Vorstellung: Lichtblick - Mitarbeitersegnung
Predigt

Vorstellung: Lichtblick - Mitarbeitersegnung

Peter UnsinnPeter Unsinn
Sonntag, 10. November 2024 · 10:00 Uhr
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Transkript

Zum Mitlesen oder gezielten Springen zu Passagen.

Es ist immer wieder ein Geschenk, Gottesdienste zu feiern. Und oft ist es so: Wenn wir dann sitzen und der Gottesdienst mit seinen verschiedenen Elementen Stück für Stück vorwärts geht, freuen wir uns und genießen das eine oder andere – dabei merkt man gar nicht, was alles vor einem Gottesdienst nötig war, schwierig war, plötzlich geändert werden musste oder wo die Mitarbeiter knapp waren. Das ist meistens sozusagen hinter der guten Vorbereitung verschwunden. Ich habe gedacht: Natürlich ist Gott der, der das alles ermöglicht und schenkt – er begabt Menschen und bereitet sie auf Engagement vor, wie ihr euch in einem Gottesdienst zeigt. Aber trotzdem ist es eben ohne Menschen und ohne Mitarbeiter, wie wir es exemplarisch gerade für die Jungschar gesehen haben, nicht möglich, solche Gottesdienste zu machen. Ich würde euch daher mal ungewöhnlicherweise bitten: Gebt am Anfang dieses Gottesdienstes mal allen offensichtlichen und verborgenen Mitarbeitern einen Applaus. Denn ich weiß: Die Vorbereitung für diesen Gottesdienst war nicht ganz so smooth, wie das jetzt im Ablauf aussieht. Also gebt doch allen Mitarbeitern mal einen Applaus! Ja, wir sind in einer kurzen Predigtreihe und ihr seht hinter mir – so hoffe ich – den Titel heute: „Zurück zur ersten Liebe“. Das ist sozusagen das Thema, das sich durchzieht. Heute wird es darum gehen, wie wir dabei Hindernisse überwinden. Wir glauben ja als Christen und das ist uns so selbstverständlich, aber wenn man quer durch die Religion schaut: Nicht das, was im Neuen Testament gesagt wird – „Gott ist Liebe“ (1. Johannesbrief) – geht es weiter. Es heißt dort: „Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Auch Jesus beschreibt das ganz ähnlich und lädt zum Bleiben in der Liebe ein. Er sagt: „Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch, und wieder dieses: Bleibet in meiner Liebe!“ Und dieses Bleiben in der Liebe hat eben mehrere Dimensionen. Es geht um Gottes Liebe zu uns – es geht umgekehrt um unsere Liebe zu Jesus oder zu Gott. Das geht natürlich auch um die Liebe, wie wir sie untereinander und miteinander leben. Für Anfangsphasen der Liebe – sei es eine partnerschaftliche Liebe oder eben auch im Glaubensweg – gibt es solche ersten Phasen. Ein Wort von Jesus ist sprichwörtlich geworden, aus dem sozusagen diese Predigtreihe entsprungen ist: nämlich der Begriff „erste Liebe“. Und Jesus sagt dort etwas sehr mahnendes: „Ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.“ Da könnte man sagen: Deine erste Liebe zu mir, Jesus, zu meinem Reich – und manchmal auch zu den Menschen um dich herum. Ich weiß nicht, wer letzten Sonntag sozusagen schon bei Christopher Norrks Einstiegspredigt dabei gewesen ist. Aber „erste Liebe“ lässt sich ja sofort irgendwie mit Assoziationen verbinden: sei es, dass man zurückschaut in die eigene Glaubensgeschichte – vielleicht, wenn man eine klassische Bekehrung erlebt hat, wie das war oder wenn man so ganz intensive Zeiten des Glaubens hatte nach einer Erneuerung. Also wer in irgendeiner Weise so was schon mal erlebt hat oder Rückschlüsse zieht aus erster menschlicher Liebe – oder auch bloß im Buch darüber gelesen hat: Wie würdet ihr denn das beschreiben mit Worten? Was macht denn so eine erste Liebe aus, oder was hat in eurer Lebensgeschichte so eine erste Liebe ausgemacht? Wie war das? Wie habt ihr euch gefühlt? Wie wart ihr unterwegs? Wie hat es nach außen gewirkt? Freude! Was gab es noch? Begeisterung! „Auf den Wolken ganz oben!