Angelehnte Holztür in einer Gasse im Abendlicht, warmes Licht fällt über die Schwelle.
Predigt · EFG Wiesbaden

Gottesdienst

Peter Unsinn
Prediger
Peter Unsinn
Datum
09. August 2026
Bibelstelle
Predigtreihe Tiefgänger - Teil 5: "Handeln, wie der Meister ...
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Transkript

Im Namen Jesu begrüße ich euch herzlich, wie schon gesagt, zur letzten Predigt unserer Reihe Tiefgänger. Handeln wie der Meister. Wenn im Judentum der damaligen Zeit ein Mensch sich entschloss, einem Meister, einem Rabbi zu folgen, dann beinhaltete das bestimmte Dinge. Jesus leitete die Nachfolge ein bei vielen seiner Jünger mit den Worten, folge mir nach. Und das war eine Einladung oder auch ein Anspruch, der das ganze Leben des Meisters, aber eben auch des neuen Jüngers umfasste. Ein Jünger war damit, sobald er diesem Ruf folgte, zum einen ein Lernender. Er hörte die Lehre seines Rabbin. Er prägte sich die Lehre seines Rabbis ein. Er diskutierte die Lehre seines Rabbis mit den anderen Jüngern.

Er lernte die Auslegung von Wort Gottes oder die Anwendung des alttestamentlichen Gesetzes in konkreten Kontexten. Ein Jünger war, man könnte sagen, schönes langes deutsches Wort, ein Lebensstil-Nachahmer. Er wollte sein und werden wie sein Rabbi. In Denken, Leben, Frömmigkeit und Umgang mit Menschen. Ein Jünger musste sich im Lauf seiner Jüngerschaft bewähren. Sowohl inhaltlich, wenn ihm Fragen gestellt wurden, durch die Antworten, die er gab, in Streitgesprächen, die geführt wurden mit den Jüngern anderer Rabbis, aber auch praktisch im Alltag. Wenn es galt, das Wort Gottes anzuwenden. Auf eine Frage, eine Streitfrage oder einen Konflikt. Zuletzt schließlich wurde ein Jünger von seinem Rabbi fortgesandt.

Und das Ziel war, dass der Jünger selbst lehrte, Wort Gottes auslegte, Verantwortung übernahm, handelte wie sein Meister. Bei Jesus hieß das, ein Menschenfischer zu werden, zu lehren, zu heilen, zu vergeben, Vergebung zuzusprechen und böse Mächte, Dämonen auszutreiben. Und darin für die Menschen sichtbar zu machen, dass das Reich Gottes da ist. Und so schickte auch Jesus Jünger aus. Danach bestimmte der Herr 70 andere Jünger und schickte sie zu zweit voraus in alle Städte und Dörfer, die er aufsuchen wollte. Er sagte zu ihnen, die Ernte ist groß, die Arbeiter aber sind wenige. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Bei der Predigtvorbereitung, die wir in der Bibel haben, kam mir an dieser Stelle in den Sinn, dass Jesus seine Jünger sendet, aber er sich selbst als von Gott gesandt verstand.

Und dann so beim Nachblättern und Nachgucken entdeckte ich, was mir vorher so noch gar nicht aufgefallen war, speziell im Johannes-Evangelium bezieht sich Jesus ziemlich genau 30 Mal immer wieder. In seinem Wirken und Reden und Heilen und Handeln, dass er vom Vater gesandt ist. Und für uns fasst er das dann zusammen in Johannes 20. Da sagt er, wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und nachdenkenswerterweise in dieser Johannes-Stelle ist im Umfeld, wie bei diesem Lukas-Text heute, von Freude, von Frieden, von Vollmacht die Rede. Jesus hätte seine Sendung auch ausweiten können, indem er dem innersten Kern der Jünger, den Zwölfen, noch mehr Sendung, mehr Aufgaben, mehr Stunden an Arbeit und Verkündigung aufgebürdet hätte.

Aber er beruft 70 andere Jünger, heißt es in unserem Text, aus der Schar seiner Nachfolger. Das wird in den Evangelien ein paar Mal angedeutet, dass es eben noch andere Jünger außerhalb dieses Kerns gab. Einmal als Jesus die Jünger beruft, heißt es, er ruft die Jünger zu sich und erwählte zwölf. Was? Andeutet indirekt, macht keinen Sinn. Wenn es von vornherein nur zwölf gewesen wären. Sondern es waren mehr als zwölf, wo er von Gott die Gewissheit brauchte, wer sind die, die ich berufen soll. An anderer Stelle heißt es, dass ihn Jünger verlassen, weil sie seine Rede zu hart finden. Oder es wird berichtet von der Schar von Menschen, insbesondere den Frauen, die ihn begleiteten und mit ihrem Geld für ihn und alle Jünger sorgten.

