So schön euch alle so zu sehen, auch diese gewaltige Menge an den Tischen. Ja, der Stein ist weggerollt; hier hinten seht ihr sozusagen eine kleine Ausgabe des Grabes. In Wirklichkeit war das wohl deutlich größer. Ich zeige euch mal ein Bild, wie so ein Felsengrab ausgesehen haben könnte. Also so in dieser Art sahen Felsengräber dieser Art aus: Sie waren direkt in ein Felsgestein, was kompakt war, hineingehauen. Und das war etwas, was sich nur reiche Menschen leisten konnten – es war so ein teures Grab für die damalige Zeit. Wie ihr seht, der Eingang ist wohl bei den meisten dieser Gräber deutlich kleiner gewesen als das, was dann in der Höhle drin war, weil man eben das mit diesem Stein verschloss. Je größer der Eingang, umso schwieriger dieser Stein zu bewegen. So ein Stein konnte also, wenn es gut ging, von einem starken Mann bewegt werden. Wenn der Grabeingang größer war, dann brauchte man mehr Leute dazu.
So weiß man denn ein bisschen was über das Grab, in dem Jesus lag. Ein bisschen was kann man aus den biblischen Texten erschließen. Zum Beispiel: dass das Grab innen drin so groß gewesen sein muss, dass zwei Männer drin Platz hatten. Woher weiß man das? Es wird berichtet, Petrus lief zum Grab und er ging hinein. Er war zusammen mit Johannes gekommen und Johannes ging als Zweiter hinein. Also das heißt: Zwei Männer konnten sich da drin stehen aufhalten – und das entspricht auch dem, was man weiß. Also so ein Grab konnte auch durchaus mehrere Kammern haben, damit eine ganze Familie oder Dynastie da auch beerdigt werden konnte. Auch Maria hat etwas erlebt, was für ein relativ großes Grab spricht: Es heißt, sie sieht in dem leeren Grab zwei weiß gekleidete Engel sitzen – und zwar einen am Kopf und einen am Fußende der Stelle, wo Jesus gelegen hat. Das deutet an, dass es nicht irgendwie wie so eine Gruft gewesen ist, wo der Tote reingeschoben wurde. Sondern das war entweder wie eine offene Bank am Felsen rangehauen oder wie sozusagen eine große Gruft – ein Bogen nochmal, wo unten dann für den Leichnam eine Stelle lag. Also das weiß man in etwa aus den Berichten über dieses Grab.
So: Wir feiern das heute ganz selbstverständlich, aber wenn ihr euch mal die Texte anschaut in der Schrift, dann merkt ihr: Die Jüngerinnen und Jünger waren komplett verwirrt. Es heißt, sie waren verwirrt – im besten Fall erstaunt – als die Frauen, die das zuerst gesehen haben, die ersten Auferstehungserlebnisse hatten, berichten. Sagen die Männer: Wie so oft, geschwätzt, was von den Frauen kommt. Es heißt, sie hatten Angst oder sie zweifelten sogar. Nur von einem einzigen – von Johannes – wird berichtet, dass er dann in dieses Grab hineingeht, sieht die Tücher da liegen, zusammengefaltet, und er ist der Einzige, von dem es heißt: Und er glaubte. Also es war nur einer, der schnell erfasst hat sozusagen, was da passiert.
So, jetzt meine erste Frage an euch. Immer zuerst mal Kinder und Teenies: Die waren alle so verwundert und erstaunt. Hat denn Jesus eigentlich, als er gelebt hat, irgendwas dazu gesagt oder angekündigt – wie das mit seinem Tod oder seiner Zukunft oder was auch immer sein wird? So, Teenies, Kinder: Hat jemand eine Idee? Er war nicht überrascht, weil er nie etwas gesagt hat? Oder traut euch. Ich wiederhole es noch mal: In den Schriften steht da was drin – jawoll. Noch eine Idee: Hat er was gesagt oder nicht?
Wie sieht es aus, ihr Erwachsenen? Ja, also da hinten, die Kinder hätten es auch gewusst – sorry, habe ich nicht gesehen. Also: Was hat er denn selber darüber gesagt? Das haben wir hier auch noch mal zum Sehen für euch:
„Dann begann er seinen Jüngern zu erklären: Der Menschenssohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, hohen Priestern und Schriftgelehrten verworfen werden. Er muss getötet werden und nach drei Tagen auferstehen.“
Also das heißt – und das wird mehrmals erzählt: Jesus hatte das seinen Leuten gesagt. Aber sie konnten sich darunter nichts vorstellen. Ja, der Gedanke, dass jemand stirbt und was soll es danach sein? Auferstehung war für die Juden irgendwann am Ende der Zeit. Dass mittendrin einer aufersteht – das war für die komplett undenkbar. So wie es uns auch manchmal mit Wort Gottes geht: Wir lesen es, wir hören es, aber es passiert noch nichts bei uns. Es fällt nicht in unser Herz rein.