“ Was noch? Besonderer Mut, okay. Ja. Noch Erinnerung an solche Zeiten: Schmetterlinge – okay. Also vielleicht auch so was wie geistliche Schmetterlinge im Bauch. Was noch? Dankbarkeit! Ja, auch bei vielen stimmt das. Freude am Bibel lesen, am Wort Gottes. Absolutes Vertrauen. Cool! Also ihr habt jetzt eine Menge Dinge schon benannt – und wenn wir noch mal kurz auf diesen Text zurückschauen: Viele von euch wissen ja, dass es sich um eine Ermahnung zur ersten Liebe handelt, die nachdenkenswerterweise an eine ganze Gemeinde gesprochen wird. Natürlich hat die auch sozusagen diese individuell persönliche Ermutigung oder Ermahnung zu einer neuen Liebe zu Jesus – aber ich finde, es ist sehr bezeichnend, dass dort in der Offenbarung eben eine ganze Gemeinde ermahnt wird, zurückzukehren zu dieser ersten Liebe. Und das macht Jesus ja – wer es noch mal nachlesen will: In Offenbarung 2. Erst nachdem er ganz ausführlich auch diese Gemeinde gelobt hat und anerkannt hat, was sie alles gut gemacht hat. Also die waren überhaupt nicht so durch die Bank irgendwie schlecht oder mies oder geistlich auf dem Boden unterwegs. Nein: Jesus fand vieles an dieser Gemeinde, was er gelobt hat – und trotzdem nach diesem ganzen Lob sagt er: „Das Einer, das habe ich gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.“ Und ich denke, das ist wichtig, dass wir das sozusagen miteinander sehen. Es geht dabei um etwas, was ganz stark lebt oder entsteht, wenn wir gemeinsam mit Jesus unterwegs sind. Auch wenn wir uns gemeinsam teilhaben lassen: Was erleben wir momentan im Glauben? Wie erleben wir Gott als Vater? Wie erleben wir das Wirken des Geistes? Wie werden wir inspiriert von Jesu Worten und Beispiel? Liebe ist ja etwas, das nicht alleine brennbar ist. Es ist wie ein Feuer: Liebe kommt zum Brennen, wenn verschiedene sozusagen ihre Glut oder ihr Brennmaterial – ihr Erleben, ihre Gedanken, ihre Fragen – einbringen. Und in diesem Offenbarungstext macht Jesus sowas wie eine Liebeskur in drei Schritten: 1. Er sagt als erstes: „Erkenne doch!“ Oder hier: „Denke nach! Wie weit du dich von deiner ersten Liebe entfernt hast.“ 2. Der zweite Schritt ist: „Kehre um, wieder zu mir, Jesus zurück.“ 3. Und das dritte: Handle wieder so wie am Anfang deines Glaubens – oft wird das übersetzt: „Tu die ersten Werke wieder, die du damals getan hast.“ Ich weiß: Mir war es zum Beispiel damals ganz wichtig, Beziehungen wieder in Ordnung zu bringen oder auch Dinge, wo ich wusste: Da habe ich etwas verkehrt gemacht – wieder ins Lot zu bringen. Oder auch um Vergebung zu bitten. Ich bin ja zum Beispiel als Kind in so einem Industriegebiet über einer Firma aufgewachsen, die so Metall verarbeitet hat: Verkehrszeichen, Autobahnbeschilderung und ähnliches – das klassische Schlosserei mit Bohrmaschinen, Drehmaschinen, Farben, Lacken und all so Zeug. Und wir hatten da auch einen Schlüssel. Als Kind bin ich da ganz selbstverständlich die Dinge dort benutzt: Ja, es gab Bleche dort, Nieten, Schrauben – schöne glänzende Folien, die bei diesen reflektierten Schildern verwandt wurden. Und als ich dann sozusagen diese intensive Phase der Hinwendung zu Gott hatte, wurde mir irgendwann klar: Das war nicht in Ordnung, dass ich mich da einfach sozusagen ungefragt bedient habe. So – und dann habe ich mit Zittern und Bangen damals diesem Chef der Firma – so ein alter, ehrwürdige Autoritätsperson – einen entsprechenden Brief geschrieben: Ich habe mich dafür entschuldigt, habe ihn um Vergebung gebeten. Und er hat dann sehr freundlich reagiert und hat gesagt: „Peter, das ist doch sowieso selbstverständlich. Das ist kein Thema. Kannst du natürlich.“ Und das Ganze war geklärt. Also so haben wir zu Beginn in solchen Liebesphasen dieses – dieses Umkehrmoment: dass wir Dinge neu sozusagen in Einklang mit Gott bringen wollen. Manchmal, vielleicht wenn wir jetzt schon lange unterwegs sind mit Jesus, ist das so, wie es hier heißt: „Denk nach!