Ja, Julia hat uns ja schon eine super Einleitung heute zum Thema Brief gegeben: Wie Gott durch Umstände spricht.
Die erste Frage kann ich mir wahrscheinlich fast ersparen, aber wir lesen sie trotzdem mal:
**"Sprichst du denn zu uns, Menschen?"**
Durch Dinge, die wir als Umstände, Fügungen oder schlichtweg Ereignisse bezeichnen – manche nennen das auch "offene" oder "geschlossene Türen".
Wer von euch würde sagen: „Ja, wenn ich so zurückblicke in meinem Leben und meiner Geschichte, habe ich schon erlebt, dass Gott mich nicht nur durch sein Wort geleitet hat, sondern dass er durch Umstände, Ereignisse, Fügungen oder auch eine Abfolge von Dingen mir etwas klar gemacht hat?“ Überlegt kurz: Wer würde sagen „Ja, habe ich schon erlebt.“
Ja, also da sind wir so bei 70 Prozent – vielleicht würde ich schätzen. Also haben viele von euch schon erlebt.
Unter Christen habe ich den Eindruck, dass man am häufigsten hört: "Gott hat mir eine Tür geöffnet" oder "Er hat eine Tür zugemacht."
Ich habe dann überlegt, woher das eigentlich kommt, und habe mal so ein bisschen im Internet recherchiert. Tatsächlich findet man solche Aussagen in dieser Art:
Zum Beispiel die englischsprachige Gemeinschaftsphrase: „God will open one door when he closes another“ („Gott öffnet eine Tür, wenn er eine andere schließt“).
Oder ein Sprichwort – ich glaube, das war in einem nicht religiösen Kontext: „Wenn Gott dir eine Tür zuschlägt, öffnet er dir ein Fenster.“
Und ich habe sogar ein relativ aktuelles Buch von 2016 entdeckt: John Ortberg, *Die Tür ist offen – Gottes Chancen ergreifen*. Dem Umfang nach circa 300 Seiten scheint John Ortberg dazu eine ganze Menge zu sagen über die offenen Türen Gottes.
Dann habe ich überlegt: „Gibt es dazu auch irgendwas in der Bibel? Oder ist das einfach eine Weisheit, die sich im Laufe der Zeit entwickelt hat?“
Tatsächlich gibt es ein paar Dinge, die schon in diese Richtung klingen. Am bekanntesten vielleicht:
„Ich habe vor dir eine Tür aufgetan, die keiner schließen kann.“
„Du bist nicht stark, aber hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet“ (Offenbarung 3:8).
Und bei Paulus kommt es ein paar Mal so ähnlich vor:
„Ich werde in Ephesus bleiben, denn eine große und wirksame Tür ist mir geöffnet worden.“
Paulus macht es noch an zwei anderen Stellen – einmal im Kolosserbrief, einmal im zweiten Korintherbrief – wo er in etwa immer sagt: „Gott oder der Herr hat mir eine Tür geöffnet für das Wort oder für das Evangelium.“
Also gibt es zumindest schon mal ein paar Anhaltspunkte, dass dieses Reden von der offenen und geschlossenen Tür durch Gott nicht sozusagen ganz aus den Fingern gesaugt ist. Es gibt zumindest ein paar Indizien in diese Richtung.
So, dann habe ich überlegt: „Was sind denn große oder bekannte Geschichten, wo man sagen könnte: Ja, da gibt es irgendwie eine auffallende Rolle von Umständen?“
Du hast gesagt, im Alltag seien das oft die kleinen Dinge – vollkommen richtig. In der Schrift aber ist es oft so, dass Gott das sehr dramatisch malt. Ich meine, er macht das oft, weil die Dinge, die uns dramatisch vor Augen geführt werden, bei uns erstmal besser haften bleiben und dann das, was haftet bleibt, in unseren Alltag runterbrechen.
Also: Was gibt es denn für Beispiele, wo Gott durch Umstände handelt – seinen Willen zur Realität bringt?
