"Der gute Hirte - von grünen Auen, guten Wegen, finsteren Tälern und gedeckten Tischen."
Predigt

"Der gute Hirte - von grünen Auen, guten Wegen, finsteren Tälern und gedeckten Tischen."

Peter UnsinnPeter Unsinn
Sonntag, 31. August 2025 · 10:00 Uhr
Ps 23 & Joh 10
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Transkript

Zum Mitlesen oder gezielten Springen zu Passagen.

Ja, ich grüße euch ganz herzlich jetzt auch zur Predigt, wie ihr schon gehört habt, heute unter dem Titel "Der gute Hirte von grünen Auen, guten Wegen, finsteren Tälern und gedeckten Tischen". Es gibt vermutlich wenige biblische Vorstellungen und Bilder, die unser inneres Bildgedächtnis so geprägt haben wie die Worte vom Hirten oder vom guten Hirten. Wer da mal im Internet "guter Hirte" sucht, der findet hunderte von Bildern, die in irgendeiner Weise den guten Hirten darstellen. Und es gibt zwei bekannte Texte, die das maßgeblich geprägt haben: einmal Psalm 23 und andererseits Johannes 10. Ich weiß nicht, wie es euch so geht – außer gelegentlichen Beobachtungen mal von einer Herde und vielleicht einem Hirten, wenn man Glück hat – sind für mich Schafe und Hirten eigentlich fast komplett aus meiner Lebenswelt herausgefallen. Also: Wenn ich so hinten durch die Dörfer mit der Marion mal durch die Taunus-Täler fahre, dann sehe ich vielleicht ein paar Mal im Jahr irgendeine kleine Herde – aber die ist meistens durch irgendeinen orangefarbenen oder weißen Schutzzaun eingegrenzt und vom Hirten ist in der Regel schon keine Spur mehr. Also kann ich mich zumindest der Welt der Schafe und Hirten nicht durch Erfahrung oder Alltagsbeobachtung nähern. Ich könnte natürlich alles Mögliche dazu anlesen – das ist auch ein guter Weg –, aber ich habe mal versucht, die Atmosphäre dieses Textes auf mich wirken zu lassen, und dazu lade ich euch auch ein. Ich lese euch den Text 23 in der klassischen Luther-Übersetzung: „Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wasser. Er erquickt meine Seele. Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen, und wenn ich schon wandere im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir: dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbst meinen Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“ Wenn ich das auf mich wirken lasse und versuche es mal mit eigenen Worten zu formulieren, dann steht da für mich: Kein Mangel – weder an Liebe, noch an Kreativität, noch an Kraft, noch an Zeit oder Geld. Kein Mangel. Ich kann mir eine satte grüne Wiese vorstellen mit blühenden Blumen und vielleicht wie im Taunus schattigen Plätzen und Bäumen an den Rändern. Und dann in so einer Atmosphäre ausatmen, tief durchatmen, ruhig werden – vielleicht einfach auf dem Rücken liegen und in den blauen Himmel und die Wolken schauen. Lebensfülle in Rhein-Kultur. Und genau das verspricht Jesus im anderen Text in Johannes 10: Lebensfülle. „Ich bin gekommen, damit die Menschen das Leben haben – und zwar im Überfluss.