Mehr bewegen, nicht mehr verwalten
Predigt

Mehr bewegen, nicht mehr verwalten

Christopher NorkChristopher Nork
Sonntag, 18. Mai 2025 · 10:00 Uhr
Epheser 4,12
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Transkript

Zum Mitlesen oder gezielten Springen zu Passagen.

Manchmal spüren wir es doch: Da muss noch mehr sein. Mehr als das, was wir im Alltag so erleben – sich im Kopf als Alltagstrott. Und mehr als nur der Glaube, der sich im Kopf abspielt. Mehr als Konsum oder dann auch sich selbst zu optimieren, mehr Leistung zu bringen. Wir befinden uns gerade in einer Predigtreihe, die heißt „gemacht für mehr“. Und genau darum geht es: dass Gott uns nicht für irgendetwas gemacht hat, was plötzlich da so hinplätschert – nicht für irgendein Mittelmaß, nicht für ein passives Christsein, sondern für ein Leben, das eine Tiefe hat, das ein Ziel hat und auch eine Bedeutung hat. Wir gehen in der Predigtreihe gemeinsam den Epheserbrief durch, der in der Bibel steht und von Paulus geschrieben wurde. Und er schreibt an eine junge Gemeinde – an junge Christen in der bedeutenden Hafenstadt Ephesus, einer pulsierenden Großstadt im römischen Reich, voller Göttertempel, Händler und natürlich auch ganz vieler Ideen. Mitten in all dem Chaos, auch diesem religiösen Wirrwarr, entsteht eine kleine junge christliche Gemeinde, die lernen muss, was es heißt, Jesus nachzufolgen – im Alltag, im Glauben, in einer völlig anderen Welt. Und genau dafür schreibt Paulus diesen Brief: damit sie und wir auch heute verstehen, wofür wir eigentlich gemacht sind. Die ersten drei Kapitel des Epheserbriefes sind pure Glaubenswahrheiten: - Gott hat uns erwählt. - Er hat uns erlöst. - Er hat uns adoptiert. Wir sind durch Gnade gerettet – nicht aus eigener Leistung, sondern weil Gott es uns schenkt. Wir sind versöhnt mit Gott und auch miteinander. Und Paulus zeigt uns, wer wir in Christus sind: Er zeigt auf, welche Identität wir haben durch Jesus Christus. Und ab Kapitel 4 wechselt der Ton. Jetzt wird es ganz praktisch. Aus Identität wird Lebensstil. In den Kommentaren heißt es dann: Ab Kapitel 4 fängt der ethische Teil an. Was hat Gott in uns getan? Und soll nun sichtbar werden im Alltag, in den Beziehungen, die wir haben und auch in der Gemeinde. Und heute schauen wir auf einen Text aus Kapitel 4 – der uns zeigt: Du bist gemacht für mehr. Mehr als das, was wir vielleicht im Alltag leben. Du bist nämlich Teil von Gottes Gemeinschaft. Nicht als Einzelgänger, nicht auf dich allein gestellt, sondern als Teil von etwas Größerem, als Glied am Leib Christi – wie die Bibel es dann nennt. In Epheser beschreibt Paulus ein leidenschaftliches Bild von Gemeinde: Eine Gemeinschaft, die zusammenwächst, die ein Ziel hat und in der jeder Einzelne wichtig ist. Die Menschen damals, die Menschen heute. Also du bist wichtig. Die Fragen, die wir heute beantworten wollen, sind: - Was heißt es, würdig zu leben als Berufene von Gott? - Wie können wir unsere Gaben entdecken und einsetzen? - Woran erkennen wir, dass wir geistlich reifer werden? Und ich lade dich ein: diesen Text mit offenen Herzen zu hören und neu zu entdecken, wofür wir gemacht sind. Und wer seine Bibel jetzt dabei hat – ob nun analog (zum Aufschlagen) oder elektronisch/digital – der kann gerne mitlesen gleich. Wir werden ein paar Verse aus dem Epheserbrief, Kapitel 4, stückweise immer lesen. Also: Paulus beginnt diesen Abschnitt mit einer eindringlichen Bitte: **Vers eins:** „So ermahne ich euch nun, ich, der ich ein Gefangener im Herrn bin, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid.“ Nochmal: „So ermahne ich euch nun, ich, der ich ein Gefangener im Herrn bin, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid.“ Das ist der Ausgangspunkt. Du bist berufen – nicht irgendwann vielleicht, sondern jetzt. Nicht weil du perfekt bist, sondern weil Gott dich gerufen hat: Teil seines Planes auch zu sein. Wenn das alles wahr ist – dass wir geliebt, gerettet und berufen sind – ist das doch etwas, für das es sich lohnt, dann auch anders zu leben. Vielleicht könnte man sich das so vorstellen: als würde man einen Brief vom Bundespräsidenten bekommen, in dem steht: „Wir haben Sie für eine besondere Aufgabe auserwählt.“ Du würdest sofort anders denken, auch anders handeln und dich fragen: Was bedeutet das für meinen Alltag? Und genauso ernst ist Gottes Ruf an dich – nur noch viel tiefer. Was heißt das konkret? Paulus nennt sofort in Vers zwei Eigenschaften: „In aller Demut und Sanftmut, in Geduld ertragt einer den anderen in Liebe.“ **Vers zwei:** „In aller Demut und Sanftmut, in Geduld ertragt einer den anderen in Liebe.“ (Klammer auf: ist übrigens von mindestens ein Ehepaar hier der Trauspruch.) Der Apostel Paulus kämpft darum, dass es innerhalb der christlichen Gemeinde gesunde Beziehungen gibt. - **Demut:** Nicht sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Es bedeutet nicht überheblich zu sein und sich über andere zu erhöhen. - **Sanftmut:** Das bedeutet nicht mit Druck oder Härte zu reagieren, sondern mit Geduld. Es ist die Fähigkeit, die eigenen Gefühle unter Kontrolle zu behalten – auch dann, wenn man verletzt oder provoziert wird. Sanftmut heißt: Ich lasse meinen Ärger nicht an andere aus. Ich glaube, das ist nämlich das Schwierigste eigentlich, was er hier aufzählt: Sanftmut. Denn es geht darum selbst – respektvoll und liebevoll mit dem anderen zu sein – wenn man sich über etwas auch ärgert. Und wie oft ärgern wir uns in Beziehungen – mit den Kindern, mit den Ehepartnern, mit den Leuten in der Gemeinde? Es ist die Fähigkeit: nicht laut zu werden, nicht verletzend zu reagieren, sondern den anderen weiterhin mit Würde zu behandeln. Und genau das ist echte Sanftmut. Das dritte ist Geduld – was er aufzählt – besonders im Hinblick auf andere Menschen innerhalb der Gemeinde und in den Beziehungen, wo wir sind. Und Geduld bedeutet: stark zu bleiben, wenn es mal schwierig wird. Sie hilft uns, die Herausforderungen des Lebens zu meistern und unsere Verbindung zu festigen. Und als letztes die Liebe – als verbindendes Band untereinander. Und die christliche Liebe, die im Griechischen „Agape“ genannt wird, ist eine Tugend, die so neu war zur damaligen Zeit, dass die christlichen Schriftsteller – also des Neuen Testamentes – sich ein neues Wort dafür überlegen mussten: was das eigentlich ausdrücken soll. Agape. Agape bedeutet unaufhaltsame Güte und nicht von emotionalen Impulsen abhängig. Es ist die Fähigkeit, anderen stets ihr Bestes zu wünschen – ohne von Verärgerung erfüllt zu sein, egal was der andere auch getan hat. Auch nicht so einfach. Diese Eigenschaften sind keine Leistungsvorgaben, die Paulus hier stellt, sondern Merkmale eines Lebens, das auf Jesus ausgerichtet ist. Wenn unser Leben auf Jesus ausgerichtet ist, dann beginnt in uns ein Prozess – und wir werden anfangen, das auch zu leben. Denn der Ruf, von dem Paulus spricht, ist nicht nur ein allgemeiner Auftrag: Er ist ein Lebensstil, der auf den Wahrheiten beruht, dass wir erwählt, gerettet und erlöst sind