Predigt · EFG Wiesbaden

Gottesdienst

Christopher Nork
Prediger
Christopher Nork
Datum
17. Mai 2026
Bibelstelle
5 Wege unseren Nächsten im Alltag zu lieben: Erzähle deine Geschichte ...
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Transkript

Wir sind am Ende unserer Reihe angekommen, die uns die ganzen letzten Wochen begleitet hat. Segne. Und das sind fünf Buchstaben, die eigentlich alles verändern können, wenn wir sie wirklich in unser Alltag auch hineinlassen. Tobi hat schon gesagt, wir haben über das Beten gesprochen, darüber, wie wichtig es ist, erst mal zuzuhören, wie gut gemeinsames Essen tut und wie wir ganz praktisch Liebe zeigen können. Aber heute kommen wir zum letzten Buchstaben, zum E. Und dieses E steht für Erzähle deine Geschichte.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn ich an das Wort Evangelisation oder Zeugnis geben höre, dann zucken bei mir manchmal innerlich erst mal alle Muskeln zusammen. Da ploppen sofort Bilder im Kopf auf. Bilder von Leuten, die mit der Bibel in der Hand, in der Fußgängerzone stehen, vielleicht auf einer Bananenkiste und Menschen eher anschreien, als sie liebevoll ansprechen und haben die Botschaft: ihr seid alle verloren. Oder diese unangenehmen Gespräche, wo man das Gefühl hat, man muss jemandem eine Versicherung verkaufen, die er eigentlich gar nicht will. Man fühlt sich irgendwie unter Druck gesetzt. Man denkt, man müsste jetzt... Man könnte jetzt ein theologisches Extremwissen haben oder eine Lebensgeschichte vorweisen, die so krass ist, dass sie verfilmt werden müsste. Aber ich kann euch heute hoffentlich diesen Druck komplett nehmen. Denn beim E geht es nicht um eine Verkaufsverhandlung oder eine Verkaufsstrategie. Es geht um etwas viel Natürlicheres.

Ich weiß noch ganz genau, wie das bei mir früher war. Wenn es in der Schule oder auch im Freundeskreis um den Glauben ging, dann hatte ich oft richtige Schweißausbrüche. Jemand stellte eine eigentlich harmlose Frage und in meinem Kopf ratterte es sofort los, weil ich immer dachte: Ich muss jetzt sofort die Dreieinigkeit erklären können oder eine wasserdichte Antwort auf die Frage haben, warum lässt Gott Leid zu? Und weil ich das nicht konnte, hatte ich sozusagen so ein Theologie-Blackout. Und irgendwann habe ich dann so kleine Hilfsmittel an die Hand bekommen. Vielleicht kennt ihr die auch. Da gab es zum Beispiel die Brückenillustration, die man auf einem Zettel aufmalen konnte. Das ist da so: da gibt es so diese eine Hälfte, dann kommt da so ein Tal oder so eine Schlucht und dann ist da das andere. Und dann ist da das andere. Und dann ist da das andere. Und dann ist da das andere. Und dann ist da das andere. Und das Kreuz bildet die Brücke. Und das ist gut. Es erklärt etwas. Oder es gab dieses Armband, oder es gibt es immer noch, das sehe ich häufig, mit diesen vier Symbolen, die vier: mit Gemeinschaft, Beten – es war Kreuz, Beten, Geteilzeichen und so. Es sind vier Zeichen und die sollten einfach nochmal etwas erklären. Und da dachte ich immer, das ist super hilfreich und das gibt mir Sicherheit.

Aber gleichzeitig stieß ich damit immer wieder an meine Grenzen. Denn wann im normalen Alltag packt man schon plötzlich so ein Symbolarmband aus und hält einen theologischen Monolog? Ich kam mir manchmal vor wie ein Staubsaugervertreter, der nur auf das richtige Stichwort wartet, um sein auswendig gelerntes Skript abzuspulen. Und das fühlte sich oft einfach nicht natürlich an. Und die Angst, den anderen total zu überfahren, dieses Gefühl blieb einfach. Und weil das so unangenehm ist, machen wir oft lieber gar nichts.

Der Autor Bill Heibels, der hatte mal ein Buch geschrieben, das hieß *Lebe statt Bekehre*. Und da hat er beschrieben, dass es so eine Art Bequemlichkeit unter uns Christen gibt. Wir ziehen uns in unsere Komfortzone lieber zurück. Da drinnen ist alles sicher. Da kennen wir uns aus, da halten wir uns am liebsten. Und da draußen halten wir eher den Mund. Weil wir das als unangenehm empfinden.