Also Jesus sagt nicht ihr zwölf, auf, arbeitet noch mehr, sondern er sozusagen erweitert das Feld der Jünger und holt 70 oder manche übersetzen 72 andere Jünger. Er setzt nicht auf zahlenmäßige Effektivität, indem er 72 oder 70 Einzelkämpfer in die Lande schickt, sondern er minimiert das auf 36 kleine Zweiergemeinschaften. Jesus setzt auch nicht irgendwie auf die auf das flächenmäßig maximal Mögliche, sondern er begrenzt den Auftrag auf die Städte und Dörfer, die er vor Augen hatte und in die er als nächstes gehen wollte. Und er umreißt die Aufgabe realistisch. Er sagt, die ist groß. Die Arbeiter sind weniger. Aber gleichzeitig präsentiert er eine Lösung, die die Jünger entlastet, nämlich bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

Dieser Spruch ist vielleicht so oft gehört, dass uns gar nicht auffällt, wie er eben auch anders hätte lauten können. Es ist eben nicht ihre Ernte, sondern es ist seine Ernte. Und es ist nicht in erster Linie sozusagen ihre Aufgabe und sie müssen die eigenen Meister ihrer Berufung und ihrer Sendung sein, sondern es gibt den Herrn der Ernte, den man sowohl auf Jesus selbst, als auch auf Gott beziehen kann, dem man bitten kann, dass er eben in seine Ernte Arbeiter schickt. Wenn wir durch die Evangelien lesen, wird Jesus angesichts der Größe seiner Berufung nie hektisch oder panisch. Er versucht nie die Größe seiner Aufgabe durch mehr Lehre, mehr Zeichen, mehr Wunder, mehr Jünger, wie auch immer, zu lösen, sondern er zieht sich, wie wir in einer der Predigten gehört haben, immer wieder zurück ins Verborgene, in die Stille.

Und ich glaube, was er da macht, entlastet auch uns. Jesus ist eben nicht der, der sagt mehr, mehr, mehr, tut mehr, schafft mehr, sondern er bildet Gemeinschaften von seinen Nachfolgern, die sich miteinander auf den Weg machen und wo das Entscheidende ist, ob sie sozusagen dorthin gehen, zu den Menschen, den Orten, den Plätzen, die Jesus und der Vater als die nächsten Plätze sehen und vor Augen haben. Jetzt beschreibt Jesus, wie diese Sendung aussieht. Geht. Ich sende euch wie Lämmer unter Wölfe. Tragt weder Börse, Tasche, noch Schuhe. Grüßt niemand auf dem Weg. Kommt ihr in ein Haus, sagt zuerst, Friede diesem Haus. Wenn dort ein Kind des Friedens ist, wird euer Friede auf ihm ruhen. Falls nicht, wird er zurückkehren zu euch.

Bleibt in dem Haus. Esst, trinkt, was sie haben. Wer arbeitet, verdient Lohn. Geht nicht von Haus zu Haus. Kommt ihr in eine Stadt, die euch aufnimmt, esst, was man euch vorsetzt. Halt die Kranken und sagt dabei, das Reich Gottes ist euch nahe. Wie Lämmer unter Wölfe gesandt zu sein, ich weiß nicht, wie das für euch klingt. Also das ist natürlich ein durch Gewohnheit abgeschliffenes Wort. Aber wenn wir es uns plastisch vorstellen, ist der Platz für Lämmer, den wir uns wünschen, und wenn wir selber eins wären, definitiv nicht unter den Wölfen. Aber Jesus beschreibt damit nur, was er selber auch gelebt hat. Der Täufer Johannes, Vorläufer und Wegbereiter Jesu, fasst Jesu Existenz mit wenigen Worten prophetisch zusammen, seht das Lamm Gottes.

Das, was die Sünde der Welt hinweg nimmt. Auch Jesus ist ein Leben lang mit Ablehnung, mit Widerstand, mit Kritik, schon mit versuchten Mordanschlägen oder Steinigungen in seinem Leben konfrontiert gewesen. Am Ende seines Lebens, dann das Finale in Kreuzigung und Auferstehung. Also er selbst, sozusagen, ist unter die Wölfe gesandt. Wurde von den Wölfen getötet. Aber eben von Gott auferweckt. Als Christen müssen oder können wir nicht wie Jesus die Sünde der Welt wegnehmen. Aber Jesus fordert uns heraus oder ermutet uns zu, dass wir die Botschaft von der Versöhnung mit Gott, wie er, klug leben. Und auch klug und mutig weitersagen. Auch hier widersteht Jesus der Versuchung der Effektivität. Kein Haustürverkauf des Evangeliums, der schnell zur Sache kommt, um möglichst schnell so viele Menschen wie möglich zu erreichen.

