Ich werde bald in den Urlaub fahren, und ich weiß nicht, wie es euch geht. Bald sind ja Sommerferien, und man hat vielleicht die eine oder andere stressige Woche, die einen oder anderen stressigen Tag hinter sich, und man fühlt sich urlaubsreif. Man geht vielleicht sogar schon auf dem Zahnfleisch, und jetzt mal Hand aufs Herz: Wenn ihr so an das vergangene halbe Jahr denkt und vielleicht gar nicht so viele freie Tage hattet – von einer Skala von eins bis zehn – wie urlaubsreif seid ihr? Freut ihr euch schon auf die Sommerferien? So mal Hand hoch, so ihr könnt. Ihr habt zehn Finger. Hier sehe ich eine Fünf, doch zehn, zehn, zehn, so eine Sieben, okay, okay, auch zwei Zehn, eine Acht, eine Drei, Günther? Okay, also es ist unterschiedlich – je nachdem, wie natürlich auch die Lebenssituation ist. Und vielleicht hatte der eine oder andere sogar einen Finger zu wenig und es müsste eine Elf sein.
Urlaub: Man darf sich doch mal entspannen! Wir wollen heute in eine Geschichte gehen, wo jemand gerne, gerne mal irgendwo hinfahren möchte – vielleicht sogar nach Spanien – und er kommt dort doch nicht an. Wie viele von euch würden gerne dieses Jahr nach Spanien fahren? Mehr so in den Süden, dort, wo das Wetter vielleicht ein bisschen besser ist.
Vielleicht habt ihr auch die letzten Tage eher gedacht: Wenn ich aus dem Haus gehe, nehme ich einen Regenschirm mit – oder gleich ein Schlauchboot. Wir wollen heute in die Iona-Geschichte eintauchen, in eine Geschichte von einem Mann, der auch Boot gefahren ist, der in den Süden wollte, wobei man muss sagen: Für ihn war das der Westen. Er wollte in den Westen fahren – übers Mittelmeer zu Spanien hin – und wir steigen einmal in die Geschichte hinein, in seine Reise.
Vielleicht kennt der eine oder andere die Iona-Geschichte schon oder noch aus dem Kindergottesdienst und da hörte man von diesem großen Fisch, der diesen Mann verschluckt hatte und dann wieder ausgespuckt hat. Die Erzählung fasziniert natürlich Kinder, weil sie bildhaft und spannend ist – und wie viele Bilder wurden in den letzten Jahrzehnten von diesem großen Fisch und Iona gemalt? Vielleicht hat man sogar selber die noch ausgemalt.
Aber heute wollen wir einfach tiefer in die Geschichte eintauchen und sehen, was diese Geschichte eigentlich mit uns heute zu tun hat. Es ist nicht nur eine Geschichte für den Kindergottesdienst, denn die Lektionen, die Iona auf seiner Reise lernt, sind für uns heute von großer Bedeutung.
In diesem Buch ist vieles groß: Es geht um eine große Stadt, wir haben schon in diesem Video gesehen einen großen Sturm, einen großen Fisch – und es geht um einen großen Gott. Und dieser Gott rettet auf übernatürliche Weise Menschen. Und der erste, der gerettet wird, ist Iona.
Iona, der eigentlich fromm ist: Jemand, von dem man denkt, der müsste doch gar nicht gerettet werden. Er ist die Hauptperson. Und so beginnt das Buch:
„Das Wort des Herrn kam an Iona, denn den Sohn von Amitai; er sagte zu ihm: ‚Geh nach Niniveh, der großen Stadt, und kündige ihr mein Strafgericht an! Ich kann nicht länger mit ansehen, wie böse Leute dort sind.‘“
Iona machte sich auf den Weg.
Iona hört Gott ganz klar und deutlich. „Steh auf“, sagt Gott zu ihm – auf Hebräisch: „Komm.“ Erhebe dich, heißt es – erhebe dich raus aus der Situation, in der du dich gerade befindest – vielleicht aus der Hängematte, bei der Arbeit, irgendwas, was er da gerade gemacht hat. Los geht's.
Gott hat einen Auftrag für diesen Iona: Er will, dass Iona sein Prophet ist. Und das griechische Wort für Prophetie oder Prophet ist „Prophemi“ und bedeutet: vor einem Publikum sprechen – zu Menschen im Namen Gottes reden und zu sagen, was man von Gott vernommen hat.
Propheten sprechen in die Situation hinein, oft kritisch – und wollen einen Unterschied machen. Und Iona bekommt einen besonderen Auftrag: Er soll nach Niniveh gehen.
