Wonach trachtest du?
Predigt

Wonach trachtest du?

Tobias FischerTobias Fischer
Sonntag, 6. April 2025 · 10:00 Uhr
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Transkript

Zum Mitlesen oder gezielten Springen zu Passagen.

Ja, schönen guten Morgen auch von mir. Schön, dass du heute da bist. Hier im Sonntagsbrief steht das Thema "The Shocking Goddess" eben gerade gehört und ich bin mir sicher Pastor Unsinn hatte da auch was Tolles für vorbereitet. Nun stehe ich hier und die Petra sagte, haste nicht was mit Hoffnung. Ich konnte dem Wunsch leider nicht voll und ganz nachkommen, aber ich bin gestern bei meinen Eltern gewesen und bin auf einen Satz von Martin Luther gestoßen. Mein Vater hatte eine Tasse, eine Jubiläumstasse Martin Luther und da stand ein Zitat von ihm drauf. Das wollte ich gern mit euch teilen und so etwas die Brücke schlagen. Martin Luther sagt: "Hoffnung lebt in allen Dingen. Alles, was auf der Welt geschieht, geschieht in Hoffnung." Und unsere Hoffnung ist für mich zumindest vor allem sehr viel in Gottes Wort zu finden. Was wir hoffen können, worauf wir hoffen können – und so hoffe ich sehr, dass in dem Wort, was wir uns jetzt gemeinsam anschauen wollen, Hoffnung ist für jeden von euch. Wir haben es dahinten schon gesehen: "Wonach trachtest du?" mit dem Untertitel "Sollten Christen sorglos sein?" Ich bin da auf ein Thema gestoßen, ich hatte das schon mal bearbeitet, das ist ein paar Jahre her und ich dachte, es ist aktueller denn je. Wenn ich mich mit wem auch immer unterhalte, es geht ganz viel um Sorgen: Sorgen, was die Zukunft bringt; Sorgen um Beruf; Sorgen um Familie; Sorgen um Gesundheit. Und wir alle kennen das, wenn Sorgen unser Leben bestimmen. Wenn Sorgen uns blind machen für Hoffnung – Hoffnung, die Gott uns geben möchte. Und auch ich bin da ein persönlicher Betroffener, wie so viele, die das vielleicht auch kennen: habe auch ich schon nachts wach gelegen und mich gesorgt. David hat einmal in einem Psalm geschrieben: "Des Nachts liege ich", also sinngemäß, wörtlich weiß ich es nicht mehr – "des Nachts liege ich wach und sinne über dein Wort nach." Das ist mir leider noch nicht passiert, dass ich das nachts wach gelegen habe und über Gottes Wort gesonnen habe, sondern vor allem meine Sorgen. Meine Sorgen haben mich vom Schlaf abgehalten – so sehr wünsche ich mir das, wie David zu sein. Vielleicht kommen wir dem heute ein Stück näher. Und den Text: Es geht eigentlich um einen Vers nur, der ist entnommen aus der Bergpredigt, aus der sogenannten Grundsatzrede von Jesus, die niedergeschrieben ist im Matthäusevangelium. Und der Begriff "Grundsatzrede" erinnert mich persönlich daran, was wirklich wesentlich ist, was wirklich wichtig ist. Den Text kennt ihr alle, den habt ihr noch und nöcher gehört: Da geht es um die Blumen, die so schön gekleidet sind – und die Sorgen, die wir uns machen. Und wir sollen doch auf die Blumen schauen, denen geht es doch gut. Und die Vögel unter dem Himmel, sie ernten und sie sehen nicht. Und trotzdem versorgt sie Gott mit allem. Aber um den Text: Ich will nur einen Teil daraus nehmen, der für mich besonders wichtig ist – und der für mich in meinem Alltagsleben im Glauben, ja, den ich mir immer wieder versuche, vorzusprechen. Jesus spricht also vorher in dem Text in der Bergpredigt von dem Sammeln materieller Sicherheiten für uns im Leben. Das machen wir doch alle, oder? Wir sorgen vor für unser Leben. Schön blöd, wer das nicht macht. Der Zeitgeist heute: Jeder ist seines Glückes Schmied – lasst uns die Gelegenheiten ergreifen! Wir optimieren uns selbst nach Möglichkeit; unser Leben optimieren wir selbst nach Möglichkeit, indem wir gut planen, vorausschauen, planen und uns so vermeidbare Sicherheiten schaffen. Ich denke: Im Anbetracht des Weltgeschehens – was weltpolitisches Geschehen wird einmal mehr klar – die Sicherheiten, die wir