Was bewegt dich? Was bewegt dein Herz? Wo du dich auf den Weg machst und sagst: „Da kann ich nicht einfach nur zuschauen, da muss etwas passieren.“ Oder bist du an einem Punkt, wo du durchs Leben gehst und sagst so: „Irgendwie mich bewegt nichts.“ Es gibt in der Bibel in Hezekiel einen Vers, der sehr spannend ist. Denn Gott selber sich auf Suche begibt und sagt in Hezekiel 22, Vers 29 und 30:
„Das Volk des Landes hat Erpressung und Raub begangen; es hat Arme und Besitzlose ausgebeutet, Fremde ungerecht behandelt und mit Gewalt unterdrückt. Ich habe unter ihnen jemanden gesucht, der die Schutzmauer des Landes ausbessert. Ich wollte jemanden finden, der mich aufhält, damit ich das Land nicht zerstöre; doch ich habe niemanden gefunden.“
Gott sucht nach Menschen, die sich von ihm bewegen lassen. Und die Frage ist: Sind wir letztendlich dazu bereit und sagen: „Gott, bewege mich! Gott, zeig mir, wo mein Platz ist.“ Und wir wollen es – wie schon erwähnt und wie gerade eben gesehen – mal anhand von Nehemia anschauen.
Ein Mann, der wirklich gesagt hat: „Okay, Gott, bewege mich. Ich bin bereit; schick mich!“ Um einmal in das Thema ein bisschen reinzukommen, haben wir das Video gesehen und ich möchte das erste Kapitel einmal vorlesen. Genau – es gibt hier vorne auch gleich den Text.
Ja, das Bild, das habe ich mal versucht zu malen – genau. Ich weiß nicht, wie du dich fühlst und was dich manchmal so bewegt. Wir können noch einmal kurz zum Bild zurückgehen: Wie du dich manchmal fühlst, ob du Handlung bist, wo schlägt dein Herz, wo will Gott dich gebrauchen? Machst du dich auf den Weg? Und welcher Teil bist du manchmal – wie nimmst du dich selber wahr?
Genau. Okay, aber jetzt zum Text:
„Dieses Buch enthält den Bericht von Nehemia, dem Sohn des Chachalia.
Im 20. Regierungsjahr von König Ataxerxes im Monat Kislev war ich in der Hauptstadt Susa. Da kam Hanani, einer meiner Brüder, mit einigen Männern aus Juda zu mir. Ich fragte sie: ‚Wie geht es den Juden, die der Gefangenschaft entgangen sind und in der Heimat geblieben sind? Wie ist die Lage in Jerusalem?‘ Sie antworteten: ‚Den Menschen, die der Gefangenschaft entgangen sind, geht es nicht gut. In der Provinz Juda herrscht große Not. Es ist eine Schande, wie sie dort leben müssen. Die Stadtmauern von Jerusalem liegen in Trümmern und die Stadttore sind im Feuer verbrannt.‘
Als ich das hörte, setzte ich mich hin und weinte. Ich trauerte tagelang, fastete und betete zum Gott des Himmels: ‚Ach Herr, Gott des Himmels, du großer und furchterregender Gott! Du stehst zu deinem Bund und schenkst denen Gnade, die dich lieben und deine Gebote einhalten. Bitte hör mir aufmerksam zu und schau auf unsere Not! Hör das Gebet deines Knechtes!
Tag und Nacht bete ich für deine Knechte, die Israeliten. Ich bekenne die Sünden, die die Israeliten gegen dich begangen haben. Auch meine Verwandten und ich haben Unrecht getan; wir haben große Schuld auf uns geladen. Wir haben deine Gebote nicht eingehalten. Die Rechtsvorschriften und Gesetze, die du deinem Knecht Mose gegeben hast, haben wir nicht befolgt.
Denk doch an das, was du deinem Knecht Mose gesagt hast: ‚Wenn ihr mir untreu werdet, werde ich euch unter die Völker zerstreuen. Wenn ihr aber zu mir umkehrt, meine Gebote einhaltet und befolgt, werde ich euch wieder sammeln. Selbst vom Ende der Welt würde ich euch zurückholen. Ich werde euch an den ausgewählten Ort bringen, dorthin, wo ich in meinem Namen gegenwärtig bin.‘ Denn sie sind deine Knechte und dein Volk.