Ich habe mal vier Beispiele genommen:
1. Die Josefsgeschichte (1. Mose 37 bis 50)
2. Die Geschichte von Esther (die Königin wird – zehn Kapitel, auch ein ganzes Buch)
3. Jonah (ein kleineres Büchlein mit kurzen Kapiteln: Jonah 1 bis 4)
4. Paulus – das Schluss-Szenario ab seiner Verhaftung, der dramatische Schiffbruch und wie er dann nach Rom kommt
Auch bei Paulus spielt eine große Rolle von den Umständen.
Zumindest zwei dieser großen Geschichten will ich mal mit euch anschauen und da durchflitzen. Ich habe beim Predigt schreiben gemerkt: „Ich habe mir viel vorgenommen.“ Aber wir werden sehen.
Also, fangen wir an mit Jonah – ganz grob skizziert (auch wenn die allermeisten natürlich kennen werden).
Es beginnt mit einem Auftrag Gottes: „Böses zu verkünden.“
Jonah sagt: „Danke, nein!“ Dann als nächstes: Schiff und Sturm.
Das Schiff – vielleicht etwas, wo Jonah denkt: „Vielleicht hat es Gott doch anders gemeint. Da ist ja gerade so ein Schiff, das in die für mich richtige Richtung fährt.“ Und dann natürlich der dramatische Sturm – eindeutig irgendwie ein Umstand.
Dann wird ein Los geworfen – etwas, wo versucht wird, den Willen Gottes zu verstehen. Dann sieht Jonah seine Schuld ein. Die Seeleute sind ethisch hoch korrekt und wollen ihn nicht ins Meer werfen. Der Sturm wird zum Orkan, noch heftiger – schließlich ab ins Meer.
Sondern dann natürlich anders: super dramatisch – der Fisch, der ihn verschluckt; der Lobpreis; dann geht er, hält seine Bußpredigt und dann im Grunde genommen auch ein Umstand: eine vollkommen unerwartete Reaktion dieser Leute in Ninive.
Den Rest kennt ihr: Das missfällt Jonah sehr. Dann versucht Gott noch mal – er schickt ein paar Umstände: den Rizinus, der super wächst; den Wurm, der ihn angreift; den heißen Wüstenwind, der kommt; die Sonne, die ihm aufs Gehirn sticht.
Jonah ist endgültig fertig und will nichts mehr mit Gott zu tun haben. Gottes Erbarmen wird noch mal erklärt.
Also auch hier kein kleines dezentes Kreuzchen – sondern schon ziemlich auffallende Umstände: der Sturm, das Los, der Orkan, der Fisch, diese Totalumkehr, der Rizinus, der Wurm, der Wüstenwind, die Sonne und so weiter. Also schon eine Menge phänomenale Umstände, die Gott hier anhäuft.
So, jetzt ist die Frage: Wer versteht denn eigentlich in dieser Geschichte, was Gott durch seine Umstände sagen will?
Jonah müsste das ja eigentlich alles verstehen können – denn er bekommt ja hier sozusagen am Anfang noch die wortreiche Erklärung:
„Mach dich auf, geh nach Ninive in die große Stadt und rufe gegen sie aus: dass ihre Bosheit vor mir aufgestiegen ist wie ein übler Dunst.“
Also eigentlich hat er sozusagen den Deutungshorizont. Er hat nicht nur Umstände – er hat auch vorher was Gott will.
Aber wer kapiert als erstes was? Die heidnischen Seeleute!
Sie sehen diesen ungewöhnlichen Sturm und kapieren: „Irgendwas ist faul mit diesem Sturm.“ Jeder ruft zu seinem Gott. Also sie kapieren, dass der Umstandssturm etwas mit Gott zu tun hat – auch wenn die natürlich alle möglichen Götter hatten.
Aber das haben sie schon mal verstanden. Dann war ihnen auch der Gedanke: „So was Übles kann was mit Schuld zu tun haben.“ Dieser Deutungshorizont war ihnen auch vertraut. Sie sagten: „Hinter so einem Sturm kann es Schuld von einem von uns stecken.“
Sie werfen das Los – es fällt auf Jonah.