geglaubt haben, sie stehen fest; sie können mit einem Mal weg sein. Das betrifft alles, was wir uns hier an materiellem Gut auf der Erde, auf dieser Welt verschaffen. Also zum Beispiel: Die Börsencrash in der letzten Woche – da sind Billionen verbrannt worden; da haben Leute einfach so ihre Sicherheit verloren. Was sagt uns denn die Bibel, wie wir damit umgehen sollen? Und ich lese diesen Text aus Matthäus 6, 24–34 nur in Auszügen: Da sagt Jesus: "Darum sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken werdet; auch nicht um euern Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als Nahrung und der Leib mehr als Kleidung? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit sollen wir uns kleiden? Mit all dem plagen sich Menschen, die Gott nicht kennen. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft." Und jetzt kommt der Vers, um den es mir heute morgen geht – der Vers 33: "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit; so werdet euch das alles zufallen." Und dann weiter in Vers 34: "Darum sorgt euch nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigenen Plagen hat." Die Sorgen, von denen Jesus hier spricht, sind existenzielle Sorgen – es geht um Essen; es geht um Kleidung. Und ich traue mich, vorauszusetzen: dass wir hier heute nur wenig mit diesen existenziellen Sorgen beschäftigt sind. Normalerweise wissen wir, was wir anziehen sollen. Wir haben ein Dach über dem Kopf. Wir haben genug zu essen. Dann könnte ich ja jetzt eigentlich gehen. Oder: Wir machen uns doch gar keine Sorgen mehr – müsste uns doch gut gehen. Ich schaue in betretene Gesichter. Nein, wir alle haben natürlich darüber hinaus noch viele andere Sorgen. Und heute sind die Sorgen andere, die wir haben: Es geht um Lebensvorsorge; sich zu organisieren. Es geht darum: Lebensschritte zu planen und vor allem zu kontrollieren – sei es in Beruf, in der Familie, in der Erziehung der Kinder. All das ist Ausdruck eines gesunden Menschenverstandes. All das ist Ausdruck des mündigen und selbstbestimmten Menschen. Man macht sich Gedanken über die Zukunft; plant; versucht möglichst Sicherheiten zu schaffen – dass diese Zukunft, wie man sie plant, auch eintritt. Nun sagte aber Jesus: Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben! Weiter sagt er: Nur Menschen, die Gott nicht kennen, lassen sich von solchen Dingen bestimmen (so in einer anderen Übersetzung). Meint Jesus damit vielleicht, dass Sorgen unchristlich ist? Oder das – wenn du dich sorgst, dass dein Glaube nicht stark genug ist? Sicherlich nicht. Um was es Jesus geht, ist: Was diese Sorgen mit uns machen und wie sie unsere Beziehung zu Gott beeinflussen. Und sie hat den Blick auf den hoffnungsvollen Blick auf Gott versperrt. Ich kann auch für mich sagen: Es gibt Momente im Leben, da nehmen mir Sorgen die Luft zum Atmen. Wie geht es dir damit? Erlebst du das auch – dass Sorgen so übermächtig sind, dass du sie überhaupt nicht abstellen kannst? Dass du dich immer nur um diese eine Sorge oder um diese vielen Sorgen drehst? Und es sind sicherlich berechtigte Sorgen. Und es gab mal eine Umfrage; ich weiß leider nicht mehr genau die Quelle. Ich habe es jetzt auch nicht mehr mir die Mühe gemacht, das rauszusuchen. Und da ging es darum: dass man mal erfassen wollte – wieviel Sorgen von den Sorgen, die wir uns denn so machen, wirklich wichtig und existenziell sind. Und es kam raus: dass in der Umfrage, dass im Prinzip 92% der Sorgen, die wir uns machen, zumeist unbegründet sind. Sie beruhen auf Ängsten; sie beruhen auf negativen Erfahrungen. Sie beruhen auf Dingen, die wir in der Zukunft mutmaßen – die aber niemals eintreten. Im Umkehrschluss bleiben dann 8% der Sorgen, die wirklich wichtig sind, existenziell sind. Aber was nützt uns das? 8% wirken manchmal wie 100% und führen zu einem ungesunden Zersorgen. Ich habe es gesagt: zu schlaflosen Nächten; zu