durch Jesus Christus – was er schon in den vorherigen Kapiteln beschrieben hat. Nun geht Paulus weiter und spricht über die Einheit des Glaubens – nicht als Wunschtraum, der irgendwann in der Zukunft liegt, sondern als etwas, das bereits geschenkt ist: das wir aber bewahren und leben sollen. Einssein ist Vorgabe, nicht Produkt. Einssein in der Gemeinde ist Vorgabe, nicht Produkt. Er schreibt in den Versen 4 bis 6: „Ihr seid ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung – ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.“ Und hier wird klar: Wir sind nicht nur individuell berufen, sondern als Gemeinschaft. Wir sind eins, wir gehören zusammen. Nicht nur einträchtig, nicht immer einmütig – hoffentlich nicht eintönig, nicht einseitig, nicht einlinig, nicht einförmig – wir sind mehr oder anderes: wir sind eins. Vielfalt in Zusammengehörigkeit. So unterschiedlich unsere Lebensgeschichten zwar sind – wir teilen das Wesentliche. Wir leben jeder nur davon, dass Jesus für uns kam, litt, starb und auch auferstanden ist. Wir sind mit derselben Taufe Jesus zugeordnet worden. Wir sind Teil dieser Erfahrung: dass der Geist in unseren Herzen ein Vertrauen zum Vater im Himmel erweckt hat – und wir teilen die Hoffnung auf Gottes neue Welt. Wir sind im Wesentlichen gleich, eins, identisch, verbunden – alles andere ist Kleinkram. Und trotzdem sind wir so unterschiedlich. Diese Einheit der Gemeinde beschreibt Paulus mit einem Körper: Jeder Teil ist anders, aber alle sind miteinander verbunden und auch abhängig voneinander. Paulus will sagen: dass die Einheit fundamental wichtig ist – aber extrem leicht zu verlieren. Einheit ist wie Porzellan: wunderschön, aber auch empfindlich. Ein scharfer Kommentar, eine verletzte Erwartung – es kommt zu Rissen. Natürlich kann man in einem Porzellanladen rumwütend sein – dann geht vielleicht vieles kaputt. Man muss wirklich sanftmütig sein: mit Liebe einander begegnen, Geduld haben. Und was war das Letzte? Weiß keiner. Die Merkmale – was haben wir gesagt? Es ist Liebe, Geduld, Sanftmut und Demut. Also: Das sind die Eigenschaften, wenn wir miteinander so unterwegs sind, dass wir nicht diesen Porzellanladen der Gemeinde zerstören. Gottes Geist hat uns eins gemacht – beschreibt Paulus. Das war sein erster Schritt (also Gottes Schritt) auf dem Weg zum Ziel. Und deshalb lasst uns dann auch sorgsam damit umgehen: mit dem, was Gott eigentlich schon bereitet hat. Was Gott uns geschenkt hat – das wollen wir doch pflegen eigentlich, oder? Leben wir so, dass unser Alltag nicht im Widerspruch steht zu dem, was Gott in uns schon getan hat. Wenn die Gemeinde ein Leib ist, dann hat jeder auch seine Aufgabe – auch du. Du bist nicht zu vergleichen, du bist nicht zu ersetzen, sondern du bist gemacht für mehr: Mehr als Zuschauer, mehr als Mitläufer, mehr als einfach mal nur reingucken. Du bist begabt und wir hatten ganz am Anfang schon von Julia gehört – wir müssen manchmal gucken, wie wir unsere Begabung eigentlich finden. Wir müssen mal ausprobieren und schauen: Wo hat mich Gott eigentlich begabt? Und diese Gaben sind von Gott geschenkt – sie dienen zum Aufbau der Gemeinde. Und bist du bereit, deine Rolle auch hier zu entdecken? Nachdem Paulus von Einheit spricht, macht er deutlich: Einheit bedeutet nicht Einheitsbrei. Denn Gott hat uns ganz unterschiedlich begabt und das mit Absicht. **Vers 7:** „Jedem Einzelnen von uns ist die Gnade gegeben nach dem Maß der Gabe Christi.