt zum Beispiel sagen: „Mensch, bitte für mich und ein bestimmtes Thema, was mich hindert aus meiner Erfahrung.“ Oder: „Ich möchte mich neu gebrauchen lassen für Gottes Reich. Segne mich doch dafür.“ Also kurze Anliegen und kurze Gebete oder Segnungen.