Auch hier ist nicht die Effektivität oder der Bekehrungserfolg sein Fokus, sondern wie er selber gelebt hat, Beziehungen. Friede sei mit diesem Haus das Knüpfen von Beziehung zu dem Menschen, der an den Türen begegnet, ist der entscheidende Anstieg. Und auch der Fortgang entscheidet sich, wie diese Beziehung sozusagen weitergelebt wird. Jesus sagt, entscheidend ist, ob ein Kind des Friedens oder ein Sohn des Friedens, ein Mensch des Friedens in diesem Haus ist, der will und suchend ist in Bezug auf Frieden und Lebensfragen. Und dadurch eben Beziehung entsteht zwischen dem, der am Suchen ist, offen ist und denen, die in Jesu Namen an der Tür klopfen. Und es geht auch mit Beziehung weiter. Essen und Trinken.

Und zwar abseits der eigenen Essensnormen. Denn das ist ja noch lange, bevor sozusagen die Frage der Heidenmission für die Juden auf den Plan trat. Jesus sagt, esst und trinkt, was euch vorgesetzt wird. Und begebt euch damit in Beziehung zu den Menschen. Auch wenn es nicht vielleicht euren Essensnormen entspricht. Und erst ganz am Ende, nach vielen Schritten der Beziehung, kommt dann die Vollmacht der Krankenheilung, verbunden mit der Zusage der Nähe von Gottes Reich. Und Jesus weist seine Jünger ganz sachlich, realistisch darauf hin, dass es nicht immer zu diesem Beziehungsaufbau kommen wird. Und nicht in jedem Haus ein Mensch des Friedens, des Friedens leben wird. Und was er hier mit dem Frieden beschreibt, finde ich, ist sehr nachdenkenswert.

Er sagt ja, entweder der Friede, mit dem ihr kommt, wird auf diesem Menschen ruhen. Oder wenn es diesen Menschen nicht gibt, dann wird der Friede zu euch zurückkehren. Ich habe gedacht, das ist wie ein Trost. Wir können uns ja unheimlich verrückt machen, wenn wir was von Jesus erzählen. Und wir merken, das Gegenüber hat kein Interesse daran. Schlichtes Desinteresse oder ist nicht, ist sogar negativ, ist sogar ablehnend, will nichts davon hören. Und wir fangen an zu überlegen und zu denken, was wir denn verkehrt gemacht haben und was wir hätten anders sagen können. Und was wir vielleicht noch sagen oder tun oder machen könnten, um dem Menschen vielleicht doch eine Tür zu öffnen. Und dann sind wir eben schon nicht mehr im Frieden.

Sondern schon zieht der Unfriede ein, weil wir denken, was habe ich verkehrt gemacht? Wie kann ich es besser und anders machen? Jesus sagt, nein, ihr sprecht den Frieden aus. Und wenn er angenommen wird, dann geht das weiter. Aber wenn er nicht angenommen wird, ist es die Entscheidung dieser Menschen. Und euer Friede darf zu euch zurückkehren. Und später erklärt er, die lehnen nicht euch ab. Die haben mich und den Vater abgelehnt. Und ich glaube, das ist was ganz Entscheidendes. Ich glaube, Jesus hätte auch nicht leben können, wenn er diesen Frieden nicht immer wieder erlebt hätte. Denn er wurde ja mehr oder weniger jeden Tag, jede Woche für irgendwas angeklagt, angegriffen, infrage gestellt, seine Lehre als fragwürdig, seine Heilungen bezweifelt und alles.

Wenn er wie wir oft reagiert hätte, ja, ich muss mich mit diesen Zweifeln fragen, was habe ich verkehrt gemacht und was auch immer, hätte er diesen Dienst nie tun können. Er konnte ihn tun, weil der Friede immer wieder zu ihm zurückkehrte. Und er wusste, das ist Gottes Sache. Und ich denke, für den Bau von Gottes Reich sind wie bei Jesus eben nicht die ablehnenden Reaktionen die entscheidenden, sondern es sind die offenen, die von Menschen, die am Suchen, am Fragen sind, die antworten wollen. Und dann beschreibt Jesus nochmal die Ablehnungssituation. Kommt ihr in eine Stadt, die euch nicht aufnimmt, sprecht selbst den Staub eurer Stadt an unseren Füßen, schütteln wir ab oder manche übersetzen sogar, schütteln wir gegen euch ab.

