Wenn Gott spricht... und wir hören und handeln?!
Predigt

Wenn Gott spricht... und wir hören und handeln?!

Peter UnsinnPeter Unsinn
Sonntag, 23. März 2025 · 10:00 Uhr
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Transkript

Zum Mitlesen oder gezielten Springen zu Passagen.

Guten Morgen. Ich begrüße euch zur Predigt und wie ihr schon gehört habt, kommen wir heute zum Abschluss unserer Predigtreihe "Wenn Gott spricht". Ich habe gedacht, manchmal ist es ja gut auch zurückzuschauen und zu sehen, was in den letzten Wochen alles gewesen ist, was wir gehört haben – wie Gott redet. Also: Wir haben angefangen mit der Frage, was passiert, wenn Gott spricht? Er erschafft Dinge, er zeigt uns, wer er ist, und es wird immer persönlich. Gott ruft durch sein Wort Realitäten in Existenz. Er offenbart sich, damit wir begreifen, wer er ist – und bei seinem Reden geht es immer auch ganz persönlich um uns. Dann: Wenn Gott spricht, so sagt Gottes Wort befreit, verwandelt und prägt. Da haben wir gehört, dass Gott eben nicht nur aktuelle Wegweisungen gibt (sozusagen von Etappe zu Etappe oder Frage zu Frage), sondern dass sein Wort und sein Reden uns natürlich auch auf Dauer grundlegend befreien, verwandeln und sein Wesen – oder Jesu Wesen – tief in uns prägen soll. Wie bei so einem geprägten Autokennzeichen. Dann haben wir gehört: Wenn Gott spricht, gibt Gottes Wort uns aktuelle Antworten. Also: Gott will uns natürlich auch in Fragen, die uns aktuell bewegen, in Dingen, die durch unseren Kopf gehen, in Entscheidungen, vor denen wir stehen – durch sein Wort konkrete Entscheidungshilfen oder Antworten geben. Dann: Wenn Gott durch seine Schöpfung spricht. Gott baut uns durch seine Schöpfung aus. Wir können einfach Grundzüge seines Wesens in der Schöpfung erkennen, sie übernehmen – und er ermutigt uns, inspiriert uns natürlich durch seine Schöpfung ganz stark. Dann: Wenn Gott durch Umstände spricht. Gott gebraucht Lebensumstände, um uns Wegweisung und eine Richtung zu geben. Da haben wir Josef zum Beispiel gesehen, dessen Lebensumstände ja chaotisch und gar nicht überblickbar sind – letztlich genau das bewirken, was Gott will: Er verändert sich, er wird reif, und ein ganzes Volk wird dadurch gerettet. Dann: Wenn Gott durch seinen Geist spricht. Jesus gibt uns den Geist als seinen Stellvertreter bis zum Ende der Zeit. Und der Heilige Geist, haben wir gehört, aktualisiert und konkretisiert Gottes Willen in unsere Situation, in unsere Zeit – sowohl was sein Wort angeht (dass wir das für unsere Zeit verstehen), als auch dass der Geist uns aktuell Wegweisung geben kann. Dann: Wenn Gott prophetisch redet. Dann reden Menschen, indem sie etwas von Gott innerlich empfangen: Ein Wort, eine Wegweisung, eine Sicht auch für Dinge, die kommen – für Herausforderungen. Und wir haben gehört, dass dieses prophetische Reden im Neuen Testament in erster Linie ein Reden ist, was andere aufbauen soll, ermutigen soll oder eben auch Hilfe spenden soll. Wir haben gehört: Prophetisches Reden darf immer gemeinsam geprüft werden und es soll eine Auswirkung haben – es soll lernen, es soll Veränderungen bewirken. Dann: Letzten Sonntag – wenn Gott durch Boten spricht. Die vielen Geschichten, wo er Engel schickt, anscheinend oft so massiv, um zu Menschen durchzudringen – aber zu uns versucht er genauso durchzudringen. Sind das aber wahrscheinlich eher selten Engel, sondern ganz oft Menschen, die uns Trost, Ansporn, Ermahnung, Ermutigung oder Hilfe geben. Und auch manchmal: dass Gott uns, ohne dass er es explizit sagt, einfach durch andere Menschen wirklich guten Rat gibt. Dann: Wenn Gott durch Träume und Visionen spricht. So – wer jetzt sagen würde: "Ja, an die erinnere ich mich besonders gut – die gab es