“ Leben im Überfluss. Wir haben sogar eine Kirche hier im Rhein-Main-Gebiet oder in unserem Raum, die sich nach dieser Idee vielleicht benannt hat: Overflow Church. Aber wie ist das bei uns mit diesem Leben im Überfluss von Gott? Erfülltes Leben durch den Glauben an Jesus. Wenn wir hier so herkommen – sozusagen teilen wir dann von dem Überfluss, den Gott uns schenkt? Den Überfluss an Kreativität, an Liebe, an Kraft, an Geduld, an Zeit, an Begabungen, an Fähigkeiten, an Ressourcen. Teilen wir diesen Überfluss auch im Alltag unter der Woche miteinander? Ich finde: Ja, wir tun das. Wir sind da bereits auf dem Weg. Wir teilen, was wir an Überfluss haben. Aber ich weiß auch, dass wir oft in der Gefahr sind, dass das, was wir teilen, eben zuerst mal aus uns kommt – aus unseren menschlichen Kräften und Ressourcen und unserer Kreativität und unserem Verstand und unseren Fähigkeiten. Und ich weiß, dass wir dann auch sehr schnell an die Grenzen kommen und dass es knapp und mühsam wird, wenn wir nur das teilen, was aus uns kommt. Aber wenn ich auf Gott schaue und wenn ich so die Linie und Fülle der biblischen Verheißungen anschaue, dann scheint es mir, dass das bei Gott anders ist. Dass seine Fülle eben kein Limit, keine Grenzen hat – sondern dass seine Fülle unbegrenzt ist. Egal ob es dabei um Kreativität, um Energie, um Kraft, um Liebe geht, um Begabungen, Fähigkeiten, Ideen: Bei ihm ist die Fülle unbegrenzt. Und das ist nicht so, dass Jesus hier mal eine Stelle im Superlativ uns weitergibt – sondern das macht er ja ganz oft. Er verspricht uns zum Beispiel, dass seine Freude in uns sein soll und dass sie völlig sein soll. Auch wie ein Superlativ: nicht so ein bisschen, sondern völlige Freude. Oder er sagt, dass durch den Glauben an ihn nicht so kleine Rinnsale von Leben zu den anderen fließen, sondern Ströme von Leben fließen. Und dass das, was aus uns quillt an Lebenskraft eben nicht so ein bisschen rieselt und gerade so über den Rand fließt – sondern dass das Leben von ihm aus uns quillt wie eine Quelle, die fließt und fließt und fließt. Und Jesus sagt: Die ist so mächtig, dass sie bis ins ewige Leben hinein fließt. Also: Leben im Überfluss, völlige Freude, genug Lebenswasser für jeden Lebensdurst – das verheißt uns Jesus. Er ist nicht zimperlich mit Superlativen. Was machen wir damit mit der Fülle, die Jesus uns gegeben hat? Strecken wir uns – ich sage es mal vereinfacht – nach mehr von Jesus aus? Wenn wir die Begrenztheit spüren von unseren Fähigkeiten, von unseren Ressourcen, von unserer Weisheit, von unserer Liebesfähigkeit: strecken wir uns dann aus oder strengen wir uns einfach mehr an? Und merken, wenn wir so an die Grenzen kommen – jetzt noch ein bisschen mehr an Energie rein und ein bisschen mehr Anstrengung – dann wird es schon irgendwie gehen. Oder sagen wir Jesus: Nein, eigentlich geht es nicht aus dem, was ich kann oder wir können. Jesus, ich brauche, was von dir kommt – an unvergleichlich mehr Kreativität, Ideen, Freiheit, Kraft, Fähigkeit zu lieben. In Deutschland ist es ja so, dass die Neuseeländer sagen: In Neuseeland ist es so, wenn einer den Kopf hochstreckt über dem Durchschnitt – dann chopp ab, dann kommt der Kopf weg, damit er wieder im Durchschnitt ist. Bei uns in Deutschland sagen wir dann: Vielleicht ja jetzt bleib mal realistisch. Also ist ja alles schön, diese Rede vom Überfluss und von der völligen Freude und von Lebenswasser, was quillt und quillt und quillt – ja, es ist durchaus sinnvoll, realistisch zu bleiben. Aber dann eben so realistisch wie das zum Beispiel dieser Psalm 23 macht. Denn der ist ja auch realistisch: Er beschreibt ja auch das finstere Tal und die Feinde. Aber er beschreibt eben das finstere Tal und die Feinde eingebettet in Gottes Gegenwart. Der Hirte ist mit dabei im Finstern Tal mit seinem Stecken und Stab. Und Gott deckt den Tisch im Angesicht der Feinde. Und wenn ihr euch diesem Psalm mal durchlasst, ist nachdenkenswert: dass der Psalmbeter David in dem Moment, wo es an den Punkt des finsteren Tals kommt und des Angesichts der Feinde – dass er dann in diesen Beten plötzlich zum Du wechselt. „Du bist bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest mir den gedeckten Tisch. Du salbst mein Haupt mit Öl. Du schenkst mir voll ein.