Gottesdienst
Predigt

Gottesdienst

Peter UnsinnPeter Unsinn
Sonntag, 8. September 2024 · 10:00 Uhr
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Transkript

Zum Mitlesen oder gezielten Springen zu Passagen.

Wir begrüßen euch herzlich im Namen Jesu zu unserer neuen Predigtreihe, "Im Spiegel Jesu". Heute sozusagen das Thema des Tages: die Liebe in der Gemeinschaft erneuern. Schauen wir uns das doch mal so Stück für Stück an. **"Im Spiegel Jesu – Die Liebe in der Gemeinschaft erneuern."** Was hat sich Christoffer, unser Pastor wohl dabei gedacht? Denn zu dieser Themenformulierung lassen sich ja verschiedene Fragen stellen. Zum Beispiel: Welche Liebe denn? Gottes oder Jesu Liebe zu uns oder umgekehrt unsere Liebe zum dreieinigen Gott? Oder die Liebe, die wir untereinander haben? Oder vielleicht sogar die Liebe, die wir auch zu uns selbst haben sollten? Ich würde sagen, wenn man gut biblisch-theologisch durch die Bibel streift, dann stellt man fest: Alle diese Varianten der Liebe oder die verschiedenen Bezugswege gehängen ganz eng zusammen und sie lassen sich nicht trennen. Aber was steckt denn noch in dem Thema drin? Dann ist das eine unausgesprochene Aufforderung, die Liebe untereinander zu erneuern. Also schwingt da so unterschwellig mit, dass es in unserer Gemeinschaft als Gemeinde eben nicht genug Liebe gibt. Und die Predigt heute soll euch jetzt ermutigen oder ermahnen, doch mehr zu lieben. Oder hatte Christoffer überhaupt keine Ermahnung im Sinn? Sondern wollte eigentlich sagen: Es geht um einen Weg, nämlich dass in und durch Gemeinschaft Liebe in jederlei Beziehung und Hinsicht erneuert wird. Also egal, ob unsere Liebe zu Gott, unsere Liebe untereinander oder zu uns selbst – sie erneuert sich, wenn wir in Gemeinschaft leben und existieren. Wenn wir gemeinsam Jesus anschauen und auch zulassen, dass Jesus umgekehrt uns anschaut, wird dann nicht auch was von seiner Liebe zu uns übergehen und damit wieder von uns zu anderen übergehen? Gehen wir eins weiter. Im Spiegel Jesu. Also ich habe mir jetzt keine Gedanken gemacht, ob Jesus da Ihnen hinter oder mir entgegenschaut oder wie auch immer. Aber es ist so, dass definitiv sich rings um Jesus als dem Zentrum der Schrift Zentrales widerspiegelt über Liebe. Was können wir denn im Wesen Gottes, im Wesen Jesu erkennen, was dort an Liebe sozusagen widergespiegelt wird? Eine Auswahl: 1. **"So sehr hat Gott die Welt geliebt."** Johannes 3, 16 – super bekannt: "So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." In diesem Spiegel können wir erkennen, Gottes zentrale Motivation. Das tiefste seines Herzens ist Liebe. Und zwar: dass wir nicht irgendwann in einer Ewigkeit, sondern dass wir jetzt schon ein Leben führen, das sozusagen so ein Qualitätsziegel ewig hat. Und "ewig" heißt so viel wie "Leben made by God". So wie "Made in Germany" ein Qualitätsziegel war oder ist – je nachdem, wie man das so sieht – so ist es mit Gott. Ewig heißt: Leben bekommt die Qualität von Leben, die bei Gott ist. 2. **Das höchste Gebot:** Markus 12, 28 folgende: "Höre Israel, der Herr unser Gott ist Herr allein, und du sollst den Herrn deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Verstand und mit all deiner Kraft. Das andere ist, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es gibt keine Gebote größer als diese." 3. **Ein neues Gebot:** Was denn für eins? Johannes 13, 34: "Ein neues Gebot gebe ich euch, liebt einander. Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander leben." Und ein dritter Spiegel: Daran soll jedermann erkennen, auch Johannes 13, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander lebt. Könnte man über jedes natürlich jetzt eine 30-Minuten-Predigt machen. Wenn man es ganz kurz sagen will: Was zeigt uns das? In unserer Liebe zu Gott geht es um unsere komplette Existenz – die ganze. Liebe zu Gott und von ihm zu uns lässt sich nicht aufteilen in Lebensbereiche, in denen wir sagen: "Da gilt sie und da gilt sie nicht." Liebe lässt sich auch nicht loslösen von der Frage, wie wir mit uns selbst umgehen, ob wir uns selbst annehmen, lieben oder nicht. Die Liebe Gottes lässt sich auch nicht trennen von unserer Liebe zueinander – sondern für unsere Liebe zueinander macht Jesus seine Liebe zum Vorbild. Und er sagt noch dazu: "Das andere wird aufmerksam machen auf mich, dass ihr zu mir gehört." Das ist so oft gehört, so oft gepredigt. Und ich habe den Eindruck: Immer noch wartet dieses Spiegelkabinett Jesu in puncto Liebe drauf, dass wir uns wirklich voll Begeisterung hineinbegeben und schauen, was machen denn diese verschiedenen Spiegel Jesu mit uns, wenn wir sie anschauen und wenn wir sie bewegen in unserem Inneren. Weiter geht's – schon fast vergessen: Die Jahreslosung 2024, 1. Korinther 16: "Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe." Man kann es kaum noch prägnanter auf den Punkt bringen. Das zeigt aber, dass die ersten Christen dann nicht gesagt haben: "Ja, ja, ja, ja – Jesus, der hat das alles irgendwie zu radikal genommen." Nein, sie folgen dem und strecken sich in seinem Sinn danach aus, dass wirklich alles in Liebe geschehen kann. Und ich finde: Die ersten Christen, speziell Johannes, die haben sogar noch zugespitzt, was sie von Jesus in puncto Liebe gelernt haben. Noch kürzer: "Gott ist Liebe", 1. Johannesbrief. Und ganz krass: Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht, denn Gott ist Liebe. Wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe – und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Wenn ihr das jetzt noch mal so in der Gesamtheit seht: Jedes dieser Worte ist wie vor einem Spiegel zu stehen. Und gleichzeitig so, als wenn Jesus mit uns steht und uns die Hände auflegt – so wie das in diesem kleinen Spiegelbildchen zu sehen ist, wo die Frau vor ihrem Waschbecken steht, sie sieht ein bisschen kaputt aus, aber Jesus steht mit ihr, oder steht da mittendrin und legt ihr die Hände auf. Und ich denke: Jesus lädt uns ein, ihn und auch diese verschiedenen Facetten, die er uns von Liebe zeigt, anzuschauen. Er spricht mit uns – oder er will mit uns über diese Facetten der Liebe sprechen. Also formuliere ich es mal als ein Flüstern des Geistes: "Schau mich an, Gottes Kind, mein Jünger: Liebe mich und lerne andere zu lieben. Und du wirst in mir bleiben und ich werde in dir bleiben." Oder vielleicht zu jemand anderem: "Schau mich an, Gottes Kind, meine Jüngerin – du musst dich nicht selbst hassen, ich liebe dich." Oder: "Schau mich an: Alles kannst du mit mir in Liebe tun." Und ich denke: So versucht Jesus durch sein Geist, uns immer wieder zuzuflüstern und zu ermutigen, dass wir in Liebe leben. Aber es lässt sich auch eine zentrale Frage stellen: Ist diese dreifache oder vielfache Liebe – ist das der zentrale Antrieb unserer Nachfolge? Und ist es das Grundklima unseres Miteinanders? Ist die Liebe der zentrale Antrieb unserer Nachfolge und das Grundklima unseres Miteinanders? Klingt ein bisschen theoretisch, aber bricht diese Frage doch mal selbst an kleinen Verhaltensweisen runter. Also zum Beispiel: Bist du, bin ich heute in erster Linie aus Liebe zu Gott in diesen Gottesdienst gekommen? Oder auch aus Liebe zu meinen Geschwistern? Oder vielleicht sogar aus Liebe zu mir selbst – um von Gott zu empfangen? Oder