Aber wenn wir unsere Geschichte teilen wollen, müssen wir diesen Kreis auch verlassen. Diese Komfortzone. Wir müssen einen Schritt in die Zone des Unbekannten machen. Und ja, das ist auch Risiko. Da wartet vielleicht auch mal eine peinliche Pause. Aber genau dort, außerhalb unserer Komfortzone, passiert echtes Wachstum. Und genau dort können echte Begegnungen stattfinden. Und wir müssen dann keine 25 Minuten lang predigen. Es reicht. Schon diese eine Minute. Oder dieser eine mutige Schritt aus der Bequemlichkeit heraus.

Vielleicht mal ganz anders. Denkt mal kurz darüber nach, was ihr macht, wenn ihr einen richtig guten Film gesehen habt. Oder wenn ihr in ein Restaurant wart, wo das Essen einfach der Wahnsinn war. Ihr geht doch nicht nach Hause und schreibt ein Traktat darüber, warum dieses Restaurant, objektiv gesehen, das Beste in der Stadt ist. Nein. Ihr trefft einen Freund und sagt ganz begeistert: hey, du glaubst nicht, was ich gestern erlebt habe. Ich war da essen und das war so gut. Das musst du auch probieren.

Das ist etwas ganz Natürliches. Wir erzählen von Dingen, die uns gut getan haben. Wir teilen unsere Begeisterung. Und genau das ist der Kern, wenn wir davon reden, unsere Geschichte nicht zu verpassen. Und das ist das, was wir heute mit Jesus teilen.

Und ich möchte mit euch heute auch noch in eine biblische Geschichte eintauchen, die genau das perfekt zeigt. Es ist eine Begegnung, die alles andere als vielleicht einen perfekten Start bietet. Wir schauen uns die Frau am Brunnen an, die wir im Johannesevangelium in Kapitel 4 finden.

Und stellt euch die Szene mal ganz kurz vor: Es ist Mittag. Die Sonne knallt gnadenlos vom Himmel. In dieser Hitze geht normalerweise niemand zum Brunnen, um Wasser zu holen. Das macht man morgens oder abends, wenn es kühler ist. Aber diese Frau geht genau dann, wenn kein anderer da ist. Und warum? Weil sie ihre Ruhe haben will. Weil sie den Blicken der anderen ausweichen möchte.

Sie hat eine Geschichte, die in ihrem Dorf wahrscheinlich jeder kennt und über die jeder auch tuschelt. Sie hat schon fünf Ehemänner gehabt. Und der Typ, mit dem sie jetzt zusammenlebt, ist auch nicht ihr Ehemann. Sie ist in ihrem Dorf eine Außenseiterin. Sie ist diejenige, über die man hinter vorgehaltener Hand dann spricht.

Und genau dort, an diesem Brunnen, sitzt nun ein Mann: Jesus. Er ist müde von der Reise. Er hat Durst. Und jetzt passiert das Unglaubliche: Er fängt ein Gespräch mit ihr an. Das war damals übrigens auch ein absolutes No-Go. Ein jüdischer Mann spricht einfach eine samaritanische Frau an. Da gab es riesige Mauern aus Vorurteilen, religiösen Hass.

Aber Jesus ist das völlig egal. Er sieht nicht die Sünderin oder die Samaritanerin. Er sieht einfach nur diese Frau. Er sieht ihren Durst, der viel tiefer geht als das Bedürfnis nach normalem Wasser. Und sie führen ein langes Gespräch. Jesus ist dabei so unglaublich wertschätzend und gleichzeitig so entwaffnend ehrlich. Er spricht ihre Lebenssituation an. Aber er verurteilt sie dabei nicht. Er zeigt ihr, dass er sie kennt – also dass er sie wirklich kennt. Mit all ihrem Chaos und mit ihrem Schmerzen.

Und in diesem Moment versteht sie etwas. Sie merkt, dass dieser Mann kein normaler Mensch ist. Sie erkennt in ihm den Messias, also den Retter, auf den alle warten.

Und jetzt kommt der Punkt, der mich jedes Mal wieder fasziniert: Was macht diese Frau? Sie lässt ihren Krug einfach am Brunnen stehen. Sie vergisst völlig, warum sie eigentlich gekommen war. Sie rennt zurück in das Dorf, aus dem sie eigentlich geflohen war. Und sie rennt zu den Menschen, deren Blicken sie ausweichen wollte.

Und sie sagt ihnen nicht: hier sind fünf logische Gründe, warum ihr euer Leben ändern müsst. Sie sagt auch nicht: ich habe jetzt alle theologischen Antworten gefunden auf eure Fragen. Sie sagt einfach: komm und geh. Und sie ist da. Und sie ist da. Und sie sagt: komm und seht.