Allein der Name Niniveh war damals schon ein Schreckenswort für die Menschen. Niniveh war nicht nur eine große Stadt, sondern auch bekannt für das böse Handeln ihrer Bewohner. Das Buch Iona sagt nicht viel darüber – aber der Prophet Nahum gibt uns mehr Einblick, was so in Niniveh alles passiert.
Nahum erklärt: dass Niniveh schuldig ist wegen ihrer bösen Pläne gegen Gott und der Ausbeutung der Hilflosen – ihrer Grausamkeit im Krieg und ihrer Götzendienste, der Prostitution und auch den Aberglauben und der Zauberei. Niniveh lässt Unrecht geschehen – das schreit zum Himmel! Und alle Menschen haben Angst vor dieser einen Stadt und ihren Bewohnern.
Und Gott sieht nicht weg: Er sieht Niniveh – und Iona soll jetzt ein hartes Gerichtswort übermitteln. Und deswegen heißt es auch:
„Iona machte sich auf den Weg.“
Iona machte sich auf den Weg. Und doch geht der Satz weiter: „Iona machte sich auf den Weg, aber in die entgegengesetzte Richtung.“ Er wollte nach Tarsis – in Spanien fliehen – um dem Herrn zu entkommen.
In der Hafenstadt Jaffa fand ein Schiff, das dorthin segeln sollte. Er bezahlte das Fahrgeld und stieg ein. Iona rannte weg: Er will es bequem machen, er will es bequem haben. Er träumt von einem komfortablen Leben – vielleicht in Spanien an der See, vielleicht hat er dort auch ein kleines Bötchen.
Weg von diesen Herausforderungen, weg von dem unangenehmen Auftrag, den er von Gott bekommen hat. Wer kann es ihm denn auch verdenken letztendlich? Ein Leben in Spanien fern von Sorgen und Verantwortung – klingt doch letztendlich verlockend.
Statt sich den Schwierigkeiten zu stellen, sucht Iona das Weite. Wir kennen das alle: Manchmal ist die Versuchung groß, sich vor dem Auftrag zu drücken, der uns unbequem erscheint. Aber Iona zeigt uns, dass das Weglaufen keine Lösung ist.
Gott ruft uns nicht, damit wir es bequem haben – sondern damit wir seinen Willen tun, auch wenn es bedeutet, dass wir aus unserer Komfortzone heraus treten müssen.
Und wie wir schon im Video vom Bibelprojekt gesehen haben: Das große Satire, weil alle Menschen im Alten Testament, die Gottes Aufträge bekommen haben, in der Regel nicht einfach wegrennen – sondern trotz ihrer Fehler und Ängste letztendlich Gottes Willen folgen.
Auch da heißt es „steh auf“ – und die Leute stehen auf und gehen. Doch Iona geht einen anderen Weg: Er flieht in die entgegengesetzte Richtung und zeigt uns damit auf humorvolle Weise, wie absurd es ist, vor Gottes Plan wegzulaufen.
Ich glaube, jeder von uns hat so eine innere Stimme. Vielleicht haben wir in dieser Stimme auch schon einen Namen gegeben: Wenn nicht, dann können wir heute dieser Stimme einen Namen geben. Sie heißt Iona.
Ich möchte euch etwas fragen: Was ist, wenn ihr auch schon einmal einen Impuls von Gott bekommen habt? Wenn ihr eine Berufung, einen Auftrag, eine Wegweisung bekommen habt?
Vielleicht habt ihr es gespürt – diesen Moment, in dem ihr wisst, dass Gott euch ruft, dass er euch etwas Bestimmtes tun lassen möchte. Und die Wahrheit ist: Wir alle haben ein Stück von Iona in uns.
Wir bekommen einen Impuls, einen Gedanken zum Handeln, eine Emotion, die uns in Bewegung setzen soll – vielleicht ein Bibelwort, was uns zum Handeln bewegen soll. Aber wie oft gehen wir dem nicht nach? Stattdessen suchen wir Ausreden: Wir glauben, dass wir es besser wissen, was das Beste für uns ist.
Und wir steigen letztendlich auch in so ein Boot hinein: Wir gehen in unser Boot und suchen diese Ausrede – und wollen einfach dieser Verantwortung entfliehen. Oder wir haben Angst vor den Konsequenzen, die unser Handeln mit sich bringen könnte. Manchmal verfolgen wir lieber unsere eigenen Wünsche und Pläne, weil sie uns angenehmer erscheinen.