So, jetzt, wenn Jesus das schon vorher gesagt hat – wie ist es mit den Leuten, die es gehört haben? Könnt ihr irgendwas sagen? Haben denn die Feinde oder Gegner von Jesus das auch mitbekommen und hatten die irgendeine Meinung dazu? Oder waren die genauso überrascht wie die Jünger? Also: Jesus wurde ja von vielen, die mochten ihn nicht – die hassten ihn sogar. So wie es mit denen gewesen ist. Hatten die eine Ahnung, haben sich die da irgendwie drauf eingestellt?
Ja, sie haben überlegt, wie sie Jesus umbringen können – das ist richtig.
Noch eine Idee: Ganz dahinten, an der Wand.
Okay, also die haben das gehört, aber die sind sogar einen Schritt weiter gegangen. Das wird euch gleich der nächste Text zeigen:
„Die hohen Priester und Pharisäer gingen zu Pilatus. Herr, als er noch lebte, hat der Betrüger behauptet: Nach drei Tagen aufzuerstehen. Befiehl das Grab, drei Tage zu bewachen. Seine Jünger könnten ihn stehlen und allen sagen: Er ist von den Toten auferstanden. Der Betrug wäre schlimmer als alles zuvor.“
Pilatus erwiderte: „Nehmt Wachen und sichert das Grab – so gut ihr könnt.“ Da versiegelten sie den Stein und sicherten das Grab mit der Wache.
Also auch die Gegner von Jesus hatten das gehört und hatten die Idee, die machen das selber zur Wirklichkeit. Sie klauen ihn aus dem Grab und sagen dann: Er ist auferstanden.
So, jetzt ist ja der Stein dann weg – und ich hab dann überlegt: Vielleicht habt ihr das wusst ihr sofort – wer hat denn eigentlich diesen Stein dann final von dem Grabeingang weggeschafft, weggerollt oder was auch immer?
Ein Engel – super. Also musste ich erstmal nachdenken: Wo steht da eigentlich etwas darüber, wie dieser Stein weggekommen ist? Aber tatsächlich: Es war ein Engel gewesen.
„Maria aus Magdala und die andere Maria kamen, um nach dem Grab zu sehen. Da gab es ein starkes Erdbeben. Ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie ein Blitz; sein Gewand weiß wie Schnee. Die Wächter erbebten vor Angst und erstarben.“
Der Engel sagte zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus den Gekreuzigten – er ist nicht hier, er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“
Also tatsächlich: Ein ziemliches Spektakel. Ein Engel, der mit Erdbeben vom Himmel kommt, den Stein wegwälzt und sich darauf setzt – also entweder war der riesig oder hat ihn umgekippt; ich weiß es nicht. Also eindeutig etwas, was Gott gemacht hat – und für die Wachen, die das verhindern sollten: weit über ihren Möglichkeiten. Das heißt ja: Sie erstarben vor Angst, als sie das erlebt haben.
Aber damals wie heute: solche Ereignisse haben sehr schnell die Runde gemacht – also auch ohne Handy, Internet, soziale Netzwerke und was auch immer; man konnte noch keine Fotos machen, aber die Neuigkeit war sehr schnell weitergeleitet worden. Und das sah dann folgendermaßen aus:
„Einige der Wächter meldeten den führenden Priestern den Vorfall. Priester und Älteste berieten sich, gaben den Soldaten viel Geld und wiesen sie an: Sagt einfach, seine Jünger kamen nachts, als wir schliefen, und stahlen ihn. Wenn der Stadthalter das hört – werden wir ihn beschwichtigen; ihr habt nichts zu befürchten.“
Da nahmen sie das Geld und taten, was man ihnen gesagt hatte.
Die erste Erklärung der Auferstehung Jesu: Heute würden wir sagen: Die erste Fake News über die Auferstehung von Jesus – alternative Tatsachen über die Auferstehung Jesu. Und das, was damals mit dieser Geschichte angedeutet wurde, hat sich tatsächlich immer wieder über die Jahrhunderte als die Behauptung verbreitet – eine der Fake News über Jesu Auferstehung.