Da ist einer, der hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Kann das nicht der Christus sein?

Ich finde diese Geschichte genial. Weil ihre Geschichte trägt ja auch eine tiefe Botschaft mit. Sie versteckt sich nicht mehr. Sie nutzt ihre eigene Vergangenheit, ihren eigenen Bruch, um auf Jesus hinzuweisen. Sie sagt eigentlich: ich wurde gesehen. Ich wurde geliebt. Obwohl er alles über mich weiß.

Und das Ergebnis ist da eigentlich der Wahnsinn: Die Leute aus dem Dorf gehen mit ihr zum Brunnen. Sie hören Jesus selbst zu. Und am Ende sagen sie: jetzt glauben wir nicht mehr nur wegen deiner Worte, sondern wir haben ihn selbst gehört.

Diese Frau ist für mich ein Vorbild. Ein Vorbild für das E in dem Segnen – das letzte E. Sie hat keine perfekte Geschichte geliefert. Sie hat eine echte Geschichte geliefert. Und genau das ist es, was die Menschen um sie herum oder um uns auch heute herum brauchen.

Keiner hat Lust auf eine Fassade. Wir leben in einer Welt, in der auf Instagram, TikTok oder auf anderen Medien alles perfekt aussieht. Aber dahinter fühlen sich so viele Menschen eher leer oder auch allein.

Wenn wir dann kommen und so tun, als hätten wir als Christen keine Probleme mehr. Und als wäre unser Leben eine einzige Erfolgsstory. Dann nehmen uns die Leute das nicht ab. Aber wenn wir ehrlich werden, wenn wir von unseren Kämpfen erzählen. Und davon, wie Jesus uns mitten darin verliebt. Dann wird es ja spannend.

Erzähle deine Geschichte bedeutet eigentlich nur, dass du Zeuge davon wirst, was Jesus in deinem Leben gerade tut. Ein Zeuge vor Gericht muss auch kein Anwalt sein. Er muss keine Gesetze auswendig kennen. Er muss nur sagen können: da habe ich gesehen, da habe ich gehört, da habe ich das erlebt. Mehr nicht.

Und du – du bist der Experte für deine eigene Geschichte. Niemand kann dir absprechen, was du mit Gott erlebt hast.

Vielleicht denkst du jetzt aber: meine Geschichte ist so unspektakulär. Ich bin im Kindergottesdienst aufgewachsen. Ich hatte keine krasse Bekehrung mit Drogen oder nach einer Kriminalitätserfahrung. Und ja. Aber das ist nicht schlimm.

Weil deine Geschichte – egal ob sie im Vergleich zu anderen, ist sie immer noch großartig. Wenn Gott dich davor bewahrt hat, dein Leben gegen die Wand zu fahren, dann erzähle es. Erzähle davon, wie es dir Sicherheit gibt, dass du weißt, dass du geliebt bist. Erzähle davon, wie Gott dir im Alltag Ruhe schenkt, wenn alles andere dich eigentlich nicht liebt. Wenn alles andere dich eigentlich stressen sollte.

Deine Geschichte muss nicht laut sein, um kraftvoll zu sein. Sie muss einfach nur wahr sein.

Und wie macht man das jetzt ganz praktisch? Und ich glaube, es hilft, wenn wir uns mal überlegen, wie unsere Geschichte eigentlich aussieht. Man kann das oft in ganz kleine Teile eingliedern: In drei kleine Teile.

Der erste Teil ist: Wie war es vorher? Was hat mich beschäftigt? Wo habe ich nach Sinn vielleicht gesucht? Vielleicht war das die Angst vor der Zukunft oder das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Das ist die Geschichte vorher.

Dann kommt der Mittelteil, der zweite: Wie bin ich Jesus da eigentlich dann begegnet? Oder wie ist er mir begegnet? Das muss kein Blitzschlag gewesen sein. Das muss auch nicht irgendwie etwas sein, wo der Himmel hell erleuchtet gewesen ist. Das kann ganz einfach sein: Ich habe mit einem Freund ein Gespräch gehabt. Oder es war ein Moment, da war ich spazieren in der Natur. Und da wurde mir etwas klar, dass da mehr ist.

Und dann gibt es den Abschluss, den dritten Teil: Was hat sich seitdem verändert? Wie hilft mir mein Glaube heute, wenn ich Stress in der Schule oder im Job habe? Wie gehe ich heute mit meinen Fehlern um?

Wenn wir so anfangen zu erzählen, dann ist das kein Vortrag. Dann ist das ein Gespräch auch unter Freunden, mit Menschen, mit denen man eine Beziehung hat.