“ Oder erkenne sozusagen: Wie stehst du heute? Wie weit bist du vielleicht auch im Alltag untergegangen von dieser ersten Begeisterung? Und dann – wenn uns Dinge klar werden: Das zweite: Ja, Schritte der Umkehr – der neue Hinwendung zu Jesus. Und dann auch einfach Taten, die dem entsprechen: sich also neu in Gottes Reich einbringen. Mit Gebet, mit Fähigkeiten, mit anderen zusammen. Heute wollen wir ein bisschen anschauen anhand eines anderen Textes, welche Hindernisse sich denn einfach so durch unser Leben, unseren Alltag in den Weg stellen. Und dazu gibt es einen klassischen Text von Jesus: der beschreibt, wie geht's uns denn so auf unseren Weg – oder wenn Gott versucht sein Wort, seine Inspiration, seinen Samen so in unser Herz zu streuen: „Ein Seemann ging um zu sehen. Dabei fiel ein Teil auf den Weg. Die Vögel kamen und fraßen es. Andere fiel auf Erdboden mit wenig Erde und ging sofort auf – weil die Erde nicht tief war. Als die Sonne aber hochstieg, wurde die Saat versenkt und verdorrte – weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder andere fiel in die Dornen: Die Dornen wuchsen und ersticken die Saat. Ein Teil fiel auf guten Boden und brachte Frucht – teils 100-, teils 60-, teils 30-fach.“ Ein super bekanntes Gleichnis. Ich versuche es mal heute auf diese Frage unserer Liebe zu Jesus, seinem Reich und auch den Menschen in diesem Reich anzuwenden. Im Grunde genommen beschreibt Jesus hier ja in dem Gleichnis vier verschiedene Lebenssituationen von Menschen: Die erste – das ist dann sozusagen in der Deutung des Gleichnisses: Wenn einer das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und reißt aus, was ins Herz gesät ist. Der Samen – oder das ist der Samen, der auf den Weg gefallen ist. Wenn wir diesen Text hier anschauen, dann ist etwas Entscheidendes drin, was wir ganz oft übersehen: nämlich unser Nicht-Verstehen. Und wir haben immer sozusagen wie eine Wahl: Wie gehen wir denn mit unserem Nicht-Verstehen um? Also wenn wir zum Beispiel in so einem Gottesdienst sitzen – wenn wir so was von der ersten Liebe hören und wir verstehen Dinge nicht, sind wir dann einfach stumm? Legen wir es einfach beiseite oder beginnen wir nach Verständnis zu suchen? Denn Unverständnis: Das ist ja erstmal eine schlichte Realität vom Leben. Die begegnet uns ja in allen möglichen Ecken. Wir haben vielleicht ein neues elektronisches Gerät mit einer 150-seitigen Bedienungsanleitung – und vieles an so einem Gerät weckt erstmal Unverständnis, je nachdem, wie wir da so drauf sind: mal mehr, mal weniger Unverständnis. Aber was machen wir in so einem Fall? Entweder – wie es Männer anscheinend eher als Frauen machen – drücken wir dann mal alle Knöpfe und machen mal die Menüs auf und suchen mal und schauen mal, ob wir das irgendwie hinkriegen. Oder: Wir lesen so eine Bedienungsanleitung und suchen gezielt und lernen dann Stück für Stück. Also in anderen Bereichen unseres Lebens – wenn wir etwas nicht verstehen – dann suchen wir oft einfach ganz normal und selbstverständlich Verständnis zu erlangen. So – und vielleicht ist auch erste Liebe sowas, was wir nicht auf andere verstehen oder was schon lange her ist. Oder wo vielleicht einzelne oder mehrere von uns sagen: „Das habe ich so in der Art und Weise nie erlebt.“ Oder vielleicht auch: „Ich weiß nicht, passt es zu mir? Ich bin ja gar nicht so gefühlsbetont – oder ich bin mehr so ein verstandgesteuerter Pragmatiker oder Pragmatikerin.