Und dann gibt es diese Gedanken, die uns einreden: „Ah, vielleicht später – jetzt nicht.“ „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt.“
Wie oft schieben wir Gottes Ruf beiseite, weil es uns nicht in unserem Kram passt?
Ich weiß nicht, ob ihr die Organisation Campus für Christus kennt. Die ist europaweit aktiv und hat auch eine Jugendorganisation, die heißt „Chine“ – und ist europaweit vernetzt.
Und die setzt sich dafür ein, dass Schülergruppen, Bibelkreise an Schulen entstehen und existieren. Und die waren auch mal in Ingolstadt, als ich dort noch Pastor gewesen bin. Und der Prediger dort hat ein wunderbares Beispiel gebracht: Wie man auf Gottes Stimme hören kann – auch wenn es vielleicht für uns erstmal seltsam klingt.
Oder wenn man auch sagt: „Okay, jetzt gerade nicht.“ Vielleicht ist es sogar peinlich.
Er erzählte eine Geschichte von einem jungen Mädchen, die hatte gerade frisch sich bekehrt und hat an ihrer Schule in Schweden einen Bibelkreis gegründet. Und sie geht dort durch die Fußgängerzone in ihrer Stadt – und plötzlich bekommt sie den Impuls: „Bleib stehen und breite deine Arme aus.“
„Bleib stehen und breite deine Arme aus.“
Und sie denkt sich: Soll ich das jetzt wirklich tun? Es ist doch jetzt ein bisschen unangenehm, mitten in der Fußgängerzone einfach da zu stehen.
Und sie tat es. Sie tat es dennoch. Und die ganzen Menschen liefen an ihr vorbei – guckten auch. Und dann sah sie schon in der Ferne ein anderes junges Mädchen: Das startete nur so auf dem Boden und ging dann ganz langsam. Und umso näher sie kam, umso mehr sah sie, dass dieses Mädchen sehr traurig aussah.
Und sie stand da weiter – guckte nur. Und dieses Mädchen, das nur auf dem Boden starte, lief direkt in ihre Arme. Und sie umarmte sie und dann fing sie an zu weinen: Weil eigentlich war sie auf dem Weg, sich selbst umzubringen.
Gottes Impulse können Leben verändern. Und wir können einen Unterschied in dieser Gesellschaft tun – sei es vielleicht auch nur für eine einzige Person.
Und manchmal suchen wir Ausreden, weil wir einfach bequem sind: Wir steigen in unser Boot und wollen weg.
Ich habe auch von Billy Graham, dem großen Evangelisten des letzten Jahrhunderts, gelesen, dass er bei einer der ersten großen Evangelisation-Events, die er durchgeführt hat – dem sogenannten Los-Angeles-Crusade – mit Zweifeln und großen Unsicherheiten gekämpft hat: Weil er seiner Berufung nicht mehr bewusst war. Und er hatte auch plötzlich Zweifel daran:
„Ist die Botschaft wirklich noch so kräftig? Ist das Evangelium wirklich lebensverändernd?“
Er hatte Ängste vor diesem Misserfolg und dass das letztendlich nichts bringt.
Billy Graham hätte leicht Ausreden finden können – und nicht weitermachen müssen. Er hätte denken können, dass andere besser geeignet wären oder dass er scheitern könnte.
Der Jona in uns will es bequem haben: Er möchte keine Risiken eingehen und keine unbequemen Wege beschreiten. Er will nach Spanien, er will in das Boot hinein.
Aber was ist jetzt unser Spanien? Wo würde unser innerer Jona gerne hin? An welchen Ort der Träume, der Freiheit, des Komforts möchte unser innerer Jona?
Aber genau wie bei Jona ruft uns Gott nicht dazu auf, ein komfortables Leben zu führen. Er ruft uns seinen Willen zu tun – auch wenn das bedeutet, dass wir unsere Komfortzone verlassen müssen: Wenn wir aus unserem Boot heraussteigen sollen.
Gott schickt Jona nach Niniveh und Niniveh liegt genau in der anderen Richtung. Es ist ein gefährlicher Ort, ein Ort der Unfreiheit – und ein Ort, wo man sich hingeben müsste, was einen Preis kostet: Wenn man dorthin geht.
Wo ist unser Niniveh? Gott will Jona nach Niniveh senden, weil Gott nicht wegsieht, wenn Unrecht geschieht. Als Christen sind wir Gottes prophetische Stimme in dieser Welt – und wir können das gut, was auch Jona gut kann: Das Ticket nach Spanien buchen und weggehen – einfach wegschalten.