nicht." Also das wäre noch eine mögliche neunte Predigt gewesen, aber da blieb es bei einer Vision, dass man auch darüber predigen könnte. So: Dieser Überblick zeigt, in welch vielfältiger Weise Gott wirklich reden will. Er will mit uns kommunizieren. Und die Frage ist jetzt: Wie gehen wir denn mit diesem Reden Gottes um? Und da heute ein Versuch, so ein paar wie so Geländer oder Sicherungsseile zu geben – wie wir mit dem Reden Gottes gut umgehen. Paulus gibt mal, als er die Gemeinde in Korinth besucht (oder mehrfach anschreibt), da überträgt er ein biblisches Prinzip, bei dem es eigentlich aus der Rechtsprechung kommt. Er sagt im zweiten Korintherbrief: "So komme ich jetzt zum dritten Mal zu euch." So steht es ja auch geschrieben: "Aufgrund der Aussage von zwei oder drei Zeugen wird jede Angelegenheit bestätigt." Also er nimmt dieses Prinzip, was eigentlich aus einem ganz anderen Bereich kommt – und sagt: "So mache ich es jetzt auch mit euch. Also jetzt zum dritten Mal sage ich euch noch mal die entscheidenden Dinge." Und viele Prediger oder auch Bibellehrer haben diesen Grundsatz auch für das Reden Gottes übernommen und auch für die Auslegung der Bibel. Also: Wir sollen zum Beispiel nicht in der Schriftauslegung auf einzelnen Stellen – wo es eine einzelne Stelle zu einem Thema gibt (meistens dann auch deswegen schwer verständlich) – auf so einer Stelle ein großes Lehrgebäude aufbauen. Passiert manchmal leider in der Geschichte der Christenheit und führt eigentlich immer komplett in die Irre. Sondern: Auch schon bei der Schrift ist es so, dass Bibellehrer sagen: "Nein – etwas muss auch in der Schrift möglichst zwei- oder dreimal vorkommen" (oder sozusagen sich gegenseitig bestätigen und erklären). Und erst dann eigentlich soll man das entfalten. Und so ähnlich kann man das mit dem Reden Gottes machen. Ich habe es mal folgendermaßen formuliert: Es ist ratsam – in Klammern zwingend – dass Gottes Reden sich mehrfach bestätigt und wir das für uns dokumentieren. Also: Warum denn diese Spannbreite von "ratsam" bis "zwingend"? Also wenn ihr euch zum Beispiel im Lauf des Tages, wie immer eure Gewohnheit ist, Zeit nehmt zu beten oder Gottes Wort zu lesen – und in dieser Zeit werdet ihr zum Beispiel durch ein Losungswort ermutigt und inspiriert jemanden zu besuchen, ihm zu helfen, ihm eine kleine Ermutigung zu schicken: Dazu braucht ihr natürlich nicht ein mehrfaches Reden Gottes nach dem Motto "So jetzt Herr – bestätige das doch bitte noch zwei-, dreimal am Tag, damit ich das weiß." Nein, das ist ein Reden wie ein Grundauftrag aus Gottes Wort und das tun wir einfach. Aber manchmal ist es trotzdem hilfreich: ihr macht euch eine Notiz im Handy oder so einen kleinen Sticker irgendwo – denn oft verschwinden und verpuffen solche Impulse im Lauf des Tages, und das, was Gott uns zugeflüstert hat, geht dann unter. Also auch bei solchen Impulsen kurz notieren (wie es bei euch am besten klappt) – und dann werdet ihr erinnert: "Ah, ich wollte doch den und den oder die und die anrufen" oder was auch immer. So wenn ihr jetzt natürlich aber vor einer wirklich schwerwiegenden Entscheidung steht – also einer beruflichen Veränderung, eine Beziehung einzugehen, eine Eheschließung, den Impuls all euer Geld den Armen zu geben und in die Mission zu gehen – dann solltet ihr das nicht aufgrund eines einzelnen Traumes oder eines einzelnen Rates eines Menschen tun (oder weil vielleicht die Umstände da gerade eine Tür öffnen). Und auch nicht anhand eines einzelnen Wortes Gottes. Da finde ich ist es zwingend, dass ihr darauf achtet: dass Gott euch etwas mehrfach bestätigt. Ich finde zweimal mindestens – dreimal noch besser – und zwingend dabei ist meines Erachtens, dass bei diesem Reden Gottes