“ Egal, wo wir da sind. Aber trotzdem können wir was ganz Schlichtes machen: Wir können uns ausstrecken nach Verständnis. Und ich glaube auch mit der Liebe zu Jesus ist es so: dass oft unser Unverständnis an einzelnen Punkten – dass wir sagen: „Ist vielleicht nicht so mein Ding“ oder „Habe ich nie erlebt“ oder „Ist mir zu gefühlsbetont“ – oder wie soll das als ganze Gemeinde funktionieren? Unser Unverständnis ist oft das erste Hindernis auf dem Weg zur ersten Liebe. Und darum möchte ich euch einladen: Gebraucht doch auch an diesen Punkt bewusst euren Verstand. Ja, fragt, überlegt, redet mit anderen, lest – bittet Gott um Verständnis! Ja: Was hat es denn auf sich mit dieser ersten Liebe? Schaut euch diesen Offenbarungstext an! Redet mit anderen: Wie war das denn bei dir mit der ersten Liebe? Redet als Ehepaar oder Paar miteinander – ja, wie war das in diesen Zeiten, als wir so ganz brennend unterwegs waren? Oder wie war es in Gemeinden, als viele sozusagen mit so einer heißen Liebe zu Jesus unterwegs waren? Unverständnis oder kein spontaner Zugang ist kein Hindernis – sondern im Grunde genommen ist es eine Aufforderung sozusagen nach Verständnis zu ringen und Verständnis zu suchen. Im Grunde genommen wird unser Nicht-Verstehen erst dann schwierig oder tragisch, wenn wir aufhören, uns nach Verstehen auszustrecken. Ja: Wenn wir sagen: „Bin ich zu alt dafür?“ Oder: „Kann ich mir nicht vorstellen?“ Oder: „Habe ich noch nie erlebt?“ Oder haben wir als Gemeinde noch nie erlebt – drum lege ich es ad acta? Nein, es geht nicht. Denn Jesus ist der, der uns auffordert, uns nach der ersten Liebe auszustrecken. Oder er sagt: „Selbst wenn etwas nicht sofort verständlich ist bei dir wie bei dem oder was auf dem Weg fällt – streck dich aus nach Verständnis!“ Die zweite Lebenssituation: Der felsige Grund steht für den, der das Wort hört und freudig annimmt. Doch er hat keine Wurzel in sich, sondern ist labil oder auch unbeständig (übersetzen viele). Wenn wegen des Wortes Schwierigkeiten oder Verfolgung entstehen – kommt er gleich zu Fall. Ich denke oft: Es ist so, wir hören ein Wort hier in einem Gottesdienst. Oder sehen vielleicht über Medien etwas – wir hören ein Podcast oder wir sehen im Internet etwas. Oder wir haben jemand zu Gast, der Missionar oder Missionarin ist – oder vielleicht in einem bestimmten sozialen Brennpunkt arbeitet. Und es trifft uns eine Einsicht: Wir sind angesprochen, wir sind vielleicht sogar begeistert – aber dann kommt unser Alltag. Er kommt mit allen Herausforderungen, mit den Krisen, mit den Ablehnungen, die wir erleben. Und diese freudige Einsicht, die wir hatten, sie verdauert wieder. Andere vielleicht von uns sagen: „Ja, auf mich trifft irgendwie so dieses unbeständig zu.“ Also ich nehme Dinge immer wahr und dann bin ich begeistert – und dann will ich dem nachgehen. Und dann geht das bei mir immer irgendwie wieder unter – und ich schaffe es nicht dran zu bleiben. Vielleicht gibt es auch andere unter uns, die sagen: „Ja, bei mir ist es eher anders. Bei mir ist es alles sehr beständig.“ Da gibt es vielleicht im Sinne dieses Gleichnisses ganz viele Wurzeln, an denen ich fest stecke oder fest hake – und es fällt mir wahnsinnig schwer überhaupt Neues aufzunehmen und Neues in mich reinzulassen. Also: Was kannst du denn machen, wenn du merkst sozusagen dein Inneres sabotiert Dinge, die du von Gott wahrnimmst aus seinem Wort – oder in so einem Gottesdienst? Überzeugnis? Oder über Menschen? Ich habe mal gesagt: Wenn dein Inneres deine Liebe zu Jesus sabotiert, mach dich zu zweit oder in einer Gruppe auf den Weg. Schaffe mit Gottes Hilfe neue Beständigkeiten. Wenn wir merken: Dinge gehen alleine nicht – wir sind zum Beispiel irgendwie zu unbeständig (oder im Gegenteil zu beständig) – dann können wir uns einfach einen Zweiten dazu nehmen. Ich weiß nicht, wer von euch schon mal längere Zeit in einer sogenannten Zweierschaft unterwegs war. Ich weiß: In der letzten Gemeinde, in der wir waren, in Mülltal, gab es etliche Männer, die immer zu zweit sozusagen über ihr Leben im Austausch waren – über