“ Die Lebensfülle, die hier beschrieben wird, spitzt sich gerade sozusagen in der Bedrängnis, in der Herausforderung, im Angesicht von Widrigkeiten – spitzt sie zu. Und dann wird es richtig persönlich zwischen uns und Gott oder zwischen uns und Jesus. Gerade dort, wo wir bedrängt sind, wird Gott unser Gastgeber. Hier heißt es: Er deckt den Tisch. Er schenkt uns Wertschätzung, Schätzung durch die Salbung – wie das den Ehrengästen damals widerfahren ist. Er schenkt uns den Becher zum Mal voll ein. Also: Gott nimmt uns aus dieser Realität der finsteren Täler und von fiesen Feinden und Umständen – die kennen wir alle – an seinen Tisch zum Ausruhen und Kraft schöpfen. Ich habe mal Folgendes gelesen: „Gottes Tisch ist ein ganz besonderer Tisch. Mit viel Liebe hat Gott ihn für uns bereitet und lädt uns zum Ausruhen und Aufatmen ein. Wir dürfen unsere Beine unter seinem Tisch ausstrecken. Das Laufen und Rennen, das Hetzen und Jagen, das verfolgt und getrieben werden – haben ein Ende. Gott setzt sich mit uns an einen Tisch. Dann haben Angst, Sorgen, Schuld, Erwartungen, To-do’s, Termine, Schwierigkeiten und Müdigkeit keinen Zutritt. Denn Gottes Tisch ist zuerst ein Tisch der Ruhe und der Seelsorge. Dort kann ich alles auf den Tisch legen, was mich bewegt und drückt, was mich freut und stärkt. An Gottes Tisch darf alles raus. Gott lädt mich ein: Alles auf seinen Tisch zu legen – und hört mir zu. Und Gott wird sich alles auf dem Tisch gelegte mit großer Barmherzigkeit anhören, anschauen und dann reinen Tisch machen. Das, was in Wahrheit vor Gott aufgedeckt wird, kann dann auch in Liebe zugedeckt und vergeben werden.“ Gott wird nicht empört auf den Tisch hauen – aber auch nicht alles vom Tisch wegen oder einfach unter den Tisch fallen lassen. Gott wird unsere Sünden und Lasten in allen Einzelheiten vom Tisch nehmen, vergeben und an sein Herz nehmen. Der Tisch im Angesicht meiner inneren Antreiber, der äußeren Widrigkeiten, der Notlagen und Herausforderungen – ist bei Gott eben ein Tisch des Überflusses. Es ist kein knausrig gedeckter Tisch. Auch der Tisch im Angesicht all des Fiesen und Widrigen ist ein Tisch im Überfluss: Ein Tisch von Gnade, Vergebung. Ich habe überlegt: Gibt es sowas wie einen Weg zu diesem Überfluss, den Jesus ja mehrfach verspricht? Wenn ich mir die beiden Texte – Psalm 23 und Johannes 10 – anschaue, dann ist mir aufgefallen, dass diese beiden Texte eben nicht im Konjunktiv stehen. Also: Sie sprechen nicht von potentiellen Möglichkeiten. So kann das vielleicht sein oder so könnte es geschehen. Sondern diese Texte sprechen fast immer im Indikativ, im Modus der Wirklichkeit. „Der Herr ist mein Hirte. Er weidet mich. Er führt mich. Er erquickt mich.“ Oder: „Du bereitest. Du salbst. Du schenkst mir voll ein.“ Oder bei Johannes 10: „Ich bin das Tor zu den Schafen. Ich bin der gute Hirte. Ich kenne meine Schafe. Meine Schafe kennen mich.“ Jesus sagt nicht: „Ich bin gekommen, um – wenn möglich und die Umstände nicht zu widrig sind – ihnen das Leben in Fülle soweit wie möglich zu schenken.“ Er spricht nicht in Formen, die diese und jene Einschränkung haben. Sondern er sagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben in Fülle haben.