Durch deine große Macht und deine starke Hand hast du sie aus Ägypten befreit. Ach Herr! Habt doch ein offenes Ohr für das Gebet deines Knechtes! Hör auf das Gebet aller, die bereit sind, dir zu dienen und dich zu ehren.
Lass doch das Vorhaben deines Knechtes heute gelingen und mich beim König Gehör finden.‘
Ich war der Mundschenk des Königs.“
Nehemia bekommt Nachricht, wie es seinem Volk geht – und es zerbricht ihm sein Herz. Weil er hört: Da sind Menschen, die schon 80 Jahre wieder zurück in das Land gereist sind. Und es hat sich nichts in diesem Land verbessert; nichts. Die Stadtmauern sind immer noch zerstört, die Häuser sind verbrannt, die Menschen leiden Not.
Und er – fern von der Heimat – weiß erst mal nicht, was er machen soll. Und ich finde es sehr spannend, Nehemia jetzt dabei zu beobachten: Wie er darauf reagiert. Weil er es einerseits nicht dazu bringt, dass er gleich in Aktionismus verfällt. So dass er sagt: „Okay, ich muss jetzt sofort losrennen; ich nehme eine Tasche und los – irgendwas machen.“ Und andererseits ist er auch nicht so, dass er in Schockstarre verfällt und sagt so: „Ja, ist halt so. Bringt nichts; kann man nichts machen.“
Nehemia schafft einen Weg zu finden, wie er vom Bewegten zum Bewegenden wird. Und ich habe zwei Hauptpunkte dazu:
Das erste ist: Vom Bewegten zum Bewegenden.
Und das war das erste – er macht sich auf den Weg zu Gott, weil er der Bewegende ist. Er weiß: Bevor er überhaupt irgendwas bewegen kann, muss er zu dem gehen, der bewegen kann. Und er beginnt, ins Gebet zu gehen und sagt: „Okay, Gott; du siehst, was es ist – du siehst meine Hoffnungslosigkeit. Aber ich weiß, dass du es verändern kannst.“
Und er beginnt zu fasten, er beginnt zu beten.
Ich finde es spannend, dass er sagt, er ist bereit, sich von Gott im Gebet korrigieren zu lassen – weil er sagt: Einerseits „Okay, Gott; ich rechtfertige uns nicht. Wir haben viele Fehler gemacht.“ Und er zeigt nicht nur mit dem Finger auf die anderen, was die falsch gemacht haben, sondern er sieht auch, was er in seinem Leben selber falsch gemacht hat.
Und so geht er vor Gott und sagt: „Bevor irgendwas losgeht – mache ich Klarschiff. Und dann zeig mir, wie es weitergeht.“
Im Gebet finde ich es so cool, dass er letztendlich Gott auf seine eigenen Verheißungen erinnert.
Und zwar: Ich möchte diesen Vers jetzt hier auch gleich nochmal vorlesen; wir nehmen hier eins, Vers neun. Da steht es nämlich:
„Wenn ihr aber zu mir umkehrt, meine Gebote einhaltet und befolgt, werde ich euch wieder sammeln – selbst vom Ende der Welt würde ich euch zurückholen. Ich werde euch an den ausgewählten Ort bringen, dorthin, wo ich in meinem Namen gegenwärtig bin.“
Er hält Gott seine Versprechen vor – und das ist das, was näher mir auch wieder Hoffnung gibt: Wo er sagt: „Gott; das ist das, was du versprochen hast. Und darauf möchte ich bauen!“
Und dann hat er unglaublich Geduld – das, was ich absolut nicht habe.
Wenn man ein bisschen reinschaut, sieht man, dass es er ungefähr von November bis April gebetet, gefastet hat und gesagt hat: „Gott; zeig mir, wie es weitergehen soll.“
Und er tut nichts bis dahin. Also nichts – dass er so sagt: „Jetzt breche ich auf“ oder versucht irgendwie groß aktiv zu werden.