Und dann sagt er ihnen: „Ich glaube an den Gott des Himmels, des Meeres und der Erde.“ Da sind die ganz fertig. Weil da sagen sie: „Also wenn du gegen den was gemacht hast und der schickt diesen Sturm, da sind wir komplett im Eimer.“
Also sie verstehen auch noch etwas sozusagen von Gott und seiner Allmacht – und sie verstehen, dass es eigentlich eine Schuld ist, ihn ins Wasser zu werfen. Sie sagen: „Gott vergib uns unsere Schuld!“
Also die heidnischen Seeleunte verstehen aus diesen Umständen des Sturms eigentlich am allermeisten.
So auch Jonah muss man sagen – versteht den Sturm. Denn er sagt: „Nehmt mich, werft mich ins Meer, so wird das Meer euch in Ruhe lassen. Denn ich weiß, dass dieser große Sturm um meinet Willen über euch gekommen ist.“
Die Seeleute werfen ihn dann final ins Meer – und wieder verstehen sie etwas: Der Sturm erlischt – sie bringen Gott Opfer und Gelübde.
Also die können die Umstände sehr, sehr gut lesen. Auch Jonah ist im Fisch – und er versteht das Ganze als Reden Gottes. Er preist Gott für seine Schuld – und tatsächlich, wie wir wissen: Er wird ausgespuckt.
Geht nach Ninive, verkündigt Untergang – die Leute kehren um – und dann passiert nichts.
So auch den Umstand, dass nichts passiert, kann Jonah theologisch korrekt deuten. „Ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und von großer Gnade und das Unheil dich rächt.“
Gott handelt nicht – auch ein Umstand. Jonah kann es deuten: Er weiß, warum Gott kein Gericht schickt. Aber es ist ihm zutiefst zuwider, dass Gott so krass handelt und dann nichts passiert. Er einfach schlichtweg gnädig ist.
So Gott stellt ihm dazu nur eine kurze Frage:
„Ist es recht von dir, zornig zu sein?“
Und dann schickt er Jonah noch mal fünf Umstände: den Rizinus, der aufwächst – Schatten und Freude spendet; den Wurm, der ihn annagt; das rapide Verdauern des Strauches; einen heißen Ostwind; die stechende Sonne.
Und nachdem Gott dieses ganze Arsenal von Umständen aufgefahren hat, erläutert er ihm sogar noch mal, was er ihm damit sagen will:
„Ist es recht, dass du wegen des Rizinus zornig bist? Ja, sagte Jonah zornig bis zum Tod.“
Und dann kann man hier übersetzen: „Mach nicht alle so – aber du hättest gerne den Busch geschont, obwohl du nichts getan hast, um ihn entstehen zu lassen. Er wuchs und verging in einer Nacht. Nineveh aber hat über 120.000 Einwohner, die links und rechts nicht unterscheiden können – dazu noch viele Tiere. Sollte ich eine so große Stadt nicht verschonen?“
Jonah versteht Gottes Reden durch den Sturm und durch den Fisch. Er kann die ausbleibende Vernichtung theologisch korrekt mit der Barmherzigkeit Gottes deuten.
Aber am Ende dieser Geschichte bleibt offen, ob er Gottes Frage nach der Berechtigung seines Zorns – ob er Gottes Handeln durch die Umstände, trotz einer breiten wortreichen Erklärung – auch nur ansatzweise versteht. Und es scheint, er versteht die Umstände; er versteht das Theologische dahinter – aber letztlich bleibt ihm, was Gottes Motiv dahinter ist, verschlossen.
Was kann man denn aus dieser Geschichte von Jonah lernen über Gottes Reden durch Umstände?
Mir kam folgender Gedanke: Wie Jonah haben wir auch in einer großen breiten Gotteswort-Basis. In der Bibel – Heilige Schrift – wo wir drin sind, drin lesen; viele Dinge, die uns bekannt sind.
Wir wissen zum Beispiel von Gottes Barmherzigkeit. Wir wissen so, was die Hauptströme von Gottes Wesen, von seinem Willen sind. Wir wissen vieles: wie man den Willen Gottes erklären kann.