einem Denken – einem sorgenvollen Denken, was unseren Alltag bestimmt und uns den Blick versperrt auf den allmächtigen Gott, der doch mit uns geht, der uns doch stützen möchte, der uns doch führen und leiten möchte. Wie kommen wir also dazu: Jesus beim Wort zu nehmen – wie es in Vers 31 heißt? Macht euch keine Sorgen; fragt nicht: Was werde ich essen? Was werde ich trinken? Was werde ich anziehen? Wie kommen wir dahin? Und die Kernaussage steht in dem Vers 33. Für mich steht sie in dem Vers 33 des Predigtextes. Sie ist für mich ein Schlüssel zum Verständnis der praktischen Umsetzung für das Wie: Wie komme ich dahin, dass die Sorgen, die ich mir mache, mir nicht den Blick auf Jesus – den Blick auf Gott versperren; dass ich getrost werden kann, dass er uns versorgt? Jesus sagt da in Vers 31: "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit." Und dann im Nebensatz: Und dann kriegt ihr alles andere auch noch sowieso mit. Aber da macht er den Punkt: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Das bedeutet also mitnichten so, dass wir einfach blauäugig in die Tat gehen sollen – Gott wird es schon richten; ich kann eh nichts machen; ich gucke mal. Also: Wir brauchen uns gar nicht zu sorgen. Nein, darum geht es nicht. Sondern: Wenn wir uns sorgen – welche Prioritäten setzen wir bei unseren Sorgen? Wie David – ich liege nachts wach mit meinen Sorgen – David wäre da mein gutes Beispiel; er liegt nachts wach und sinnt über Gottes Wort nach. Er setzt die Priorität, da seine Sorgen zu bündeln, indem er über Gottes Wort nachdenkt. Auf die Prioritäten kommt es an: Zuerst nach Gottes Reich trachten – danach, dass seine Gerechtigkeit in unserem Leben sichtbar wird; dass wir einen Unterschied machen in dieser Welt. Dann hat Jesus uns versprochen: Wird er uns auch mit allem anderen versorgen. Und dieses Wort "trachten" oder sich einsetzen – das ist nicht gemeint, dass wir zu 100% perfekte Christen sein müssen. Das ist nicht gemeint, dass wir alles immer 100% hinkriegen müssen und nur dann versorgt er uns. Darum geht es da überhaupt nicht. Im griechischen Originaltext heißt das Wort – ich kann es leider nicht genau aussprechen – ich kann also die Bedeutung dieses Wortes sagen: nach etwas suchen oder nach etwas trachten. Es kann auch heißen: etwas erforschen; oder etwas prüfen; oder etwas berücksichtigen; oder etwas erstreben. Das heißt also ganz konkret: Wenn wir danach trachten, dass wir bei unseren alltäglichen Entscheidungen zuallererst schauen – was ist denn eigentlich Gottes Meinung zu dieser Sache? Was will er denn eigentlich, was ich da mache? Was würde Jesus mir raten, was ich in dieser Situation tue? Und wieder: verzweifle nicht. Es geht nicht darum, dass wir 100% perfekt sind. Und der eine oder andere mag diese Situation schon gehabt haben – dass er eigentlich genau wusste, was Gottes Wille ist; und am Ende des Tages schauen wir zurück und sagen: Ich habe mich doch wieder meinen eigenen Weg eingeschlagen und habe Gott nicht 100% gegeben. Aber verzweifle daran nicht. Jesus verlangt das nicht von uns – sondern er möchte, dass wir die Prioritäten setzen; richtig setzen – und dass wir ihn zur Triebfeder unseres Handelns machen. Nicht unseren eigenen Willen, sondern Jesu Willen. Dass wir darin nicht perfekt sein können: Das sagt Jesus sehr, sehr klar in der Bergpredigt vorher. Dort definiert er jetzt einige Anforderungen – und er bezieht sich da zum Beispiel auf die zehn Gebote: Zum einen Beispiel über den Zorn in Kapitel 5 sagt er: Hier sagt Jesus, dass im Gesetz Moses steht: "Du sollst nicht töten." Er setzt aber die Latte gleich noch viel höher und sagt schon: Wer zornig ist – der wird gerichtet werden. Und Jesus fordert, dass wir, wenn wir zornig sind, nach Versöhnung trachten. Und wenn wir das reflektieren: Wer von uns kann denn sagen, dass er nicht zornig wird oder mal geworden ist über seinen