auch sein Wort dabei ist. Also wenn jemand mir sagen würde: "Ich habe den Eindruck dieses und jenes zu tun – ich habe da einen Traum gehabt, das hat mir auch jemand geraten – und die Umstände deuten auch in diese Richtung" – wäre mir persönlich das zu wenig. Dem würde ich raten: Bitte Gott nochmal um Wegweisung aus seinem Wort, dass er dir das auch aus seinem Wort bestätigt. Also: Das müsstet ihr jetzt sehen: "Wunderbar – passt." Also: Dass Gottes Reden sich in verschiedenen Formen seines Redens bestätigt, ist immer gut. Wenn da verschiedene Arten dieser acht oder neun Arten zusammenkommen – aber wenn inklusive das Reden durch sein Wort dabei ist. Also zum Beispiel: Ihr hattet einen seltsamen intensiven oder konkreten Traum über einen Umzug oder einen Stellenwechsel und fragt euch vielleicht: "Kann das ein Reden Gottes zu mir sein?" Dann sollte so ein Traum durch anderes bestätigt werden. Aus Gottes Wort – dadurch, dass euch vielleicht oft ist auch so dann jemand unerwartet auf dasselbe Thema anspricht – oder ihr in ganz anderen Kontexten auf ähnliche Impulse stoßt. Gut ist es immer auch, wenn sowas unabhängig kommt. Also ich habe es mal und ich habe es oft so erlebt: dass wir nicht sozusagen das Thema ausbreiten in unserem Umfeld – und dann kommt natürlich irgendwas zurück dazu. Sonst wenn Impulse unabhängig (ohne dass wir das gestreut oder verbreitet haben) Dinge bestätigen. Zum Beispiel in der Vorgeschichte, wie wir hierher gekommen sind: gab es solche Dinge, die sich unabhängig bestätigt haben – als dann die Gemeinde irgendwann final vor der Tür stand und anfragte. Also das ist immer gut: mehrfache Bestätigung, am besten auch unabhängig voneinander – und idealerweise immer bitte auch ein Wort Gottes dabei. Und natürlich auch das Ganze kann und darf nicht dem Willen Gottes widersprechen. Das ist eindeutig. Also wenn ich jetzt den Impuls hätte: mit einer schönen 35-jährigen Missionarin nach Afrika zu gehen – dann wäre das schon mal höchst fraglich, denn ich bin verheiratet und es wäre ein klassisches Muster, wie ältere Herren das gerne so machen. Also da müsst ihr wirklich klug sein. Manches kommt auch in uns hoch, was wir gerne als Reden Gottes verbrämen – was ganz andere Wurzeln hat. Ich bin mit Maron über etwas gestolpert, als wir für 60+ den Vortrag zu Georg Müller gemacht haben: dem sogenannten Weißenhausvater von Bristol. Das war ja definitiv ein Mann des Glaubens. Der hat nie um Dinge gebeten im Sinne von an Menschen – er hat nie Spendenaufrufe gemacht, hat aber am Schluss etwa 2000 Weißenkinder in 5 Häusern betreut und etwa 500-600 Mitarbeitern gehabt. Und alles, was die brauchen, haben die immer nur durch Gebet sozusagen erbeten – das, was von Menschen ohne direkte Aufforderung kam. Aber trotzdem habe ich bei diesem Mann etwas sehr Interessantes gefunden: wenn er vor Entscheidungen stand, hat er sich (obwohl er definitiv ein Mann des Glaubens war und die Dinge von Gott erbeten hat) ausführliche Pro- und Kontralisten gemacht – wenn er vor einer Frage stand. Also ich habe eines gesehen, wo er vor der Frage von einem Weißenhaus-Bau stand – da hat er wirklich akribisch gelistet: * Was hat Gott zu mir im Bezug auf Weißenhäuser vorher schon gesagt? * Was wurde mir jetzt gesagt? * Was spricht auch für die Weißenkinder dafür, neu zu bauen? * Was kommt von Menschen zurück? * Was ist gesunder Menschenverstand? Er hat zum Beispiel auch miteinbezogen: dass den Nachbarn einfach an gemieteten Häusern diese Dutzende oder dann Hunderte von Kindern einfach unheimliche Alltagsbelastungen gemacht haben. Er hat miteinbezogen und gesagt: "Es ist nicht okay, wenn die Nachbarn so gestresst werden – weil unsere Häuser mitten in dem Wohngebiet sind – und weil die Kids einfach