Ist es nicht toll, aktuell läuft die Fußball-Europameisterschaft hier in Deutschland. Und was für ein tolles Eröffnungsspiel hatten wir da? Deutschland gegen Schottland – und wir haben gleich fünf Tore geschossen! Na gut, eines davon war ein Eigentor – aber fünf Tore von Deutschland!
Der Sieg gegen Ungarn war auch beeindruckend: Seid ihr auch gespannt? Heute 21 Uhr gegen die Schweiz. Heute Abend 21 Uhr.
Fußball bringt immer so viel Begeisterung und Spannung mit sich. Doch während wir uns über Fußballspiele vielleicht hier freuen, geht der Krieg in der Ukraine weiter. Und auch der Konflikt zwischen Israel und der Hamas im Gaza-Streifen hält an.
Weltweit vermischt sich in der politischen Diskussion – und auch über die militärischen Maßnahmen, die dort getroffen werden – zunehmend Antisemitismus: Was eine beunruhigende Entwicklung dann auch mit sich bringt. An den Bürgerkrieg in Syrien, der seit 2011 wütet, denkt gerade fast niemand mehr.
Neben diesen globalen Problemen haben wir auch Herausforderungen direkt vor unserer Haustür: Soziale Missstände in Deutschland sind nach wie vor ein großes Thema. Der Europarat kritisierte Anfang dieses Jahres die Situation in Deutschland – vor allem die hohe Armutsquote, daran enthalten die hohe Kinderarmut und die zunehmende Obdachlosigkeit.
Und gerade während der EM werden viele Obdachlose aus den Großstädten verbannt: Was das Problem nicht löst – sondern letztendlich nur verdeckt. Und dazu kommt ein wachsender Rassismus, der ebenfalls eine ernsthafte Herausforderung darstellt.
Wo ist unser Niniveh? Wo ist unser heutiges Niniveh?
Wir sind dazu berufen in dieser Welt Gottes Licht und Liebe zu verbreiten: Wo müssten wir in Gottes Auftrag prophetisch reden? Wo sollen wir Ungerechtigkeit aufdecken? Wo sollen wir Schuld benennen? In welchen Situationen sollten wir Gottes Liebe hineinbringen?
Jonah sollte eigentlich ein Stoppzeichen zu den Menschen bringen – aber er entschließt sich nichts wie weg: Lieber ab ins Boot und nach Spanien düsen.
Und das ist ja auch einerseits auch eine gute Nachricht des Textes: Gott zwingt Jonah nicht. Nein, Jonah kann frei entscheiden und zum Hafen gehen, sich ein Ticket kaufen, in das Schiff einsteigen und nach Spanien fahren. Es würde mich nicht wundern, wenn Gott sogar damit rechnet, dass seine Leute immer wieder so handeln.
Jedenfalls hat Gott dann seine Mittel uns zurückzubringen – denn Gott liebt Sünder. Gott möchte zu den Menschen. Und der erste Sünder, den er in dieser Erzählung liebt, ist der Prophet, der nicht reden will: Es ist der Gläubige, der im Kopf glaubt, aber in seinem Handeln das Gegenteil tut.
Es ist der Christ, der weiß, was richtig ist – aber es nicht sagt und nicht tut. Und hier könnte die Geschichte auch enden, tut sie aber nicht:
Jonah hat kein bequemes Leben in Spanien bekommen: Gott erinnert Jonah an seinen Auftrag. Und wir lesen weiter – ich fasse das ein bisschen mehr zusammen, auch an Betracht der Zeit.
Da schickte der Herr einen Sturm aufs Meer, der war so heftig, dass das Schiff auseinanderzubrechen drohte. Und dann schlief Jonah, wie wir es auch in dem Videoclip gesehen haben: Die Männer, die hatten das losgeworfen und merkten: Irgendwie hat der Jonah was damit zu tun.
Sie weckten ihn – und er sagte: „Ach werf mich doch über Bord.“ Und am Ende taten sie es auch.
Wir sehen ganz deutlich in der Geschichte von Jonah, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen, wie Gott Jonah erinnert:
Wenn Gott zu uns spricht und uns an unseren Auftrag erinnert – kann das vielschichtig sein. Da haben wir zum einen den Sturm: Der ja vielleicht unsere Umstände symbolisiert.