bist du gekommen, auch um anderen Liebe zu erweisen? Zum Beispiel den Musikern, die sich vorbereitet haben, der Technik, Geschwistern, die hier im Raum irgendwo sitzen, denen, die mit den Kindern sind, denen, die hinterher Kaffee machen oder was auch immer. Also kommen wir auch, um zu lieben und anderen Liebe zu erweisen. Und was wir reden vor so einem Gottesdienst und hinterher – und was wir uns denken: Ist es von Liebe geprägt? Ist es geprägt von Liebe zu Gott, von Liebe zu denen, die mir gegenüberstehen? Ist das das Grundklima unseres Miteinanders? Und ich kann euch sagen: Wenn ihr das mal durchspielt mit vielen Dingen im Alltag – wenn es um Gemeinde geht oder auch zu Hause – und ihr euch mal fragt: Ist das Motiv dahinter Liebe? Gibt es überraschende Einsichten, von was wir alles so motiviert und getrieben sind. Christopher hat ja vorgeschlagen, dass man bei dieser Predigt in das dritte Kapitel des Kolossalbriefes schauen soll – und das habe ich dann natürlich auch mal gemacht. Und dort ist ganz nüchtern beschrieben: Wie ist das denn so in Gemeinden etwa 20 Jahre nach Jesu Auferstehung gewesen? Paulus schreibt den Kolossern: - Tötet oder legt ab sexuelle Unmoral, Unreinheit, Leidenschaft, böse Begierde. - Habsucht, Zorn, Wut, Bosheit, Beleidigung, Verleumdung. - Belügt einander nicht – denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Taten abgelegt. Ziemlich heftige Gemeindebeschreibung, wenn das alles Realitäten dieser Gemeinde gewesen sind. Aber Paulus lässt sich davon nicht abschrecken; er geht nicht in das große Gericht über, sondern er stellt den Kolossern sozusagen eine Vision, ein Ziel vor Augen. Er sagt: - Zieht an, als Außerwählte Gottes: tiefes Mitgefühl, Güte, Demut, Milde. - Ertragt einander, vergebt euch, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr. - Zieht an die Liebe, die wie ein Band alles umschließt und vollkommen macht. Was bringt uns jetzt denn sozusagen von der einen Realität zur anderen? Von A nach B – persönlich und gemeindlich. Was bringt uns vielleicht von Resignation über ewige Kämpfe zu Vision und Hoffnung? Was bringt uns vom alten Menschen zum neuen Menschen? Ist es so, dass mehr Wissen oder äußerlich korrektes Verhalten uns weiterbringt? Oder ist es so, dass wir in einen Lernprozess eintreten – und in diesem Lernen eine innere Verwandlung unseres Wesens passiert? Ist im Grunde genommen eine rhetorische Frage, die jetzt da draußen steht. Denn wir wissen aus Erfahrung: Zum Beispiel mehr Bibelwissen bringt nicht automatisch mehr persönliche, charakterliche oder geistliche Reife. Das kann miteinander gehen – aber es geht sehr oft auch nicht Hand in Hand. Paulus fasst das ganz prägnant zusammen: "Erkenntnis bläht auf, Liebe baut auf." Wir wissen auch: Unser Äußeres und wie wir uns äußerlich korrekt verhalten – dass das nicht zwingend was über unser Inneres aussagt. Wenn wir also den Ärger runterschlucken und ein freundliches Gesicht aufsetzen, ist das nicht zwingend schon Liebe zum anderen oder gar Liebe nach dem Vorbild Jesu. Es ist nur etwas Aufgesetztes, Angelerntes – was wir aus Höflichkeit, weil wir meinen: "Es muss sein," als Fromma dem anderen gegenüber wiedergeben. Zudem müsste schon was dazu kommen, was für Jesus zentral war – nämlich die Vergebung oder sogar der Mut, Ärger auszusprechen und zu klären – und sich danach Vergebung zuzusprechen. Also: Wenn wir Jesus gemeinsam nachfolgen, wenn wir Liebe in der Gemeinschaft erneuern wollen – geht es dabei in erster Linie um Wissen und Proklamation (aussprechen von Wahrheiten)? Oder geht es eigentlich um Leben und Demonstration von Wahrheit? Was meine ich