Und das Wichtige dabei ist, dass wir die Sprache der Menschen auch sprechen. Wir müssen weg von diesem Frommdeutsch, Kananäisch. Wenn ich zu meinem Nachbarn sage: ich habe die Erlösung durch das Blut des Lammes erfahren, dann schaut er mich an, als käme ich wahrscheinlich vom Mars.

Aber wenn ich sage: ich habe gemerkt, dass ich nicht mehr alles alleine mit mir ausmachen muss, sondern dass da jemand ist, dem ich vertrauen kann – dann versteht er das. Wir müssen Worte finden, die in das Herz der Menschen auch fallen können und nicht an ihren Köpfen abprallen.

Und hier schließt sich der Kreis auch dann zu dem, was ich vor ein paar Wochen beim zweiten Buchstaben gelernt habe: Was ist das, was ich vor ein paar Wochen beim zweiten Buchstaben gelernt habe? Erinnert ihr euch nochmal an den zweiten Buchstaben? Der hieß: Erst zuhören.

Warum ist das Zuhören so extrem wichtig? Weil wir nur dann herausfinden, was das eigentliche Lebensthema von unserem Gegenüber dann ist. Wir müssen die Leute nicht wahllos missionieren, wir müssen dort andocken, wo sie sind. Jeder Mensch trägt Themen mit sich herum. Und wir suchen einfach den Punkt, wo Gottes Geschichte in meinem Leben die aktuelle Not des anderen auch berührt.

Lass mir dir das in ein paar kleinen Beispielen erklären:

Stell dir vor: dein Freund ist völlig fertig wegen dem Leistungsdruck, vielleicht in der Schule oder auch im Studium. Dann brauchst du ihm nicht mit der Offenbarung zu kommen. Dann ist deine Andockstation vielleicht einfach deine Geschichte, wie du gelernt hast, dass dein Wert bei Gott nicht von deinen Noten abhängt.

Oder jemand fühlt sich total einsam und auch ausgeschlossen. Dann erzählst du, wie die Gemeinschaft im Jugendkreis oder auch hier in der Gemeinde – dass diese Gemeinschaft auch die Freundschaft zu Jesus dir einen Halt gegeben hat. Dass diese Gemeinschaft auch die Freundschaft zu Jesus dir einen Halt gegeben hat. Dass diese Gemeinschaft auch die Freundschaft zu Jesus dir einen Halt gegeben hat. Dass diese Gemeinschaft auch die Freundschaft zu Jesus dir einen Halt gegeben hat.

Und da konntest du auch so sein, wie du bist. Du musstest keine Maske aufsetzen.

Oder jemand hat extreme Angst vor der Zukunft. Und dann kannst du erzählen, dass Beten dir vielleicht keinen fertigen Masterplan gibt, aber einen tiefen Frieden – dass du deinen Weg nicht allein gehen musst.

Und genau das ist es: Wir matchen unsere Erfahrung mit der Lebensrealität unseres Gegenübers.

Und wenn du dann in diesem Gespräch bist und doch mal der Kern unseres Glaubens erklärt werden muss, oder du das möchtest – dann gibt es ein Werkzeug, das wirklich genial und super einfach ist. Das ist der Unterschied zwischen Tun und Getan: Fast alle Religionen auf dieser Welt basieren auf dem Tun. Man muss Regeln einhalten. Man muss Rituale absolvieren. Man muss sich anstrengen, um irgendwie zu Gott hochzukommen. Und man weiß nie, ob es am Ende wirklich gereicht hat.

Der Glaube an Jesus ist aber komplett anders: Da steht nicht „tu dies und tu das“. Sondern da steht: es ist vollbracht. Es ist bereits getan. Jesus hat am Kreuz alles erledigt, was uns von Gott trennt. Und das nimmt diesen ganzen religiösen Leistungsdruck komplett weg.

Christ sein beginnt nicht mit einer Anstrengung, sondern damit, dass wir ein Geschenk von Gott annehmen.

Und wisst ihr, was das Geheimnis der Frau am Brunnen war? Sie war einfach am Ende begeistert. Sie war so erfüllt von dieser Begegnung, dass sie gar nicht anders konnte, als davon zu erzählen – so wie wir es auch eben gesungen haben.

Und sie hat die Einladung ausgesprochen: Kommt und seht. Sie hat niemanden gezwungen. Sie hat einfach eine Tür aufgemacht.

Und genau das dürfen wir auch tun. Wir dürfen Menschen einladen, Jesus selbst kennenzulernen. Und das ist das, was wir tun. Wir dürfen Menschen einladen, Jesus selbst kennenzulernen. Wir dürfen ihnen zeigen, wo wir Hoffnung finden.