Ich habe es euch nochmal zusammengefasst: Die Jünger Jesu haben den Leichnam Jesu gestohlen und behauptet, er sei auferstanden. So, was machen wir mit Fake News? Wir glauben die nicht einfach – wir überprüfen sie.
So, wenn ihr euch jetzt das mal anhört – und das wird euch vielleicht mal auch in Gesprächen begegnen: Was würdet ihr zu dieser Fake News sagen? Also warum sagen wir natürlich: Kann die gar nicht stimmen? Gibt es dazu eine Verteidigung, eine Erklärung?
Okay. Also klar: Das ist von den religiösen Autoritäten auf. Aber gibt es irgendwelche – ich sag jetzt mal Tatsachen oder Gründe, von denen wir sagen können: Nein, das ist sehr unwahrscheinlich oder äußerst unwahrscheinlich, dass das so passiert ist?
Also die Jünger waren ziemlich anders drauf – ja. Es wird ein paar Mal erwähnt, dass sie Angst haben und sich sogar verstecken oder eingeschlossen haben. Zu so einer Aktion – noch dazu bei einem bewachten Grab – würde das Gegenteil von Angst gehören.
Noch eine Idee: Warum das eher nicht stimmen kann?
Natürlich: Das glauben wir, aber wenn ich jetzt einer bin, der nicht dran glaubt und dir sagt: Na, ist ja schön, in deiner Bibel steht ja eh alles Mögliche drin – gibt es denn noch einen Grund, warum man sagen kann: Also eher unwahrscheinlich, dass er gestohlen wurde?
Also mit den Wachen – das wäre schwierig gewesen. Das waren Profis; also das waren keine billigen Wachdienste, die das für kleines Geld gemacht haben. Die wussten, dass sowas gravierende Folgen für sie haben konnte.
In der Bibel steht: Dass 500 Leute ihn gesehen haben, nach der Auferstehung.
Okay – also du sagst jetzt: Die Menge der Zeugen, die es gegeben hat, würde auch dagegen sprechen, dass das so gewesen sein könnte. Noch eine Idee?
Der Stein war zu schwer; hätten die irgendwie lösen müssen mit ausgeschalteten Wachen oder sonst was – sie waren ja mehrere: Hätten sie vielleicht hingekriegt? Ja, das ist natürlich unser Argument – richtig.
Ja.
Ah, du meinst: Es ist ein Argument, dass sich das so lange gehalten hat. Könnte man auch damit argumentieren?
Das ist ein interessantes Argument – also wenn es gelogen wäre, hätte man in der damaligen Zeit nicht behauptet, dass Frauen das als Erstes ihn als Auferstandenen gesehen haben. Ja, ist auch ein sehr nachdenkenswertes Argument.
Jetzt machen wir eins weiter: Zweite These – Jesus war nur scheintot; er ist im kühlen Grab aufgewacht und er konnte sich selbst befreien.
So, was spricht denn gegen diese These? Da hinten?
Ja, okay. Also wenn die wirklich geschlafen haben, das wäre dann ein Argument zu sagen: Ja, dann hätte man ihn tatsächlich klauen können – aber dann hätten sie vermutet, dass das so gewesen ist.
Okay, noch eine Idee: Warum kann das mit diesem Scheintot – selber aufgewacht, selber sich befreit – was spricht da dagegen?
Okay. Die Profis – noch eine Idee? Ah, also er hätte sich von innen – so wie wir wissen, dass diese Gräber funktioniert haben – nicht selber befreien können. Er hätte keinen Zugriff vermutlich auf den Stein gehabt, um den zu rollen; und selbst wenn jemand eine Kreuzigung überlebt hätte: Er wäre garantiert nicht so drauf gewesen, dass er so einen Stein bewegen würde.
So, gibt es noch eine Idee? Warum diese – die Wachen, ja, stimmt. Das ist auch ein Argument: Die hätten das gemerkt; aber sie hätten dann vielleicht geschlafen – haben wir gesagt. Okay, noch eine Idee?
Gut, machen wir noch eins weiter: Also die Jünger haben den Scheintoten Jesus befreit – Jesus lebt unter einem anderen Namen weiter. Also da gibt es auch ein paar Geschichten, die sagen: Der ist dann in Indien irgendwie weitergelebt oder irgendwo anders dort; ich weiß nicht – die Mormonen haben, glaube ich, sogar, dass er nach Amerika ging oder irgendwas.