geistliche Fragen, die sie hatten. Sie füreinander gebetet haben – und auch sozusagen solche Hindernisse oder Kampfpunkte gemeinsam angegangen sind. Und diese Zweiergruppen sind dann oft als mehrere dann auch in die Männerfreizeiten gegangen – und alle Feedbacks aus diesen Zweierschaften waren so, dass es diesen Männern geholfen hat: Sozusagen ihr geistliches Leben lebendig zu halten. Oder auch in ihrem geistlichen Leben weiterzukommen – weil sie eben nicht sozusagen bei sich geblieben sind, sondern weil sie sich in dem Zweiten geöffnet haben. Und wenn das dort erstaunlicherweise Männer waren: Selbstverständlich können auch Frauen Zweierschaften bilden mit einer guten Freundin, mit jemandem des Vertrauens – wo man sich in der Weise, wie es geht, einmal im Monat, alle zwei Wochen trifft oder wöchentlich trifft und einfach Dinge des Lebens und geistliche Dinge – oder auch so diese inneren Unbeständigkeiten miteinander zu besprechen und vor Gott zu bringen. Es gibt super Workshops sozusagen, die einem helfen, an so diese inneren Hindernisse heranzukommen. Und es gibt auch auf christlicher Basis exzellente Selbsthilfegruppen – die heißen „Endlich Leben“. Ich weiß nicht: Wer von euch davon schon was gehört hat oder auch schon mal eine mitgemacht hat? Die greifen sozusagen das ursprüngliche Konzept der sogenannten 12-Schritte-Bewegung, die später sehr stark auch die anonymen Alkoholiker geprägt hat. Sie greifen das auf in all den Fragen sozusagen unseres Inneren: Dinge, wo unser Inneres sich festgefahren hat – wo wir merken, dass wir nicht weiterkommen, dass wir nicht wachsen, dass wir uns nicht verändern, dass Ängste uns über lange Zeit beherrschen. Und dazu bilden sie sozusagen vertraulich geschlossene Gruppen. Die dann mit einem sehr guten, exzellenten Material – das hier in der aktuellen Variante sieht – solche inneren Themen: Festungen, Blockaden – ganz bewusst vor Gott miteinander unter biblischen Gesichtspunkten eben angehen. Das findet man im Internet unter „Endlich Leben“ und man findet deutschlandweit Gruppen. Ich weiß nicht, ob sie inzwischen auch Online-Gruppen anbieten: Wo man Hilfe findet – wenn man merkt, es sind immer wieder innere Dinge, innere Blockaden oder Dinge, die man nicht versteht – die einem sozusagen, die einen hindern, Begeisterung von Gott auch bei Gott oder für Jesus auch durchzuhalten und weiterzuführen. Das dritte: Jesus sagt: „In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört. Doch die Sorgen der Zeit und der trügerische Reichtum ersticken es – und es bleibt ohne Frucht.“ Hier spricht Jesus erstmal sozusagen das an, worauf sein Gleichnis zuläuft: nämlich die Frage nach der Frucht. Denn definitiv ist es so: Säen macht keinen Sinn, wenn der ausgesäte Samen nicht zu irgendeiner Form von Wachstum oder Frucht führt. Gottes Wort macht immer Sinn – aber auch Gottes Wort ist natürlich darauf ausgerichtet, dass es etwas bewirkt in uns: dass es Veränderung bringt, Befreiung bringt, Befähigung bringt – dass es uns zu Taten bewegt, dass es uns nach innen oder nach außen in Aktion setzt. Gottes Wort soll nicht auf der Strecke bleiben wegen des Unverständnisses (das als erstes ernannt wurde) oder wegen Barrieren, die es in uns gibt. So: Jesus nennt zwei Hindernisse hier – die Sorgen der Zeit und den trügerischen Reichtum. Ich denke: Wenn man sich Sorgen machen will, Grund sich Sorgen zu machen, bieten die aktuellen Schlagzeilen genug. Egal ob es Kriege sind, egal ob es die aktuelle politische Krise in Deutschland ist – und je nachdem, wie man es einschätzt, auch die amerikanische oder das Wahlergebnis dort und was daraus so alles resultieren wird. Und dazu kommen ja noch all die Dinge, die uns dann im persönlichen Umfeld Sorgen machen. Und genauso natürlich: Welche Rolle spielt das – was wir haben, was