damit? Ich glaube: Wenn wir zurück schauen, besonders so in die evangelikale Geschichte, die Geschichte der Freikirchen auch – dann ist ganz lange, Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte, der Schwerpunkt draufgelegt worden: - Wahrheiten, geistliche Wahrheiten zu verkünden. - Wahrheiten aus Gottes Wort zu verkünden. Und dadurch Menschen sozusagen ein wachsendes Wissen über christliche Glaubenswahrheiten beizubringen. Wir wissen dann: Gott ist der Schöpfer, Sünde trennt uns von Gott, Jesus ist mein Retter und Erlöser – ich werde durch die Taufe und Jesu Tod Gottes Kind oder ich werde gerettet von meiner Schuld und durch die Taufe mit dem Geist erfüllt und Glied einer Gemeinde. Jetzt weiß ich das. Aber bei dem Wissen stellt sich eine entscheidende Frage: Namlich wozu das Ganze eigentlich? Wozu sind wir Kinder Gottes? Wozu sind wir gerettet von Schuld? Wozu getauft und erfüllt mit dem Geist? Wozu sind wir Glieder einer Gemeinde? Jetzt kommt das zweite ins Spiel: Worum geht es bei Leben und Demonstration von Wahrheit? Soziologen, Theologen sagen: Es hat sich in unserer Kultur und Zeit ein Wandel ereignet. Menschen begnügen sich nicht mehr wie noch vor 50 oder vor 100 Jahren mit dem Wissen von geistlichen Wahrheiten. Sie wollen wissen und erleben: - Wozu ist dieses Wissen gut? - Wohin führt dieses Wissen? - Was bewirkt dieses Wissen? Sie wollen nicht nur was von Gottes Liebe hören – sie wollen was von Gottes Liebe erfahren und erleben. Sie wollen nicht nur was von der Liebe Jesu und von der Freiheit in Jesus hören, sondern sie wollen das sehen und erleben an uns und durch uns. Und darum denke ich: Es ist gar kein entweder oder – sondern wir brauchen beides. Wir brauchen geistliches Wissen, Wissen über Gottes Wort, Wissen, was wir als Wahrheit erkennen. Aber das Ganze wird hohl, wenn es nicht gedeckt ist durch unser Leben und wenn andere nicht kommen und sehen können: Jawoll – da ist die Liebe Gottes. Ich kann sie erfahren, ich kann sie sehen, wie sie miteinander umgehen, ich kann sie erleben. In meinem Inneren passiert was durch diese Liebe Gottes. Ein schönes Beispiel macht Paulus, was den neuen Menschen betrifft: Spielt es keine Rolle mehr, ob jemand Grieche oder Jude, beschnitten oder unbeschnitten, ungebildet, unzivilisiert, Sklave oder freier Bürger ist. Das einzige, was zählt, ist Christus. Hier werden verschiedenste sich widersprechende kulturelle und soziale Hintergründe aufgezählt – die sind uns vielleicht erstmal fein fern, aber sie waren in der damaligen Realität sozusagen tiefe Gräben, die Menschen voneinander getrennt haben. Ich glaube: Was wir aktuell erleben, ist dem sehr ähnlich. Ich finde: Dass sich unsere Gesellschaft momentan im Zeitgeist immer weiter zersplittert – in verschiedene kleine Milieus, in den Rückzug – dass die Gleichen gerne unter den Gleichen sind und das Abgrenzung oder Ausgrenzung was Normales wird. Was wir früher vielleicht in großen sozialen Gruppen hatten, wird jetzt immer kleiner. Und es grenzt sich, finde ich, auch immer stärker voneinander ab – wie wir das auch in vielen politischen Diskussionen momentan sehen. Paulus formuliert eine Alternative, höchst aktuell finde ich: Was den neuen Menschen betrifft – das einzige, was zählt, ist Christus. Er ist alles in allem. Also: Gottes Lösung ist nicht, dass wir uns zersplittern sozusagen in immer kleinere Milieus, wo die Gleichen unter den Gleichen sind und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen – dass sie so gleich sind. Sondern Gottes Lösung ist das Zusammenbringen und Wirken und Bereichern der Verschiedenen. Und zwar: Weil Christus der Mittelpunkt