Aber eins macht er – und das merkt er, merken wir – als er dann anfängt zu sehen, dass Gott auf einmal eine Tür öffnet: Dann hat er nämlich schon alle Pläne bereit. Als der König ihn fragt: „Was brauchst du, um loszugehen?“ Kann er ihm gleich raushauen:
„Also ich brauche so und so viel Holz; es dauert ungefähr so lange – die Lage sieht so und so aus.“
Und er kann direkt dem König sagen: „Das und das und das brauche ich!“
Das heißt: In dieser ganzen Zeit war Nehemia nicht, dass er gesagt hat: „Ich mache nichts. Ich schaue einfach mal; irgendwann wird Gott etwas machen.“
Nehemia hat gewartet im Gebet – und war trotzdem, also aktives Warten im Prinzip.
Und das finde ich spannend, dass Nehemia am Anfang diese Zeit nutzt und diese Geduld hat: Zu warten, bis Gott anfängt, die Tür aufzustoßen. Und dann fängt er auf einmal an – und wird selbst zum Bewegenden!
Das ist mein nächster Punkt.
Also Nehemia ist jetzt bereit; als der König sagt: „Okay, Nehemia, dich beschäftigt etwas? Was ist los?“ Diesen Punkt nutzt er und sagt: „Okay, Gott scheint eine Tür aufzumachen. Jetzt kommt der Punkt, wo ich mich bewegen muss.“
Und was macht Nehemia?
Zum einen gibt er erst mal seine ganzen Sicherheiten auf.
Also: Er hat einen coolen Job – also er hat beim König Wein gebracht; er hat ein sicheres Leben. Und er sagt: „Okay, ich gebe jetzt alles auf. Ich reise jetzt los; ich packe meine Sachen und ziehe los – schaue, was Gott mit mir dort vorhat.“
Er kommt dann in Jerusalem an – und dort beginnt er auch nicht gleich alles aufzubauen. Sonst dauert drei Tage und eine Nacht, wo er sich alles genau anschaut.
Und dann fängt er auch nicht an, selber aufzubauen und zu sagen: „So jetzt lege ich hier mal los.“
Sondern er beginnt ein Team zusammenzustellen.
Das heißt: Er sagt: „Gott will mich nicht da hinschicken, dass ich da alles alleine mache – sondern Gott will, dass wir als Volk gemeinsam dort wirken und das gemeinsam aufbauen!“
Und das Schöne ist, zu sehen, wie Nehemia das Volk Israel motiviert.
Und zwar indem er zeigt: „Hey Leute; schaut mal her: Gott ist schon jetzt am Wirken. Ich erzähle euch mal, was Gott bisher in meinem Leben getan hat. Was er alles geschenkt hat – dass ich heute hier stehe.“
Und ich überlege mir manchmal so: Wie sitzen wir in Gemeinde da? Wie erzählen wir davon, dass Gott was in unserem Leben getan hat?
Ich finde das manchmal selber sehr schade, wie schweigsam dann auf einmal Gemeinde – und ich selbst auch werden kann. Wenn Leute fragen: „Okay; kann jemand ein Zeugnis einer Gemeinde erzählen? Wo er erlebt hat, wie Gott gewirkt hat – um einfach die Gemeinde zu ermutigen.“ Weil wir brauchen Ermutigung in der Gemeinde.
Und dann sind häufig sehr wenig Hände oben. Und ich denke so: Wir brauchen doch diese Ermutigung!
Nehemia lebt es vor und sagt und geht zu den Menschen und sagt:
„Hey, Gott ist am Wirken; ihr dürft dabei sein! Ihr könnt mitmachen – Gott will auch euch bewegen und euch zu Bewegten machen.“
Das Spannende ist: Dass sobald dort Gott am Wirken ist – das Herausforderung auftaucht.
Und über diese Herausforderung möchte ich jetzt auch mit euch noch mal reden und sie anschauen:
Weil das erste, was wir sehen: Nicht jeder hilft mit. Wir lesen in diesem einen Vers Nehemia 3, Vers 5: Daneben erneuerten Leute aus Tekoa die Mauer – also die Mauer wird wieder aufgebaut – und dann die Vornehmen dieser Stadt weigern sich jedoch, den Rücken im Dienst ihres Herrn krumm zu machen.