keinen Platz haben, wo sie spielen können." Also der hat wirklich klug, akribisch Gottes Reden aufgelistet, Umstände aufgelistet, in die Vergangenheit geschaut – auch einfach: ich sage mal generell nach Gottes Wort geguckt (was ist gut Menschen gegenüber) und hat dann Entscheidungen getroffen. Und an seiner Geschichte kann man sehen: der hat wirklich sehr weise und gute Entscheidungen getroffen. So, das nächste: Es ist zwingend, dass Gottes individuelles Reden zu uns nicht seinem Reden in der Schrift widerspricht. Hab ich euch schon ein kleines Beispiel gemacht. Es ist mir klar, dass an dieser Stelle natürlich die Frage aufkommt: "Ja – was heißt das denn, dass es nicht der Schrift, dem Reden in der Schrift widerspricht?" Und das natürlich dann auch immer eine gewisse Breite aufkommt, in der wir das Wort Gottes sozusagen auch erwägen, miteinander diskutieren. Aber ich glaube: Wir dürfen nicht zu schnell in diese Diskussionsebene flüchten. Manchmal wird das auch wie eine Entschuldigung – dass man dann sagt: "Ja, aber das Wort Gottes sagt auch da in der ganz großen Breite und so." Ich denke: Wir sollten bei den Dingen anfangen, wo es ziemlich klare oder sogar eindeutige Wegweisungen gibt. Also nehmen wir mal als provokantes Beispiel: Ein Mensch in irgendeiner Gemeinde hat den Eindruck: Gott sagt ihm, den Zehnten nicht mehr zu geben – weder in die Gemeinde noch in das Reich Gottes. So dann kann der natürlich jetzt Gott bitten: "Bestätige mir das mehrfach" – und vielleicht würde er das auch subjektiv so erleben. Aber es ist natürlich von der Schrift her höchst fraglich meines Erachtens ein No-Go, dass Gott so etwas bestätigen könnte. Denn: Also haben wir mal letzten Sommer gehört, wenn wir die alttestamentlichen Zehnten addieren – dann kommen wir auf stattliche 23%, die die Leute damals im Alten Testament als Zehnten abgegeben haben. Also selbst im Alten Testament ist das angedeutet und er ist noch dazu deutlich höher als die Praxis, die sich dann herausgebildet hat. Das heißt: Da haben wir schon mal ein Problem – zumindest mit dem Alten Testament, das einfach fallen zu lassen. Und auch wenn ich ins Neue Testament gehe und sage: "Ja, das ist ja alles Altes Testament und das gilt ja heute gar nicht mehr" – dann würde das Neue Testament mir sagen: "Du bist ein Verwalter Gottes. Du bist nicht der Eigentümer. Du verwaltest das, was Gott dir anvertraut hat." Und der Besitzer darf sagen, was mit dem Anvertrauten gemacht wird – und zwar mit allem Anvertrauten. Also wäre das ein subjektiver Eindruck, den der Betreffende vielleicht auch bestätigt sieht – aber ich oder wir müssten sagen: "Lieber Freund, wenn wir gemeinsam in die Schrift schauen, dann wird das plötzlich sehr unrund oder sehr schwierig oder falsch, was du da meinst von Gott zu hören." So jetzt ein Schritt weiter. Ich weiß nicht – im Sonntagsbrief ist glaube ich der Titel schon mit Fragezeichen drin: "Wenn Gott zu uns spricht und wir hören und handeln" – dahinter ein Fragezeichen. Also jetzt will ich mal auf das Fragezeichen den Schwerpunkt legen. Also dass Gott zu uns spricht – und das auch in einer breiten Weise – und das auch will, ich glaube: Das sollte in den letzten Wochen deutlich geworden sein. Aber umgekehrt: Wie ist es denn mit unserem Hören bestellt? Denn Gottes Sprechen jetzt mal vereinfacht gesagt nützt ja nichts oder es bewirkt dann vielleicht anderes – wenn wir nicht hören auf das, was Gott uns sagt. Und Jesus gibt dazu am Ende der Bergpredigt eine seiner klaren, konzentrierten Wegweisungen: "Wer meine Rede hört und sie tut, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute." Matthäus 7. Also Jesus sagt ganz schlicht: Tut das, was ihr von mir in Worten gehört habt. Und das gilt glaube ich