Der Sturm in der Geschichte zeigt, wie Gott durch schwierige Situationen und Herausforderungen zu uns spricht. Es sind oft diese Stürme in unserem Leben, die uns wachrütteln – und uns zum Nachdenken bringen, wo wir gerade stehen und was unser eigentlicher Auftrag eigentlich ist.
Und dann sind da die Menschen: In Jonas Fall sind das die Seeleute – die sind nicht gläubig. Das sind die Heiden, das sind keine frommen Menschen. Das spannende ist: dass diese ja wirklich nicht an diesen Gott glauben – aber Jonah an seinen Auftrag dadurch erinnern.
Sie stellen ihn zur Rede und bringen ihn dazu, sich selbst zu reflektieren. Und das zeigt uns, dass Gott auch durch andere Menschen, die vielleicht gar nicht gläubig sind, zu uns sprechen kann: Diese Menschen können uns durch ihre Worte und Taten an das erinnern, was Gott von uns eigentlich möchte.
Heutzutage sehen wir das wirklich häufig: Es gibt viele Menschen, die keine Christen sind – sich aber trotzdem für Gerechtigkeit einsetzen und Ungerechtigkeiten aufdecken. Ihr Engagement und das, was sie tun, erinnert uns daran, was richtig und notwendig ist.
Auch sie sind Werkzeuge, durch die Gott uns wachrütteln kann.
Und dann ist da noch einfach: dass sie sich selbst reflektieren – dass sie wirklich daran erinnern. Jonah muss einfach in Anbetracht der ganzen Sachen erkennen, dass er vor seinem Auftrag geflohen ist. Und diese Selbstreflexion ist für ihn auch entscheidend.
Wir müssen uns selbst fragen: Wo stehen wir? Ob wir wirklich den Weg gehen, den Gott für uns vorgesehen hat?
Und ein guter Indikator dafür, dass Gott zu uns spricht, ist, wenn unser Herz blutet. Wenn wir über eine Sache oder ein Thema empört sind – ja, so richtig wütend werden: Schockiert, wenn wir darüber weinen könnten.
Das sind die Momente, in denen Gott uns besonders intensiv anspricht und uns zeigt, was unser Auftrag sein könnte.
Und ich bin davon überzeugt, dass jeder von uns einen Unterschied machen kann – wenn er Gottes Auftrag den Kleinen und den Großen. Es kann vielleicht nur einen Unterschied für eine einzelne Person in deinem Umfeld sein – so wie bei den Mädchen in Schweden.
Jonah zeigt uns: dass es nicht immer einfach ist. Es ist nicht immer einfach. Und manchmal versuchen wir auch wegzulaufen, weil es unbequem ist. Aber Gott gibt uns die Kraft und die Mittel, unseren Auftrag zu erfüllen – selbst wenn es bedeutet, schwierige Wege zu gehen.
Vielleicht spürt ihr in eurem eigenen Leben gerade einen Sturm, der euch aufrütteln möchte. Vielleicht gibt es Menschen um euch herum, die euch an etwas erinnern, das ihr tun solltet. Oder vielleicht ist es euer Herz: Das bei einem bestimmten Thema blutet – was sich aufregt, was weint und euch nicht in Ruhe lässt.
All das können ein Zeichen dafür sein, dass Gott zu euch spricht.
Und stellt euch vor: Wie unsere Gemeinde sich verändert, wenn jeder von uns bereit ist, Gottes Ruf zu folgen. Vielleicht entsteht eine Begegnung der Liebe und auch der Gerechtigkeit – die nicht nur unsere Kirche, unsere Gemeinde, sondern auch unser Umfeld und vielleicht sogar die ganze Welt umkrempelt.
Aber wie schön wäre es, wenn unsere Nachbarschaft einfach frei wird von dem, was sie gefangen hält? Menschen können Hoffnung finden, wo vorher Verzweiflung war. Ungerechtigkeit könnte aufgedeckt und bekämpft werden. Vergebung und Versöhnung könnten Beziehungen heilen – die zerbrochen scheinen: sogar hier in unserer Gemeinde.
Indem wir unseren Auftrag annehmen, können wir Teil von Gottes großen Plan werden, die Welt durch seine Liebe zu verändern.
Und lasst uns offen sein für Gottes Ruf – auch wenn es unbequem ist. Lasst uns nicht wie Jonah weglaufen und in das Boot steigen – sondern mutig den Weg gehen, den Gott für uns vorgesehen hat: Wir können die Welt verändern, wenn wir bereit sind, auf Gottes Stimme zu hören und seinen Auftrag anzunehmen.
Amen.