Ich weiß nicht, wie es dir geht: Wenn du irgendwo was siehst, das gemacht werden muss; und du gehst voller Motivation rein und sagst:
„Leute! Hilft mit – wir machen Fest, bringt Essen mit.“
Und dann stehst du da und merkst so: „Ja, eigentlich die Leute, die jetzt was bewegen könnten, die machen gar nicht mit. Die sind gerade die Vornehmen der Stadt; die haben doch Möglichkeiten! Also wenn die Ärmsten irgendwie noch für ihre Familien versorgen müssen oder so – kann ich verstehen; können wir drüber reden. Aber gerade die Vornehmenden, wo ich erwarte: dass die vorangehen, dass die mit anpacken – sagen ‚Nö‘.“
Es können Dämpfer sein, manchmal in unserer Gemeinde oder in unserem privaten Leben: Wo wir anfangen nach vorne zu gehen; dass Gott uns bewegt. Und auf einmal bäm! Ziehen die Leute, die wir eigentlich erwarten, nicht mit.
Das nächste: Feinde werden ganz aktiv – und zwar steht in Nehemia 4, Vers 2:
„Sie verschworen sich und beschlossen, Jerusalem anzugreifen und dort Verwirrung zu stiften.“
Das ist schon der zweite Schritt von den Feinden; davor machen sie sich einfach drüber lustig und sagen so: „Das habt ihr vor, Nehemia? Das hast du wirklich – du willst diese Stadtmauer aufbauen? Hast du mal geguckt, wie deine Leute drauf sind? Hast du mal geguckt, wie viel Material du da hast? Eigentlich keine Chance; das ist ein total verrückter Plan. Kann nicht funktionieren.“
Wenn wir anfangen, nach Gottes Plänen zu leben – und er uns bewegt will: werden auch andere Leute auf uns zukommen.
Nicht nur, dass nicht alle Leute mitziehen – sondern dass aktiv Leute manchmal sagen so:
„Was du da vorhast; ist absoluter Blödsinn. Das kann nicht klappen; das ist lieber gleich sein.“
Und das nächste: Seine Mitstreiter, die auch mitmotiviert dann angefangen haben, mitzubauen – Nehemia 4, Vers 4:
„Zu der Zeit beklagten man in Judah: Den Trägern wird die Last zu schwer; der Schutt ist viel zu viel. Den Bau vollenden wir nicht mehr und kommen nicht ans Ziel.“
Das heißt: Nach einiger Zeit – nicht nur, dass manche Leute, über den ersten Schock ist man weg, dass nicht alle mitziehen wollen – dann, dass Leute, die Feinde dich behindern, wollen dir noch Knüppel zwischen die Beine schlagen. Okay; nimm dich alle mit.
Aber dann zu sehen: Dass die, die mit dir motiviert angefangen haben, dass die auch noch sagen:
„Nein! Guck dir das alles an – wir haben keine Kraft mehr; wir haben keine Leute mehr.“
Eigentlich geht alles schief. Wie soll das noch funktionieren?
Ich weiß nicht, was Nehemia manchmal in diesen Phasen vielleicht gedacht hat – oder als er abends ins Bett gegangen ist: Ob er am liebsten alles hingeschmissen hätte oder so.
Aber was wir bei ihm sehen können – und das finde ich so beeindruckend:
Er geht hin und sagt: „Leute! Ich überzeuge euch jetzt nicht mit Geld, was ich habe. Ich überzeuge euch nicht mit meinen Fähigkeiten, die ich habe. Das, was ich euch zeige und wie ich euch ermutige – ist, dass ich euch wieder Gott vor die Nase halte und sage: ‚Dieser Gott ist an unserer Seite! Dieser Gott hat uns bis hierher geführt; dieser Gott, der wird uns weiterführen! Glaubt ihr das?‘“
Dass es so wie Nehemia anfängt – das Volk immer wieder in Abschnitten, immer wieder neu zu motivieren: Wenn Leute sagen „Nein, geht nicht“ – was ja auch sein Feindenvorhalt ist. Wenn die sagen: „Kann ich klappen.“ Wo er sagt:
„Hey! Wir haben einen großen Gott; es ist super. Es ist egal, was ihr jetzt an Anfechtung bringt. Ich möchte zwei wesentliche Punkte noch mal nennen – die mir wichtig geworden sind: Was hilft eigentlich Nehemia dabei durchzuhalten?