Also was spricht gegen diese These: Scheintot befreit und dann lebt er irgendwo weiter?
Ja. Also da müsste man etwas darüber wissen – vielleicht ist er gestorben und beerdigt; nochmal hier vor unseren Fächern, okay? Also mit dem Körper anderer Art irgendwie.
Nochmal: Wer noch mal das Argument gegen Scheintot spricht – die Praxis und Expertise der römischen Soldaten. Auch dieses in die Seite stechen mit der Lanze zeigt, dass die Lunge voll Wasser schon gewesen ist; was durch dieses nicht mehr atmen können und Ähnliches passiert.
So, noch irgendeine Idee dazu?
Okay: Es gibt ärztliche Überlegungen – was passiert bei so einer Kreuzigung. So wie groß sind die Chancen, das zu überleben? Soll ich sagen: Die sind – auch nachdem was Ärzte sagen – die sind faktisch gleich Null.
Also, ihr seht: Es gibt alle möglichen Versuche, die Auferstehung wegzuklären, wegzuerklären. Ich habe etwas gefunden von einem Mann, der hieß Thomas Arnold; der hat sich sehr viel mit Geschichte und alter Geschichte beschäftigt – und der sagt Folgendes zur Auferstehung Jesu:
„Ich bin seit vielen Jahren gewohnt, die Geschichte früher Zeiten zu studieren und die Berichte derer zu untersuchen und zu bewerten, die darüber geschrieben haben. Ich kenne keine Tatsache in der Geschichte der Menschheit, die bei einer fairen Untersuchung durch bessere und vollständigere Belege aller Art bewiesen wird – als das große Zeichen, das Gott uns gegeben hat: dass Christus starb und auferstand.“
Also, er argumentiert und sagt: Wenn man andere Geschichtsereignisse dieser Zeit untersucht, dann stellt man fest: Auch wenn oft das Gegenteil behauptet wird – das Leben der Tod und die Auferstehung Jesu sind ein sehr gut dokumentiertes Ereignis.
So, was machen wir damit? Also ich denke: Das eine ist, dass die Auferstehung zeigt, Gott sind Dinge möglich, die sprengen alles, was wir uns vorstellen können. Und ich glaube, das ist ein Grundsatz von Gott – dass er einerseits mit uns mitten in unserem Alltag ist; aber dass er in eine Dimension hineinreicht oder lebt, die wir nur ganz ansatzweise erfassen.
Und so ist es auch mit den Möglichkeiten, die er mit unserem Leben hat: Wo wir wie bei einem Tod sagen würden – da ist Schluss, da gibt es keine Möglichkeiten mehr; da ist was endgültig kaputt, zerstört, nie mehr zu retten. Macht Gott deutlich: Für ihn gibt es sozusagen keine Grenzen. Seine Möglichkeiten gehen immer weit über das hinaus, was wir können.
Das erleben wir nicht immer – würden wir uns natürlich freuen, wenn das die Regel wäre; aber wir erleben eben beides: Wir erleben, dass wir mit unseren Möglichkeiten kämpfen; aber wir erleben auch, dass Gott Dinge möglich macht, die wir selber nie möglich gemacht hätten.
Amen dauert noch ein bisschen – Gerlinde.
Als letztes noch ein Fers: Paulus hat mal gesagt, was für ihn die Konsequenz aus dem Ganzen ist; er sagt es:
„Mein Wunsch ist es, Christus zu erkennen und die mächtige Kraft, die ihn von den Toten auferweckt.“
Also er macht das zu seinem Lebensmotto: Ich will diese Kraft in meinem Leben erleben – auch wenn das ein großes Geheimnis ist.
Sagt Jesus: Wie sollen wir mit Geheimnissen Gottes umgehen? Er sagt:
„Ich preise dich, Vater des Himmels und der Erde, dass du dein Geheimnis vor den Weisen und Klugen verborgen hast – und denen gezeigt hast, die unmündig sind oder auch wie kleine Kinder.“
Gott sagt: Das ist normaler. Ich zeige euch Dinge, die sprengen den Verstand; und um die zu ergreifen muss man wie ein Kind sein.
Und wenn wir diesen Stein und die Last damit mal ganz sprichwörtlich nehmen – sagt Jesus:
„Auf zu mir alle Müden und Lastenträger! Ich werde euch ausruhen lassen. Lebt im Einklang mit mir und lernt von mir, weil ich sanft und demütig bin; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Was ich euch auflege ist tragbar – und meine Last leicht.“
Amen.