wir besitzen? Was mit Geld verbunden ist, was unseren Status darstellt, was als Euro auf unserem Konto als Sicherheit erlebt wird. Was für eine Rolle hat das in meinem Leben? Wenn ich mein eigenes Leben anschaue und wenn ich das versuche mal zu sorgen – und auch zu der Frage nach Reichtum oder nicht-Reichtum in Beziehung zu setzen: Dann beobachte ich bei mir, dass wenn ich zu viele Sorgen habe, wenn mir zu viele To Do's unerledigt auf der Seele liegen – oder wenn ich zu viel grüble, wie ich mit wenig Geld möglichst viel lösen kann – dann ist meine Beobachtung: Das tut meiner Liebe zu Jesus definitiv nicht gut. Sondern es lähmt sie – oder es schiebt sie beiseite. Weil das Nachdenken über Sorgen – Dinge außerhalb der Familie, in der Familie – oder zum Beispiel mit unserem Umbau: Wie lässt sich das mit vorhandenem Geld lösen? Weil es einen zu großen Raum beginnt einzunehmen. Und ich denke, das wird vielen von uns so gehen. Das Sorgen- oder dieses Gefühl des Permanenten „zu viel“ – oder dieser Berg des Unerledigten: dass das immer wieder im Leben wie so ein Grundgefühl da ist. Ich habe daher an diesem Punkt nur mal eine Frage formuliert und zwar: „Wie kann unter uns Erlebte oder gelebte Liebe so einem Klima von Sorgen, von Überforderungen – oder auch von materiellen Ängsten überwinden? Und wie können stattdessen – ich habe es mal gesagt – Gottes Lebensalternativen unter uns Gestalt gewinnen oder auch Gestalt bekommen durch uns.“ Denn oft sozusagen lassen wir diese Themen ja eigentlich draußen. Wir thematisieren unsere Sorgen, finde ich, eher wenig – vielleicht mal im kleinen Gespräch. Aber im bewusst geöffneten: Wie gehen wir mit Veränderungen von materiellen Gegebenheiten um? Was machen wir auch, wenn wir Gefühle haben, dass da Dinge bedrängt oder gefährdet sind? Von daher das erste: Die Frage – wie kann das, was wir leben und wenn wir Liebe untereinander leben, so einem Klima von Sorge oder Angst (was sich da alles verändern wird) entgegenwirken? Und Alternativen gestalten. So zum Schluss: Jesus macht uns ja immer wieder aufmerksam: Wo Umkehr in unserem Leben nötig ist. Er ermutigt aber gleichzeitig und zeigt auch immer gleich die Lösungen oder Perspektiven. Und auch dieses Gleichnis zeigt so was wie ein Ziel, die Perspektive. Jesus sagt: „Auf gute Erde gefallen ist der Same bei dem, der das Wort hört, versteht – und Frucht bringt.“ 160- oder 30-fach. Es ist klar: Jesus ermahnt uns zur ersten Liebe zurückzukehren. Vielleicht ist uns diese Ermahnung erstmal fremd oder unverständlich oder unangenehm. Aber als erstes können wir miteinander um Verständnis ringen: Was bedeutet denn diese erste Liebe? Wie kann das aussehen unter uns? Dann können wir uns allen, was sich dem in den Weg stellt – an inneren Widerständen, an Unbeständigkeiten, an vielleicht auch Beständigkeit – begegnen: indem wir mit anderen reden, vertraulich uns öffnen und nicht unser Inneres als etwas Verschlossenes selber versuchen zu kurieren. Und egal, ob das Seelsorge ist, Beratung, Hauskreise oder gute Seelsorgegruppen, Selbsthilfegruppen – wir können um Veränderung ringen. Ich finde: Gott ist ein Gott der Veränderung. Er will Wachstum, Veränderung, Befreiung. Das ist seine Normalität. Und egal, wie jeder von euch jetzt momentan Gottes Liebe erlebt oder seine Liebe zu Jesus erlebt – es ist sein Wort an uns: Er sagt zurück zu dieser ersten Liebe und er gibt dafür eine Verheißung. Also auch wenn jemand sagt: „Meine Liebe ist zurzeit minimal.“ Wenn du dieses Wort ernst nimmst, dann kann Jesus eine dreißigfache, eine sechzigfache oder eine hundertmal so starke Liebe draus machen aus dem, was du momentan erlebst – oder ihm sozusagen hinlegst. Und das wird dich verändern. Das wird unsere Gemeinde verändern und das wird auch Ausstrahlung nach außen haben. Und damit Amen.