Das eine: Er ist selber verwurzelt in Gott.
Er sagt immer wieder und zieht sich auch immer wieder selber zurück und sagt:
„Hey! Ich muss bei Gott auftanken. Und ich zeige den Menschen, dass es Gott an ihrer Seite ist – und dass es nicht irgendwie unsere menschliche Kraft ist, die funktioniert.“
Das heißt: Völlige Abhängigkeit von Gott.
Und der zweite Schritt ist:
Dass er sagt: „Hey Leute! Wir sind eine Gemeinschaft; wir müssen es zusammen anpacken.“
Und es gibt eine Sache – und die wünsche ich mir so sehr für uns als Christen:
Es gibt die Probleme, dass Nehemia sagt:
„Okay, wir bauen alle an irgendeiner Ecke die Stadtmauer hoch. Das heißt: Wir können gar nicht mehr so gut kommunizieren; weil der eine ist dort – der andere ist da drüben. Der eine macht Kindergottesdienst; der andere macht Seniorenarbeit. Der eine macht immer wieder die Gemeinde schön; die nächsten machen Technik.“
So, wir verlieren uns aus dem Blick.
Und was ist Nehemiahs Plan?
Er sagt: „Okay! Ihr kriegt jetzt alle Tröten in die Hand. Und wenn jemand merkt: Da kommen Feinde oder es treten irgendwelche Probleme auf – dann nehmt dieses Horn und tutet rein, dass es jeder hört. Tutet; macht Krach!“
Und was ist dann?
Dann sollen alle sich an diesem Punkt sammeln und sagen:
„Hier stehen wir jetzt zusammen.“
Und dann wird Gott hier für uns sorgen – und der Feind hat keine Chance.
Das wünsche ich mir so sehr!
Wie sehr sind wir in Gemeinden oder manchmal in unserem Leben in unseren eigenen Punkten so beschäftigt. Dann kommen genau zwei Sachen:
Die einen: Wir sind so eitel und denken, wir müssen unsere Probleme irgendwie alleine bewältigen.
„Das schaffe ich schon alleine.“
„Nee! Ich rufe niemanden um Hilfe.“
„Ich kriege das hin – weil es ist ja sonst, wenn ich es nicht hinbekomme: meine eigene Schwäche. Das heißt: Ich kriege das irgendwie hin.“
Nein!
Nehemia sagt:
Wenn irgendwo Probleme auftauchen – dann tut er in dieses Ding rein.
Weil ich habe euch nicht alleine irgendwo hingestellt; sondern in Gemeinschaft.
Und das andere ist:
Wenn ihr jemanden tuten hört: Dann lauft hin. Und dann sagt nicht:
„Nö! Meine Aufgabe hier ist so schön und so wichtig.“
Was ist, wenn dieses Mauerstück hier nicht fertig wird? Dann ist hier das nächste Problem.
Ich muss jetzt hier bleiben; ich muss fertig machen.
Oder ich habe schon eine ganze Zeit gebaut. Ich habe jetzt meine Kaffeepause.
Nein!
Wenn das Horn tutet – dann lauft zusammen.
Und ich stelle mir das so in der Gemeinde vor:
Wenn wir auf einmal wirklich in der Gemeinde sagen: „Wenn irgendwo ein Problem ist, dann stehen wir zusammen.“
Dann gehen wir dann – weil es ist nicht das Problem dieser Person; sondern es ist das Problem. Da kommt ein schönes Männchen wieder von vorn her.
Dann ist Gottes Körper, seine Braut, die Gemeinde – dann ist irgendwo da was nicht richtig.
Und deswegen dürfen wir und sollen wir dort zusammenströmen und uns gegenseitig unterstützen.
Das wünsche ich mir so sehr für uns!
Und was ist das Resultat?
Es gibt zwei Resultate:
Das eine: Die Mauer wird am Ende fertiggestellt. Schon mal sehr schön.