Mitmenschen? Wir sind alle betroffen – alle. Es gibt nicht einen; glaube ich zumindest: Wenn das so ist – Glückwunsch! Aber es gibt nicht einen, der sagen kann: Nee, ich werde nicht zornig; ich töte nicht. Okay, aber zornig auf jemand werden – das geht ziemlich schnell. Oder eine weitere Anforderung: Sammelt keine Reichtümer, denn wo dein Reichtum ist, wo dein Besitz ist – da ist auch dein Herz. In anderen Worten: Hängt euer Herz nicht an Besitz und Geld! Und mal ganz ehrlich: Wie oft erliegen wir dieser Versuchung – Sicherheit zu sehen in einer Wohnung; in einer Versicherung; in unserem Job? All das kann mit einem Mal weggewischt werden. Oder ein letztes, für mich eins mit der schwersten: Liebet eure Feinde. Ja, wir sollen sogar für unsere Feinde beten – oder ich habe gehört: für die sollen wir beten – noch viel mehr: wir sollen sie segnen! Ich bin mir sicher: Jeder von uns hier hat einen solchen Menschen in seinem Leben – also mit dem geht es gar nicht. Wann hast du das letzte Mal für diesen Menschen gebetet und ihnen gesegnet? Wir merken also: Wir können das nicht erfüllen, diese 100%. Und es geht auch gar nicht darum, dass wir das tun; sondern es geht darum, dass wir realisieren – dass wir Vergebung brauchen; dass wir alle Sünder sind und dass wir Vergebung brauchen. Dieses – mit dem wir sind: alle Sünder – das ist ja in manchen christlichen Richtungen heute gar nicht mehr so zeitgemäß. Man sagt: Es drückt einen nieder, und wir – also das ist doch gar nicht mehr; wir Sünder, wir Sünder. Für mich ist es genau das Gegenteil: Das Anerkennen meiner eigenen Schwäche als Sünder und die Erkenntnis, dass Gott mich so angenommen hat und mir vergeben hat durch den Tod seines Sohnes, Jesus Christus am Kreuz – das macht mich erst frei. Wenn ich anfange, mir meine eigenen Stärken bewusst zu machen und darin zu leben: Das ist zumindest meine eigene Erfahrung; werde ich scheitern. So ist dieses Trachten nach dem Reich Gottes als ein kontinuierlicher Prozess zu verstehen – der jeden Tag neu beginnt. Gott möchte, dass wir uns ihm zuwenden jeden Tag neu; dass wir ihn um Hilfe bitten jeden Tag neu; dass wir gerade an den Punkten, wo wir seine Veränderung brauchen, ihm das hinlegen jeden Tag neu und das als Priorität in unserem Leben sehen – und nicht die Sorgen, die uns halten. Und wie gesagt: Wir können das nicht immer schaffen. In Jakobus 1, Vers 22 bis 25 wird das sehr prägnant beschrieben: Da steht: Es genügt aber nicht, dieses Wort nur anzuhören. Ihr müsst es in die Tat umsetzen; sonst betrügt ihr euch selbst. Wer die Gottschaft Gottes nur hört, aber nicht danach handelt – ist wie ein Mensch, der in einen Spiegel blickt. Er sieht sich, wie er ist; betrachtet sich kurz – aber dann geht er weg und hat schon vergessen, wie er aussah. Wenn wir resignieren und uns abwenden, weil wir merken: Wir schaffen es nicht, uns zu ändern oder danach zu trachten, dass Gottes Reich in unserem Leben Wirklichkeit ist – dann müssen wir das Gott hinlegen. Dann müssen wir ihn bitten, dass er uns hilft, uns zu ändern. Aber dieser kontinuierliche Prozess – das Hinwachsen zu Gott und das Trachten nach seinem Reich hier auf Erden: Das können wir nicht alleine. Dazu brauchen wir Jesus in unseren Herzen; dazu müssen wir ihm Raum, seinem Heiligen Geist Raum in unserem Herzen schaffen. Und Sorgen sind etwas, die diesen Raum sehr, sehr klein machen in unserem Herzen. Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung: Die Alltagssorgen – wenn wir die nicht Jesus hinlegen, immer wieder neu – die machen den Raum für Gottes Wirken in unserem Leben sehr klein. Und Gott wünscht sich, dass wir ihm unsere Schwäche mit einbeziehen. Er möchte, dass wir ihm bringen, was uns bewegt. Gerade dann: Wenn uns alle Sorgen, Alltagssorgen, die wir so haben – erdrücken. Und ich wiederhole mich: verzweifle nicht, wenn du es nicht schaffst, diese Sorgen ganz abzugeben. Wenn diese Sorgen doch noch sehr viel Relevanz in deinem Leben haben – gehe damit immer wieder vor Gott und lege sie ihm hin. Und so sagt uns der heutige Bibeltext: Dass wir zwar keine Sorgen um unseren Lebensunterhalt machen sollen, um unsere Kleidung und um unsere Nahrung. Wir sollen uns aber sehr wohl darum sorgen, dass Gott in unserem Leben sichtbar wird; dass die Menschen für die Welt um uns herum sichtbar wird – in unseren Gedanken, in unseren Worten, in unserem Handeln. Wir sollten uns selbst prüfen: Ob Gott die Triebfeder unseres Handelns ist oder unser eigenes Wünschen; unser eigenes Sorgen. Jesus sagt im Vers 34: "Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat." Wenn du Angst vor morgen hast – wenn du ganz, ganz viele Sorgen vor morgen hast: Dann trachte heute nach dem Reich Gottes! Danach, dass seine Gerechtigkeit in deinem Leben sichtbar wird. Ganz konkret: Wenn ich morgens aufwache und über meinen Tag nachdenke und Pläne schmiede – meine To-do-Liste; was ist heute wichtiger? Was ist heute nicht so wichtig? Was mache ich zuerst? Dann sollte eigentlich ganz oben etwas anderes stehen: Und zwar die Frage danach: Was will Jesus heute von mir? Das ist gemeint, wenn wir vom Trachten nach Gottes Reich sprechen. Wo sollst du heute nach Frieden und Versöhnung trachten? Wo sollst du heute deinen Nächsten lieben? Wer ist dein Nächster, den du heute lieben sollst? Jesus sagt: Was ihr einem meiner Geringsten getan habt – das habt ihr mir getan. Wo ist der Geringe, dem du heute begegnen sollst und dem du heute etwas Gutes tun kannst? Die Liste kann jeder, denke ich, für sich individuell weiterführen. Wenn ich Jesus an erste Stelle setze und mich um das kümmere, was ihm wichtig ist – wird er für alles andere sorgen, was ich so heute zu tun habe; wo ich denke: dass ich das vielleicht gar nicht schaffe. Vielleicht ein Beispiel aus meinem Leben: Ich hatte beruflich schon viele Jahre her eine sehr schwierige Situation. Ich hätte mich leicht, ich hatte den Tag vor mir liegen – aus diesen Situationen rausbringen können, wenn ich gelogen hätte hier und da. Gar nicht schlimm; nur Kleinigkeiten – vielleicht hätte ich auch nicht die Wahrheit gesagt und mich so drumherum manövriert um die einzelnen Punkte. Ich habe mir Sorgen gemacht über das Ergebnis des Tages: Das hätte große Probleme für mich und meine Firma bringen können. Und diese Sorgen erdrückten mich. Und ich habe Gott gebeten: Helf du mir, dass ich heute ehrlich sein kann; dass ich die Wahrheit spreche; dass ich dir die Ehre gebe! Weil ich war: Diese Sorgen – ich konnte die nicht erfassen. Es war zu viel für mich. Und ich habe Gott – habe mich versucht auf diesen Punkt zu konzentrieren. Und so denke ich: Hat jeder seine Herausforderungen im Alltag und jeder weiß vielleicht, welche Priorität Jesus dir aufs Herz liegt; was du heute tun kannst, um nach seinem Reich zu trachten. Und du wirst erfahren – das ist zumindest meine Erfahrung und ich darf sie dir zusprechen: dass Gott sein Versprechen wahrmacht und dir deine Alltagssorgen abnimmt. Dass er dich in deinen Sorgen trägt; und dir Lösungen anbietet; und Hilfe gibt. Auch wenn diese Hilfe und diese Lösungen oft wohl sehr, sehr anders aussehen können – als du dir das erwartest; und du das vielleicht auch im ersten Moment gar nicht als eine Hilfe oder als eine Lösung Gottes erkennst. Das dauert dann manchmal ein bisschen – erst rückblickend sagt man dann: Hey, da hat Gott einen anderen Plan gehabt als ich – und es wurde gut. Sicherlich haben wir dann immer noch alle Sorgen; die sind einfach nicht weg. Darum geht es nicht. Aber diese Sorgen sollen wir jeden Tag getrost Gott hinlegen. Von ihm erwarten, dass er uns helfen wird; die Hoffnung haben, dass er uns hilft, uns zu ändern – und dass er den Überblick in unserem Leben hat. Darin segne uns Gott – das wünsche ich mir. Amen.