Also: Das E in segne ist das Geschenk – das eigentliche Geschenk – das wir weitergeben dürfen.

Wir haben in den letzten Wochen viel Zeit damit verbracht, für Menschen zu beten. Ihnen zuzuhören. Mit ihnen zu essen. Und ihnen auch zu dienen. Dadurch haben wir Vertrauen aufgebaut. Wir haben den Boden vorbereitet. Wir sind Freunde geworden.

Und wenn dann der Moment kommt, wo jemand sagt: ich bin ein Vertrauter. Und jemand fragt: warum machst du das eigentlich? Warum bist du so anders?

Dann dürfen wir unsere Geschichte auspacken. Dann ist das kein Überfall. Sondern eine Antwort auf eine Sehnsucht – die wir bei dem anderen geweckt haben.

Und ich möchte euch heute Mut machen: Eure Geschichte ist wertvoll. Gott schreibt mit jedem von euch eine ganz eigene. Eine einzigartige Story. Er benutzt keine Schablonen. Er benutzt dich so, wie du bist – mit deinem Charakter, mit deinen Hobbys und ja, auch mit deinen Fehlern.

Die Frau am Brunnen war die letzte Person, von der man gedacht hätte, dass sie eine ganze Stadt zu Jesus führt. Aber Gott hat genau sie gebraucht. Und er will auch dich gebrauchen.

Vielleicht nimmst du dir diese Woche mal ein bisschen Zeit und du legst dir ganz in Ruhe: Was ist eigentlich meine Geschichte? Was ist meine Geschichte mit Jesus? Was würde ich einem Freund erzählen, wenn er mich fragt, was mir der Glaube eigentlich bedeutet?

Schreib dir vielleicht sogar das auf. Nicht um irgendwie ein fertiges Skript parat zu haben und auswendig zu lernen – sondern um dir selbst erstmal im Klaren zu werden, was Gott in deinem Leben eigentlich schon getan hat.

Und wenn wir uns an Gottes Wirken in unserem eigenen Leben erinnern, ich glaube, dann werden wir auch automatisch mutiger, es auch anderen zu erzählen. Wir sind dazu berufen, ein Segen zu sein. Und der größte Segen, den wir teilen können, ist die Nachricht: dass es Hoffnung gibt. Dass es da jemanden gibt, der uns sieht, der uns liebt und unser Leben vermittelt.

Und das ist das, was Gott in deinem Leben neu macht. Deine Geschichte ist das Werkzeug, mit dem du diese Nachricht auch in diese Welt trägst. Du musst nicht die Welt retten – das hat ja schon Jesus getan. Aber du darfst einfach nur davon erzählen, wie er dich gerettet hat.

Lass uns diese Woche mit offenen Augen durch den Alltag gehen. Lass uns schauen, wo Gott uns Gelegenheiten schenkt, einfach mal ein bisschen davon – von unserer Geschichte – dann zu erzählen, sie preiszugeben.

Und vielleicht ist es nur ein kurzer Satz beim Kaffee in der Pause, wenn ich mit meinem Arbeitskollegen da sitze. Vielleicht ist es ein längeres Gespräch am Abend. Sei einfach du selbst. Sei authentisch. Sei ehrlich. Und vertrau darauf, dass der Heilige Geist deinen Reden gebrauchen wird – genau wie er das einfache Zeugnis der Frau an Brunnen gebraucht hat.

Ich will noch mal sagen: dass ich mich nicht nur für die Frau, sondern auch für die Frau, die mir das erzählt hat. Ich will noch mal beten:

Jesus Christus, ich danke dir so sehr, dass du uns nicht nur eine Theorie gegeben hast – sondern dass du uns wirklich in unserem Leben begegnet bist.

Danke, dass du jeden von uns kennst, genau so wie die Frau am Brunnen.

Danke, dass unsere Geschichte bei dir sicher sind und dass du aus unseren Brüchen auch etwas Schönes machen kannst.

Und ich bitte dich für jeden hier: dass du uns zeigst, was unsere ganz persönliche Geschichte mit dir eigentlich ist – und dass wir sie auch noch mal in Worte fassen können. Schenke uns dann auch die richtigen Worte, wenn wir mit unseren Freunden, mit unseren Nachbarn oder mit unseren Arbeitskollegen auch reden.

Und bitte nimm uns die Angst, etwas falsch zu machen. Hilfe uns einfach, begeistert von dir zu sein – und diese Begeisterung ganz natürlich weiterzugeben.