ist, der die Verschiedenen zusammenhält und zur Ergänzung führt. Zum Beispiel: Unsere Gemeinde oft diskutiert das Thema heute mit einer interessanten Lösung von Musik hier – Bodo oben an der Orgel auch mit ein paar Liedern. Die Zeitgeist-Lösung wäre sozusagen: Ja, es gibt eben alt und jung in so einer Gemeinde. - Orgel und Worship so vielleicht bis in die 90er – das ist für die Alten. - Für die Jungen ist dann Worship alles so nach 2010 in die 20er Jahre hinein. Die meisten Alten haben es gerne wie es früher war. Die Jungen haben es gerne so wie es eben heute ist. Aber Paulus fordert im Grunde genommen eine Alternative: Er sagt, was den neuen Menschen angeht – das einzige, was zählt, ist Christus. Also geht es im Worship nicht in erster Linie sozusagen um alt oder jung oder Geschmack. Sondern es geht um die Frage: Ist dieser gemeinsame Worship etwas, was uns zu Christus hinführt? Was uns öffnet für ihn? Wo wir gemeinsam ihm unsere Liebe ausdrücken – und das kann man super so machen. Oder: Man kann sich gegenseitig bereichern und auch Liebe bereichern – dass viele finden, wie sie Jesus nahe kommen können. Und die Frage ist: Sehe ich Christus im anderen? Oder sehe ich, wenn ich jemand Junges gegenüber sitze, als Alter nur: Das ist jemand Junges, Unerfahrenes? Oder wenn ich jemand Alten gegenüber sitze – ist eigentlich nur ein alter Sack? Oder sehe ich: Da ist Christus in dem anderen – in dem Jungen mit einer Dynamik, mit etwas, was er entfalten will. Oder in dem Alten mit etwas, was Christus schon geführt und begleitet und erfaltet hat. Und ich denke: Es wäre interessant, das wirklich mal auszudiskutieren oder auszubeten: Wenn Christus das Entscheidende ist – was zählt, der Mittelpunkt auch unserer Gottesdienste. Was folgt daraus für unser Miteinander? Für die Art und Weise, wie wir Gottesdienste gestalten? Für Menschen, die von außen kommen – dass sie Christus finden hier. So: Wir kommen zum Schluss. Ich weiß, es ist heute ein bisschen lang geworden. Ich hatte die Präsentation vorher gemacht und hinterher gemerkt, dass es zu viel ist. Was macht Paulus in Kolossal 3? Jetzt müsste noch mal was erscheinen – super, da in braun-rosa oder was unterlegt. Er versucht, diese Gemeinde mit diesem richtig gruseligen Verhalten von Unmoral, Habsucht, Zorn, Wut, Bosheit, Beleidigung, Verleumdung zu Jesus zu führen. Zu Barmherzigkeit, Vergebung, Liebe. Und wie macht er das? Indem er immer und immer wieder auf Christus verweist: Das Einzige, was zählt, ist Christus. Zieht an die einige Weide des Erbaumens – da nennt er ihn nicht, aber die kennen natürlich alle diese Stelle, wo von Jesus gesagt wird: "Er sieht die Leute und sie sind verschmachtet und seine Eingeweide drehen sich in ihm voller Erbaumen." Also auch hier ein indirekter Hinweis auf Jesus. Vergebt wie der Herr. Der Friede Christi regiere. Das Wort Christi wohne reichlich unter euch. Alles, was ihr tut oder sagt – macht's im Namen Jesu. Er weist immer wieder darauf hin: Das Entscheidende, was uns zusammenbringt und wo es um die Liebe untereinander geht, passiert, wenn wir Christus begegnen. So. Zum Schluss der Predigt zwei unkommentierte Denkansätze für eure Woche: 1. **Die größte Herausforderung in der Welt von heute ist:** Sind die, die man Christen nennt, bereit Jünger – das heißt Schüler und Lehrlinge ihres Herrn zu werden? Wollen sie sich darauf einlassen, zu lernen: Wie man die Liebe in Gottes Reich bis in die letzten Winkel der menschlichen Existenz trägt? 2. **Liebe wird sich in und durch Gemeinschaft erneuern,** wenn wir entschlossen und mutig als Jünger Jesu von ihm Liebe lernen wollen. Und damit Amen. [Musik]