Doch sollt ihr wissen, das Reich Gottes ist nahe. So, jetzt folgt eine Reihe von Gerichtsworten, die habe ich hier mal gekürzt, gegen Chorazin, Bethsaida und Kapernaum. Und ganz am Schluss, nachdem er Verschiedenes an Gericht über diese Städte gesagt und sie mit anderen sündigen, heidnischen Städten verglichen hat, die alle viel besser gehört hätten als sie, sagt er, wer euch hört, der hört mich. Wer euch verwirft, verwirft mich. Wer mich verwirft, verwirft den, der mich gesandt hat. Nachdenkenswert, dass Jesus in diesen Versen zum zweiten Mal über die Städte als soziale Größe für die Verkündigung von Evangelium spricht. Im letzten Textabschnitt die Städte, die sich öffnen und die Jünger zur Essensgemeinschaft einladen.

Und hier die Städte und die Menschen drin, die sich verschließen und die Gemeinschaft mit den Jüngern verweigern. Ich glaube, wir versuchen doch fast ausschließlich, wenn wir über Glauben reden oder was von Jesus erzählen oder vom Evangelium, Menschen auf der individuellen Ebene zu erreichen, so eins zu eins. Wir denken, finde ich, schon kaum in der Kategorie von Familie oder Umfeld eines Menschen. Und noch weniger in der Kategorie von Städten, die Gott erreichen will. Und wer bei Jesus da mal schaut, neben dieser Stelle kann man entdecken, dass Jesus am intensivsten unter der Ablehnung durch die Menschen, die Erkrankung durch Jerusalem, durch die Stadt und Bevölkerung von Jerusalem gelitten hat.

Jerusalem, du tötest und steinigst die Propheten, die zu dir gesandt sind. Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihr Küken, aber ihr habt nicht gewollt. Also Jesus, sieht man an dieser Stelle, leidet unter dem, dass ganze Städte sich ihm faktisch verweigern. Und auch die Städte, die unmittelbar im Lebensumfeld von ihm waren, also Kapernaum, die Stadt, in der er eine Wohnung hatte und gewohnt hat, als die direkten Nachbarstädte, die jeweils so vielleicht um die fünf Kilometer entfernt sind, Koratzin und Bethsaida, das sind Städte, wo er anfangs an- und aufgenommen wurde, aber dann Ablehnung erfährt. Wie konnte Jesus mit dieser wiederkehrenden Ablehnung leben? Wie schon angedeutet, er stuft die Ablehnung eben nicht als sein persönliches Sagen ein, sondern er benennt diese Kette der Ablehnung, die aber eben nicht bei ihm, sondern die Kette, die er in seinem Leben verwendet hat.

Und was eben auch die bitteren Konsequenzen sind, wenn sich Menschen von Gott abwenden und sagen, nein, will ich nichts damit zu tun haben. Und ich finde, was Jesus hier macht, ist wie eine Gratwanderung. Ich glaube, wenn man auf diesem Grat läuft, immer wieder zu verstehen, nein, ich bin nicht derjenige, der das tut, was ich will, und ich werde nicht die Ablehnung sein. Nein, diese Ablehnung gilt nicht mir. Sie gilt im letzten Ende Jesus und dahinter sogar noch Gott. Wenn man auf diesem Grat breit bleibt, dann ist das, finde ich, wie eine Freiheit oder eine Entlastung. Ich kann weitergehen auf diesem schwierigen Grat, aber ich weiß, es ist letztendlich nicht die Ablehnung meiner Person. Es ist eine Ablehnung, die Gott gilt.

Aber ich finde auch, links und rechts von diesem schmalen Grat lauern sehr schnell geistliche Überheblichkeit oder frommes Urteilen über andere Menschen. Bei den 70 gelingt jedoch die erste Gratwanderung, denn sie kommen zurück und sagen, oh, das heißt, die 70 kehrten mit Freuden zurück. Herr, sogar die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen. Er antwortete, ich habe euch die Macht gegeben über die ganze Kraft des Feindes. Nichts soll euch schaden. Aber freut euch nicht, dass böse Geister euch gehorchen. Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind. Die 70 Jünger kehren zurück wie begeisterte Kinder. Und das, was für sie am spektakulärsten war, die Dämonenaustreibungen, die faszinieren sie am meisten.