Und dann kommt aber noch was – und das finde ich so beeindruckend:
Das steht in Nehemia 6, Vers 16:
„Als unsere Feinde aus den Völkern ringsum das hörten, bekamen sie Angst. Ihr Hochmut verging ihnen; und sie mussten erkennen: dass unser Gott dieses Werk vollbracht hat.“
Das heißt: Wenn wir zusammenstehen – dann können wir mit Gottes Wirken Dinge vollenden und schaffen.
Und dann werden Leute drumherum stehen und sagen:
„Guckt euch mal an! Eigentlich seid ihr so mickrig. Also eure Gemeindezahlen sinken; also ich weiß nicht, wie es bei euch ist oder so.“
Wie wollt ihr es schaffen? Euch fehlen die Mitarbeiter – eigentlich kann das gar nicht.
„Guckt mal: Der will den Gottesdienst so oder so – kann doch gar nicht funktionieren.“
Und die Leute außen beobachten oder sehen:
Das kann eigentlich nicht funktionieren. Und sie kommen zu dieser Erkenntnis:
Da muss etwas sein! Da muss ein Gott am Wirken sein; sonst würde das nicht funktionieren.
Ich will dich heute fragen: An welcher Stelle stehst du?
Nehemia hat da ganz viele unterschiedliche Positionen, wo er gerade in seinem Wirken steht. Bist du vielleicht gerade auf der Suche und fragst Gott:
„Wo soll mein Herz schlagen? Wo ist mein Projekt – wo du mich hinsenden willst; weil ich weiß es gerade nicht.“
Ich trampel durch mein Leben; versuche gerade alles zu organisieren.
Wo willst du mich wirklich gebrauchen? Wo soll mein Herz für dich schlagen?
Vielleicht stehst du da und sagst:
„Ich stehe irgendwie völlig alleine da. Wo sind vielleicht Leute, die mir helfen können – die vielleicht das Gleiche auf dem Herzen haben wie ich.“
Vielleicht stehst du auch da und sagst: „Ich kann gerade nichts anderes als beten; und warte, dass Gott eine Tür auftut.“
Vielleicht bist du gerade dabei und sagst:
„Hey! Du musst heute wirklich mal in das Horn tuten – weil du gerade nicht weiterweißt in deinem persönlichen Leben oder an irgendeiner Stelle in der Gemeinde.“
Vielleicht hast du gerade auf Vollpower; oder hast jemanden leise tuten gehört und weißt: „Oh, da sollte ich mal hin. Sollte nicht zu lange warten – da mal hin laufen, weil da eine Person ist, die wirklich Hilfe braucht.“
Wo stehst du? Wo will Gott dich gebrauchen?
Und dann kommen wir zu dieser Frage:
Wenn Gott dich ruft und sucht: lässt du dich rufen? Bist du bereit zu gehen?
Ich glaube, es macht einen Unterschied, wenn wir da stehen und sagen: „Gott; gebrauche mich!“ Und wenn wir wie Nehemia dann bereit sind und sagen: „Hey! Wir machen uns auf den Weg.“
Egal, welche Probleme auftauchen werden – wir stehen das mit Gott durch. Und Gott hat uns nicht alleine hingestellt.
Ich möchte zum Abschluss beten:
„Gott; ich danke dir, dass du immer wieder Menschen berufst! Ich danke dir, dass du uns nicht alleine in diese Welt gestellt hast.“
Und du siehst: Was uns vielleicht gerade jetzt bewegt – oder ob uns irgendwie gerade gar nichts bewegt.
Wir stehen alle an unterschiedlichen Stellen. Und wir wollen dir einfach danken:
Dass du uns durch so viele Herausforderungen in unserem Leben schon durchgetragen hast und es versprochen hast, uns weiter durchzutragen!
Und so wollen wir uns in deine Hände legen – und wollen dich bitten für deine Gemeinde; für diese Gemeinde hier; für alle Gemeinden in Wiesbaden; für deinen Leib in ganz Deutschland; der ganzen Welt.
Dass du uns immer wieder neu zusammenschweißt, dass wir füreinander da sind – und die Hoffnung durch dich nicht verlieren!
Amen.