Aber meine Frage ist: Ob wir – wie Jonah – manchmal die Umstände, durch die Gott zu uns reden versucht, plus sein Wort nicht verstehen, weil wir im tiefsten Herzen nicht auf sein Wesen einlassen?
Denn diese ganze Geschichte kann man letztlich nur verstehen, wenn man selbst ein barmherziges Herz bekommen hat. Wenn die eigene Wesensprägung durch Leben, durch Wort, durch Umstände zutiefst eine barmherzige geworden ist – dann kann man dieses komplexe Reden Gottes und auch die eigenen Einseitigkeiten darin verstehen und erfassen.
Also wenn ihr manchmal – ich sage mal – Umstände seht und auch Worte Gottes dazu, aber es ist wie eine Wand oder etwas, wo ihr nicht weiter kommt: Kommt noch mal vor Gott und fragt ihn, ob sozusagen etwas im Innersten gibt, wo ihr noch nicht parallel mengenmäßig überschnitten seid mit ihm – sondern wo Geschichten der Prägung, der Ursprungsfamilie, falsche Frömmigkeit euch letztlich verschließen, zu verstehen, was Gott euch sagen will.
So, an diesem Punkt der Predigt merkte ich: „Jetzt noch Josef – ausführlich, dann wird es eine lange Predigt. Drum machen wir Josef kurz.“
Auch die Josefsgeschichte in kurzen Stichworten:
Familie – interessante Familie; Mutter gestorben, Vater alleinerziehend; sein Lieblingssohn; Verwöhnungsstrukturen; der bunte Rock; die Träume dazu und die Reaktionen der Brüder und des Vaters.
So, dann geht es bekannterweise weiter: Der Auftrag des Vaters – man könnte sagen, so ein bisschen wie ein Spitzelauftrag. Die Mordabsicht der Brüder, die ihn in die Zisterne schmeißen (die Gott sei Dank trocken ist). Dann beginnt diese dramatische Reihenfolge: als Sklave nach Ägypten; er kommt zu Potiphar – es heißt, er erwirbt Potiphars Gunst.
Dann wieder dramatisch: Anschildigungen durch die Frau und wieder Gunst im Gefängnis. Dann weniger erfreulich: Gefängnis, erfolgreiche Traumdeutung, Wiedergefängnis. Dann Pharaos Traum – einer der beiden erinnert sich; die Deutung – und dann kommt dieser dramatische Machtaufstieg zum zweiten Herrscher Ägyptens.
Sieben gute Jahre, sieben schlechte Jahre (die Hungersnot); die Brüder reißen zweimal an – und dann beginnt sozusagen die Lösungsgeschichte. Er offenbart sich; es kommt zu Vergebung, zu Versöhnung; die ganze Familie kommt nach Ägypten – die Krise sozusagen klingt dort aus.
Also im Grunde genommen eine ganze Lebensgeschichte.
So, was ist an dieser Geschichte anders als an Jona?
Zum einen natürlich: Sie ist wirklich eine Lebensgeschichte. Eine Geschichte mit Gottes Handeln durch Umstände, die sich über Jahrzehnte zieht.
Und entscheidend anders ist: In dieser ganzen Geschichte gibt es für Josef keinerlei wortreiche Reden Gottes. Also nicht wie bei Jona – irgendein Auftrag, irgendeine Erklärung, irgendeine Erläuterung.
Josef erlebt nur die Umstände; er erlebt keinerlei Reden und Erklären von Gott dazu.
Und selbst der Traum am Anfang wird nicht als ein Traum von Gott beschrieben oder definiert. Später heißt es ein paar mal so leicht angedeutet: Potiphar versteht, dass Gott mit Josef ist; der Gefängniswärter versteht, dass Gott ihm Gelingen schenkt; Josef weiß, dass der Traum des Pharaos von Gott kommt; der Pharao versteht, dass Gottes Geist in Josef wohnt – aber das alles nur sehr dezent eingestreut in dieser jahrzehntelangen Geschichte.