Und davon berichten sie begeistert. Sie reden nicht zuerst über die Verkündigung des Gottesreiches, die nahe ist. Sie erzählen auch nichts von den Heilungen, die sicherlich passiert sind, sondern das Erste, die Dämonen, die ausgetrieben wurden. Jesus bestätigt sie darin, der Text ist noch ein bisschen ausführlicher, als es hier in der Zusammenfassung ist. Jesus spricht vom Satan, der wie ein Blitz vom Himmel fällt. Er spricht von der Macht, die beinhaltet, auf Schlangen und Skorpione zu treten. Aber auch hier ist deutlich, die Dämonen sind uns nicht untertan in unserem Namen. Sondern sie sind uns untertan in deinem Namen, Jesus. Die Jünger handeln wie ihr Meister in Lehre, in Heilsverkündigung, in Heilung, in Sündenvergebung und Gemeinschaft.

Aber eben hier in dem Bereich, der uns ziemlich fremd ist. Der Konfrontation mit spirituellen, geistlichen Mächten, die böse sind. Und Jesus spricht ihnen eine komplette Vollmacht über die ganze Kraft des Feindes dazu. Verheißt ihnen die Freiheit von Schaden. Kleiner Exkurs. Ich denke die meisten von uns, vielleicht sogar alle, würden sagen, ja, Lehre, Heilsverkündigung, Sündenvergebung, Gemeinschaft. Das ist ein selbstverständlicher Teil der Nachfolge Jesu. Was wir leben oder zumindest als Ziel anstreben. Wie aber, oder was machen wir mit diesem Erfahrungsraum von Vollmacht, von Heilung, von siegreicher Konfrontation mit dem Bösen. Sogar der ganzen Kraft des Feindes, inklusive Dämonenaustreibungen.

Was für Jesus zentral war, wird in jeder Zusammenfassung über sein Wirken, oder in fast jeder erwähnt. Was für Jesus zentral war, kann für uns doch irgendwie nicht eine Nebensache sein. Oder etwas, was uns nicht zentral ist. Von dem wir gar nichts wissen. Jesus stellt aber die Jünger nicht in Frage. Er sozusagen rückt das, was sie erleben, nur in den größeren Kontext. Und zwar in den Kontext, den frühere Generationen von Christen vielleicht Heilsfreude genannt hätten. Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind. Vom Heiligen Geist erfüllt, rief Jesus voll Freude, ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und Gottes. Herr des Himmels und der Erde, weil du das Weisen und Klugen verborgen und Einfältigen offenbart hast.

Alles ist mir von meinem Vater übergeben. Niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater, noch wer der Vater ist, als nur der Sohn, und wem es der Sohn offenbaren will. Glückselig die Augen, die sehen, was ihr seht. Was sehen und erleben die Menschen? Was sehen und erleben die Jünger? Sie sehen und erleben den Anbruch, den sichtbaren Beginn des Reiches Gottes auf dieser Ehre. Und zwar in und durch Jesus, was er lehrt, das Heil, das er bringt, den Frieden, die Sündenvergebung, die Gemeinschaft, das Hineinnehmen von Ausgestoßenen und eben diese ganz selbstverständliche Vollmacht zu heilen oder Dämonen in Schrein zu bringen. Und da wirst du zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und zehn Tage wohnen und Gemeindliche, Defizitnöte, fehlende Vollmacht, die wir sehen.

So, als ob es ein Mosaik gibt, aber wir stören uns an den Steinchen, die eben fehlen oder die irgendwie störend sind, nicht passen. Jesus dagegen verlockt vom Geist und von der Freude erfüllt darüber, dass das Reich Gottes angebrochen ist. Er schaut nicht auf das, was noch nicht ist. Sondern er schaut auf das, was rings um ihn sichtbar ist. Befreiung, Heilung, Freisetzung von Menschen. Menschen, die frei werden, Hoffnung bekommen, in Gemeinschaft eingegliedert werden. Und ich glaube, das ist was Entscheidendes, wo die Frage ist, ob wir wie unser Meister werden. Wir können uns immer auf die fehlenden Mosaiksteinchen oder Flächen konzentrieren. Bei uns selber auf die Störungen. Das Gleiche in der Gemeinde, bei anderen.

Oder wir können auf das schauen, wo wir schon einen kleinen Geschmack von Reich Gottes bekommen. Und egal, wie bruchstückhaft uns unser Glaube oder unsere Erkenntnis erscheinen mag. Egal, wie bruchstückhaft wir Jesus erkennen, wir lehren, heilen, vergeben, Gemeinschaft oder Vollmacht erleben. Jesus, der Meister, ist eben da. Und er ist da. Und er lädt uns ein, seine Jünger zu sein. Er lädt uns ein, Tiefgänger im Reich Gottes zu werden. Und an dem dran zu sein. Uns zu freuen, zu arbeiten, was Jesus schon geschaffen hat. An Erlösung, an Freiheit, an Freude. Amen.