“ Also weder der Psalmbeter David noch Jesus richten ihren Blick oder ihren inneren Fokus auf all das, was eben widerlich ist – was gegen sie ist, was Feinde sind, was sie innerlich unruhig macht. Sondern sie richten ihren Blick auf das, was bei Gott Realität und wahr ist: „Der Herr ist mein Hirte.“ Egal ob ich das momentan so fühle und wahrnehme oder nicht – er ist es. Jesus sagt: „Ich bin der gute Hirte.“ Auf gut Deutsch kannst du machen, was du willst und deine Umstände. Ich bin der gute Hirte. An diesem Punkt vom Predigtreiben habe ich überlegt: Wie ist das eigentlich bei mir? Worauf richte ich meinen inneren Fokus? Könnt ihr jetzt die Marion fragen – und je nachdem, wie freudlich sie mir gegenüber ist, könnte sie euch Dinge erzählen. Also: Richte ich meinen Blick auf die inneren Antreiber und Vorbehalte? Also wenn man als Pastor in so einer Gemeinde lebt und arbeitet, da gibt es eine Menge Antreiber – was so alles gedacht und erwartet und gesagt wird. Richte ich meinen Blick auf widrige äußere Umstände? Große Familie wie wir: fünf Kinder, zehn Enkel. Da gibt es immer etwas, was widrig ist. Immer etwas bei einem der Kinder oder einem der Enkel – was wirklich fies und nicht wünschenswert und nicht sein sollte. Und wenn man viele Menschen kennt, ist es noch mehr so. Es gibt immer Dinge, die sind eigentlich so, dass du sagst: Das kann nicht sein. Das will doch Gott nicht. Das ist nicht das, wo er hinwill. Also: Wohin richte ich meinen Blick? Ich muss sagen: Ich richte meinen Blick viel schneller auf die Unmöglichkeiten. Oder auch auf die alten Erfahrungen, die ich gemacht habe. Ich gebe mich leichter der Nicht-Hoffnung hin als der Hoffnung. Und ich muss eingestehen: Manchmal fehlt mir der Glaube. Oder der Glaube kommt mir in diesem Alltagstreiben und all den Herausforderungen und den fiesen Dingen abhanden, weil ich nur noch auf die Menschen und Schwierigkeiten und Umstände und Persönliches und Inneres schaue. In Hebräer 11,1 wird gesagt: Was ist ein Glaube eigentlich? Da steht: „Es ist aber der Glaube ein zuversichtliches Vertrauen auf das, was man hofft. Und ein festes Überzeugtsein von Tatsachen, die man mit Augen nicht sieht.“ Ein zuversichtliches Vertrauen auf das, was ich hoffe – und ein festes Überzeugtsein von Tatsachen, die ich mit meinen Augen nicht sehe. Mir geht es so – wahrscheinlich vielen von euch auch so: dass wir unseren Blick viel leichter auf die fiesen Tatsachen richten. Und auch das, was eben dann die Hoffnung klein macht. Aber Gott lädt uns ein, auf das zu schauen, zuerst was bei ihm Realität ist und von dort aus dann die Umstände, die Widrigkeiten, die fiesen Dinge anzugehen. Wie entsteht Glaube in diesem Sinn? Wie verlernen wir das, so schnell auf unsere Unmöglichkeiten, Widrigkeiten, alte Erfahrungen zu schauen? Wie lernen wir neu zuversichtliches Vertrauen oder ein festes Überzeugtsein – dass Gott bei all den fiesen Dingen viel mehr kann, als wir uns auch nur ausmalen können? Oder: Wie kommen wir zu lebensfülliger, völliger Freude und dem fröhlichen Sitzen am gedeckten Tisch? Psalm 23 ist super bekannt. Trotzdem beschreibt er etwas, was oft übersehen wird – nämlich da wird nichts Statisches beschrieben, sondern da wird ein Weg beschrieben, angeführt vom guten Hirten. Also: Was macht der gute Hirte? Die einen Übersetzungen sagen: Er lässt mich auf den grünen Weiden ausruhen, zur Ruhe kommen. Ich sättige mich; ich