Die entscheidende Deutung seines Lebens kommt von Josef selber. Er sagt nämlich ganz am Schluss (und da ist ein Fehler drin – das heißt nämlich 1.Mose 50:20): „Ihr habt Böses gegen mich im Sinn gehabt. Gott aber hatte Gutes im Sinn, um zu erreichen, was heute geschieht: ein großes Volk am Leben zu erhalten.“
Das heißt: Josef kann – aber erst in der Rückschau nach Jahrzehnten – diese verworrenen, heftigen, erstaunlichen Fügungen und Umstände seines Lebens als ein Handeln Gottes mit einer Absicht deuten.
Und was lernen wir daraus aus dieser wirklich krassen Geschichte?
Weder Josefs Familienkonstellation (die sehr speziell war), noch der Zorn seiner Brüder, noch das Exil in dem fremden Land, noch falsche Anklagen, noch Gefängnis, noch eine immense Hungerkrise – konnte Gott davon abhalten, mit Josef genau das zu tun und das zu erreichen, was er wollte.
Und diese Verheißung gilt auch für uns. Wir denken manchmal: „Das ist alles irgendwie so schräg auch und verworren und undurchsichtig auch im eigenen Leben.“ Da kann doch Gott letztlich gar nicht mehr drin stecken – und was draus machen?
Die Geschichte hier sagt: Nein, selbst so etwas Dramatisch-Schräges und Wildes – mit Gefängnis, mit allem Möglichen, mit falscher Anklage – hindert Gott nicht, genau zu seinem Ziel zu kommen. Und hindert auch nicht, dass Josef versteht, was Gottes Wille und Gottes Absicht dabei ist: nämlich Gutes zu wirken und ein ganzes Volk zu retten.
Aber anders eben als bei Jonah: Verstehen kann Josef im tiefsten Herzen, was Gott will.
Und ich sehe zwei Hinweise, warum er im Gegensatz zu Jonah verstehen kann:
Er begegnet nämlich ganz am Schluss – als sein Vater schon gestorben ist und die Brüder wieder Angst vor seiner Rache haben – ihnen mit folgenden Worten: „Fürchtet euch nicht. Stehe ich denn an Gottes Stelle?“
Und dann kommt dieser Satz:
„Ihr habt Böses gegen mich im Sinn gehabt, Gott aber hat Gutes, hatte Gutes im Sinn, um zu erreichen, was heute geschieht: ein großes Volk am Leben zu halten.“
Er kann Gottes Reden deuten – weil er sich aus dem Mittelpunkt nimmt. Weil er sich eben nicht an die Stelle Gottes setzt und Rache und Ausgleich und Wiedergutmachung machen muss, sondern weil er sagt: „Bin ich denn Gott, dass ich euch nicht vergeben sollte?“
Und ich glaube, das ist sozusagen ähnlich wie in Jonah – nur das Gegenteil. Jonah kann nicht verstehen, weil er nur sich und seinen Zorn und seine Wut und sein Ärger im Mittelpunkt sieht und sich auf diesen Wesenszug Gottes nicht einlassen will.
Joseph versteht, weil er sich außerhalb des Mittelpunkts nimmt – und weil er mit dem, was er macht (Vergebung trotz dieser krassen Geschichte), zutiefst dem Willen Gottes entspricht.
Ich lade euch ein: Guckt nochmal über die Führung Gottes durch Umstände in eurem Leben. Und wenn ihr an so Punkten seid – ich sage mal – vor einer Mauer, überlegt mal diese zwei Geschichten und bittet Gott einfach und fragt ihn:
„Wenn das so ist, dass ich in irgendeiner Weise mich zu sehr dann noch in den Mittelpunkt rücke oder: Vater, verweigere ich dir und deinen Herzenswesenszügen – dann zeig mir das.“
Und ich bin gespannt, ob sich dann auch euch manches für Umstände und Fügungen in eurem Leben auftun wird – wie das bei Josephs geschah, obwohl Gott nie dazu was gesagt hat.
Amen.