nicht nur für die Hörer, die das damals nach der Bergpredigt gehört haben – sondern ich meine: Das ist eine bleibende Aufforderung. Tut das, was ihr zum Beispiel aus meinem Wort hört. Und er sagt: Hören und Tun können untrennbar zusammen und sie ergeben ein festes Fundament für euer Leben. Ihr wisst: Jesus hat dahinter auch noch was zum Hören und nicht Tun gesagt – nämlich: "Wer meine Rede hört und sie nicht tut, gleicht einem Narren, der sein Haus auf Sand baute. Als Platzregen fiel, Wasser strömten, Stürme tobten und am Haus rüttelten, da rüttelte es völlig ein." So, nun stehen diese Wegweisungen Jesu zum Hören und Tun am Ende der Bergpredigt. Und die ist voll von solchen konzentrierten Kraftworten Jesu. Wo wir bei jedem Einzelnen überlegen können: Das sagt er – wir hören es, wir lesen es – wie ist es mit unserem Tun? Also zum Beispiel: * Ihr seid das Salz der Erde, das Licht der Welt – und erklärt auch noch, was das bedeutet. * Oder eure Rede sei: Ja, ja; Nein, nein. Was dazwischen ist, ist von Übel. * Oder ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen. * Keiner von uns, ich nicht und ihr auch nicht. * Oder trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit. Und das ist nur die kleine Bergpredigt – und von ihr nur ein Bruchteil dieser massiven Worte. Wie ist es damit? Wie hört ihr? Wie sieht es mit unserem Tun aus? Nun: Es hat weder einen Zweck noch bringt es irgendeine positive Veränderung, wenn wir jetzt angesichts solcher Powerworte – die wirklich herausfordernd sind – anfangen uns gegenseitig kritisch zu beäugen und zu verurteilen: "Ja, ich sehe: Ach du – also du dienst ja wirklich dem Mammon." Oder: "Du trachtest wirklich nicht zuerst nach dem Reich Gottes." Oder wie immer das aussehen könnte. Denn dann würden wir nur entmutigt werden und wir würden individuell oder alle zusammen unser Unvermögen beklagen. Meines Erachtens ist nicht entscheidend, dass wir Dinge – wie die Jesus uns sagt – Worte noch nicht im vollen Umfang leben. Aber die Frage ist: Will die Richtung unseres Lebens dorthin? Ja, wenn Jesus sagt: "Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen." Und das ist in unserer Zeit super aktuell. Ist es dann so, dass ich sage: "Ja – das ist herausfordernd, aber da will ich hin. Ich will nicht, dass die Angst oder die Sorge um Geld und Besitz mein Leben bestimmt." Ja: Ich merke, dass mich immer wieder der Geiz packt – aber ich will freigiebig werden. Und das ist bei allen diesen Worten die Frage: "Ja, wir leben die noch nicht – und das ist auch erstmal noch nicht tragisch. Aber tragisch ist es, wenn wir nicht in diese Richtung wollen, wenn wir uns dem verschließen – dann beginnt das Ganze tragisch zu werden." Ja: Wir haben Predigten gehabt – Jesus ähnlich werden – und die Frage ist: Wollen wir das? Ja, und strecken wir uns danach aus, so gut wir es können. Die Zwanghaften unter uns müssen vielleicht aufpassen, dass sie sich dann nicht noch mehr unter Druck bringen. Und andere unter uns müssen aufpassen: dass sie nicht zu großzügig sagen: "Ja – ist ja alles schon irgendwie okay und in Ordnung, so wie ich meine Nachfolge lebe." So: Wir lieben Jesus als unseren Herren. Wir lieben es, dass er unser Erlöser ist, dass er uns die Sünden vergibt, dass wir die Gnade Gottes durch ihn erleben – dass wir die Vaterliebe Gottes durch ihn erleben. Lieben wir auch den Jesus: * Der uns deutliche Worte sagt. * Der der Herr aller Dinge ist. * Der der Eigentümer ist. * Dessent Verwalter wir sind. * Und der der Maßstab von allem Reden, allem Hören und allem Tun ist. Und Jesus ist der, der auch massive Ermahnungen ausspricht – und ich lese euch jetzt Stück für Stück eine vor: Die sagte nach seiner Auferstehung einer Gemeinde dort der damaligen