sammle neue Kraft. Dann geht’s weiter – er führt mich zu den frischen Wassern. Er führt mich auf den sicheren, manchen Übersetzungen gerechten, richtigen Wegen, den Wegen der Gerechtigkeit. Dann: Ich wandere durch das finstere Tal und der Hirte begleitet mich mit seinem Stecken und Stab. Und dann komme ich an den Tisch – und ich komme wieder zur Ruhe. Ich bin bei Gott und er dient mir und bringt meine Seele zur Ruhe. Und ich denke: Das Geheimnis ist einmal, dass Jesus der sozusagen vorangeht. Wir sind gleichzeitig die, die so einen Wechsel von Ruhe, von sich sättigen bei Gott, von in Bewegung sein – von auch mal finsteren Tälern aushalten und dann wieder zu einem anderen Ruhepunkt zu kommen. Und das Zweite ist: Der Hirte ist eben der, der vorangeht. Und in Johannes 10,27 wird dieses sozusagen breit beschriebene im Psalm auf einen Satz komprimiert: „Meine Schafe hören meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.“ Also: Es heißt, Jesus kennt uns – er kennt unsere inneren Antreiber, er kennt unsere inneren Bremsklütze, er kennt unsere widrigen Umstände, er kennt unsere Denk- und Handlungsmuster. Er weiß, dass wir schneller auf die widrigen Umstände als auf ihn schauen – schneller auf unsere Unmöglichkeiten als auf seine und Gottes Wahrheit. Aber er weiß das – und trotzdem sagt er: „Meine Schafe hören meine Stimme.“ Also so wie hier: Ja, die kennen mich. Sobald sie den Wagen hören in deinem Beispiel – dann kommen die angerannt; sie erkennen: Das ist Jesus. Und das Zweite: Sie folgen mir. Wir haben im Grunde genommen zwei Möglichkeiten: 1. Wir können sagen: „Ja, so wie es ist, ist doch ganz nett. Ja, schöne Gottesdienste, freundliche Menschen. Wir kommen irgendwie so finanziell als Gemeinde ganz gut über die Runden. Unser Miteinander ist toll – werden freundlich hier willkommen, haben gute Gespräche und das ist doch super.“ Und das ist es auch. Aber gleichzeitig sagt Gott: „Das ist toll. Aber es bleibt oft stecken an der Grenze sozusagen eurer Kraft und Möglichkeiten.“ Ich denke: Gott lädt uns ein, dass wir über das hinausgehen – was wir haben, was aus eigener Kraft möglich ist, aus eigener Liebesfähigkeit, aus eigener Kreativität, aus eigenem Verstand. Dass wir neu anfangen, uns auszustrecken. Manchmal klingt es für manche vereinfacht: „Mehr von Jesus.“ Aber im Grunde genommen ist das eine tiefe Wahrheit. Wir brauchen tatsächlich mehr von Jesus. Wir brauchen seine Ideen. Wir brauchen seine Kreativität. Wir brauchen seine Liebesfähigkeit, um miteinander gut zu leben. Seine Gnade, um uns vergeben zu können. Wir brauchen mehr von ihm. Und ich glaube: Da ist nach oben bei Gott – weil er Gott ist und Jesus – weil er Jesus ist – kein Limit. Da dürfen wir uns ausstrecken und erbitten und sagen: „Ja, Jesus, wir brauchen mehr als das.“ Ist gut. Aber wir wollen was von Lebensfülle. Wenn ihr hier reinkommt und hier rausgeht – und neue Leute hier reinkommen und rauslassen – dass sie sagen: „Mensch, da ist wirklich Fülle an Leben. Fülle an Kreativität, an Liebe, an Vergebung, an Freundlichkeit.“ Und das alles beginnt mit dem Hören auf Jesus. Und ich denke: Das wisst ihr alle. Der redet vielfältig – durch sein Wort, durch Menschen, durch Umstände, durch seinen Geist, durch Träume, durch Dinge, die sich zusammenfügen. Die Frage ist: Ob wir einfach auch beginnen, neu unsere Ohren zu spitzen und zu hören, wo Jesus uns ruft und wo er sagt: „Da geht es lang – damit Fülle sich neu entfaltet.“ Amen.