“ Du hast also etwas bekommen von Christus ganz persönlich. Du bist nicht nur berufen, du bist auch beschenkt worden – und diese Gaben sind nicht für dein eigenes Prestige, sondern dienen einem größeren Ziel: der Aufbau der Gemeinde. Und dabei geht es nicht nur um die lokale Gemeinde hier vor Ort, sondern es geht um den Aufbau der Gemeinde an sich – weltweit. **Vers 11:** „Er hat einige als Apostel eingesetzt, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer.“ Und weil Paulus hier von verschiedenen Diensten spricht (Apostel, Lehrer, Hirten usw.), müssen wir kurz vielleicht auch innehalten: weil ich immer wieder entdecke in christlichen Strömungen, dass hier von einer Hierarchie gesprochen wird. Diese Dienste sind nicht dazu da, um sich über andere zu erheben – sondern um Menschen zuzurüsten, freizusetzen, zu ermutigen und sie auch zu begleiten. Aber genau hier sehe ich eine Gefahr: Es gibt leider geistliche Bewegungen, geistliche Strömungen, wo Menschen einfach jemanden folgen, ohne zu prüfen, ohne zu hinterfragen – wo der Mann Gottes oder die Gesalbte alles her hat, was sie eigentlich sagt. Und die Gemeinde wird dadurch passiv, abhängig, vielleicht sogar auch manipulierbar. Doch das ist nicht der Weg von Jesus. Echte geistliche Leiterschaft macht Menschen mündig – nicht abhängig. Sie befähigt zur Mitarbeit – nicht zur Zuschauerrolle. Und hinter den genannten Diensten stehen Prinzipien: - Es gibt Menschen, die senden: das ist der apostolische Dienst. - Es gibt Menschen, die Orientierung geben in dieser komplizierten Welt: der prophetische Dienst. - Menschen, die das Evangelium weiter sagen – damit Menschen zum Glauben kommen: der evangelistische Dienst. - Menschen, die begleiten, die unter die Arme greifen. Menschen, die durch schwere Zeiten auch hindurchtragen: die Hirten. - Menschen, die lehren und erklären – was nicht immer so ganz einfach ist, was unverständlich ist: die Lehrer. Und vielleicht erkennst du dich in einem dieser Bilder schon wieder. Der Leib Christi besteht aus so unterschiedlichen Gaben, so unterschiedlichen Teilen. Und wenn du eine Schulter bist, musst du nicht wie ein Knöchel funktionieren. Niemand vergleicht seinen Ellenbogen mit seinem Herzen und sagt: „Warum pumpst du kein Blut?“ Jeder Teil ist einzigartig – und auch lebenswichtig für den Körper. Du bist ein Teil dieses Körpers. Und ohne dich würde etwas fehlen. Aber wozu das Ganze? Paulus geht weiter in Vers 12: „Damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden.“ Ja, ich habe es eben schon immer wieder angeschnitten: dass die Menschen – dass der Leib Christi erbaut wird. Gaben sind keine Auszeichnungen, sondern es sind Werkzeuge, die wir nutzen können. Gott stattet uns aus – damit wir einander verdienen und gemeinsam wachsen. Das Ziel beschreibt er auch in Vers 13: „Bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen – zum vollkommenen Menschen, zum vollen Maße der Fülle Christi.“ Das bedeutet: es geht nicht nur um mich, sondern es geht um uns alle. Es geht nicht um Performance, sondern es geht um Reife – also dass wir innerlich wachsen mit unserem Glauben, dass wir mündig werden, Dinge verstehen und auch Entscheidungen treffen – dass nicht andere für uns entscheiden. Es geht nicht um Selbstverwirklichung, sondern es geht darum: auch Christus ähnlicher zu werden. Und zum Schluss ruft Paulus zu etwas auf: „Lasst uns aber wahrhaftig in der Liebe, in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus.“ **Vers 15:** „Lasst uns aber wahrhaftig in der Liebe, in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus.“ Paulus bringt es hier nochmal auf den Punkt: Wachsen heißt nicht nur reifer werden – wachsen heißt Christus ähnlicher werden. Er sagt: hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist. Und das ist das Ziel. Nicht irgendein religiöses Theater, nicht irgendein Gemeindeprogramm – sondern es geht allein um Jesus. Und wie wachsen wir hin zu ihm? Natürlich nicht durch Druck, sondern durch Wahrheit in Liebe. Gemeinde ist ein Ort, wo Wahrheit gesprochen wird – aber in Liebe. Menschen, die sich dann in der Gemeinde entwickeln: nicht gedrängt werden, sondern weil sie ermutigt werden. Gemeinde ist ein Ort, wo Christus sichtbar wird durch jeden Einzelnen von uns. Und dann heißt es weiter in Vers 16: „Aus ihm wird der ganze Leib zusammengefügt und wächst in der Liebe.“ Du bist gemacht für mehr – weil du berufen bist (so wie wir es in Vers 1 gehört haben), weil du Teil seines Leibes bist, der zur Einheit berufen ist (Verse 3 bis 6) – und weil du begabt bist, um aufzubauen (Verse 7 bis 12). Du bist gemacht für mehr. Du darfst mitwachsen und reifer werden. Ab Vers 13. Und jetzt kommt alles zusammen: Paulus hat uns gezeigt: du bist berufen – nicht irgendwann, sondern schon heute. Du bist Teil seines ganzen Leibes – wertvoll und gebraucht. Du bist beschenkt mit Gaben – die nicht nur für dich selbst sind, sondern auch um andere zu dienen, damit sie unterstützt werden. Du bist eingeladen zu wachsen – nicht allein, sondern in einer geistlichen Familie. Aber was jetzt? Was heißt das für dich heute? Vielleicht denkst du: Ich weiß gar nicht, was meine Gaben sind. Ich habe es noch nicht so herausgefunden. Oder: Jetzt sind andere dran (höre ich auch immer wieder). Oder: Ich fühle mich eher wie ein Zuschauer – nicht wie ein Mitspieler. Und eigentlich möchte ich gerne dazu gehören. Dann ist die gute Nachricht: Christus hat dir etwas gegeben, und er will dich da hineinführen – Schritt für Schritt. Dein „gemacht für mehr“ heißt nicht, dass du alles können musst. Das heißt, dass du bereit bist, Gott zu vertrauen, dich auch einzubringen – und Gemeinde nicht als Ort, sondern als Miteinander zu leben. Ganz praktisch: Drei Schritte könnte man machen: 1. Beten zum Beispiel her: „Zeige mir, wo und wie du mich gebrauchen willst.“ 2. Du kannst mit jemandem aus der Gemeinde sprechen und ihn fragen: „Wie siehst du mich eigentlich? Was entdeckst du in mir – was Gott mir geschenkt hat?“ 3. Mach einen ersten kleinen Schritt. Es muss nicht immer gleich der große Schritt sein. Vielleicht im Gebet, vielleicht im Gespräch, vielleicht indem du erstmal etwas Kleines beginnst. Und wenn du heute angesprochen bist: dann lade ich dich auch ein, dass du ein Gebet gleich mit mir sprichst. Ich habe ein Gebet formuliert und würde Satz für Satz vorlesen – und du kannst das innerlich mitbeten, wenn du möchtest: „Gott, ich möchte eigentlich noch mal neu meinen Dienst für dich beginnen. Oder: Ich möchte zum allerersten Mal eigentlich Teil dieses Leibes sein, den du zusammenhältst.“ Dann lade ich dich ein, jetzt mitzusprechen. Ich lasse immer kleine Pausen da – dass ihr innerlich mitsprechen könnt: „Herr, du hast mich berufen. Du hast mich begabt. Hilf mir, meinen Platz in deinem Leib zu finden. Mach mich bereit, in Liebe zu wachsen – und deinen Leib mit aufzubauen.“ Amen. Du bist gemacht für mehr. Nicht im Sinne von „mehr leisten“, sondern im Sinne von „mehr Leben“ – mehr Leben mit Gott. Mehr in Einheit, mehr in Hingabe, mehr in Christus. Wenn du nicht da bist: dann fehlt etwas.