Zeit. Und manche Ausleger sagen: Diese Gemeinden sind so aufgebaut, dass die letzte sozusagen unserer Zeit entspricht. Das sagt: "Dem Armen heißt der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes." "Ich kenne deine Werke – dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärst. Weil du aber lau bist – weder warm noch kalt – werde ich dich aus meinem Mund spucken." "Du sprichst: Ich bin reich, habe mehr als genug, brauche nichts." Ich finde unsere Gemeinde wirklich toll und ich liebe es hierher zu kommen – egal ob es ein Gottesdienst oder andere Dinge sind. Ja, immer ein paar von euch auch persönlich zu begegnen, die Gottesdienste zu feiern und auf vielen Wegen diese Gemeinde zu bauen – dass Gott sich freut. Aber was mir fehlt: ist, dass ich finde: Wir sind viel zu wenig gemeinsam am Fragen: "Jesus, wie sieht das denn in deinen Augen aus?" Sind wir mit dem Status quo einfach zufrieden? Haben wir uns zu sehr an die Art und Weise gewöhnt – wie wir unsere Nachfolge leben oder wie wir Gemeinde leben und bauen? So wie es hier heißt: "Jesus, sind wir zu satt und zu selbstzufrieden?" "Jesus, sind wir in deinen Augen lau, undefinierbar, irgendwo dazwischen?" Und ich glaube: Das sind Dinge, die kann man nicht einem anderen aufdrücken – sondern die müssen wir gemeinsam erringen. Indem wir von der Schrift und im Hören auf Jesus das hören, was er uns sagt – individuell oder als Gemeinde. Wo wir vielleicht einfach irgendwo so in so einem durchschnittlichen Flow dahin gleiten. Weiter: "Du weißt nicht, dass du elend, jämmerlich, arm, blind und bloß bist. Ich rate dir: Im Feuer geläutert das Gold von mir zu kaufen – damit du reich wirst." "Kaufe weiße Kleider und zieh sie an – damit nichts sichtbar wird, wie beschämend nackt du in Wirklichkeit bist." "Kaufe Salbe, deine Augen zu salben – damit du wieder sehen kannst. Die ich liebe, überführe ich und weise sie streng zurecht. Darum mach Schluss mit deiner Gleichgültigkeit und tue Buße oder eben kehre um." Ich glaube: Es steht uns nicht zu – und es wäre meines Erachtens sogar gefährlich, wenn wir (wie schon mal angedeutet) anfangen würden in der Gemeinde so Diagnosen unseres geistlichen Lebens bzw. des geistlichen Lebens der anderen abzugeben. Uns steht das nicht zu. Aber ich denke: Jesus darf die Fragen stellen. Er darf uns sagen, wo wir in seinen Augen elend, arm, blind sind. Er darf uns sagen, was uns fehlt – und was wir (wie er hier entfaltet) nur von ihm bekommen: Weiße Kleider, die Gerechtigkeit vor ihm zum Beispiel. Und weil er uns liebt: darf er eben auch sagen: "Mach Schluss mit deiner geistlichen Gleichgültigkeit und kehre um zu mir." Das letzte: "Merkest du nicht, dass ich vor der Tür stehe und anklopfe?" "Wer immer auf meine Stimme hört und die Tür öffnet – bei dem werde ich einkehren und das Mahl halten: Ich mit ihm und er mit mir. Wer überwindet, soll mit mir auf meinem Thron sitzen – so wie ich, nachdem ich den Sieg errungen habe, mit meinem Vater auf seinem Throne sitze." So, mit heute haben wir neun Sonntage jetzt miteinander gehört: dass Gott reden will und auf welche tollen verschiedenen Arten er mit uns redet. Ich weiß nicht – vor welcher Tür eures Lebens, vor welchem Bereich eures Lebens, welchen Zimmer Gott oder Jesus momentan steht und anklopft. Und ihr das spürt und merkt: Da will mir Gott was sagen. Aber wenn ihr das spürt: dass Jesus anklopft und euch auf Dinge angesprochen hat (oder anspricht) diese Tage – dann tut das, was er hier sagt. Öffnet ihm euer Herz. Lasst euch auf das ein, was er euch sagen will – egal ob er euch das durch sein Wort sagt, seinen Geist, prophetisches Reden, Umstände, Schöpfung oder auch Weisenrat. Öffnet ihm die Tür, hört auf sein Reden und beginnt zu tun. Amen.