Im Namen Jesu begrüße ich euch zu Teil 4 der Predigtrei Hero Maker von Aufgaben, Gaben und Berufung. Wer von euch stand vergangene Woche vor Aufgaben, die eine Herausforderung darstellten? Einfach mal kurz mit der Hand wedeln. Okay, einige von uns. Und wer würde sagen, vergangene Woche habe ich meine persönlichen Gaben in meinen Aufgaben eingesetzt? Blick in die Runde, ja, auch wieder ein paar. Wer von euch würde sagen, ich habe eine Berufung auf meinem Leben? Ja, auch ein paar. Je nachdem, wie man es sieht, müsstet ihr euch eigentlich alle melden. Denn es ist eindeutig so, auch wenn wir nicht immer eine Berufung empfinden, Jesus hat sehr verheißungsvoll und auch sehr herausfordernd eine Berufung für uns formuliert.
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und lehrt alle Völker, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes. Und des Heiligen Geistes. Und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Weltende. Luther und Elberfelder Übersetzung nennen diese Worte Missionsbefehle. Schlachterübersetzung, Hoffnung für alle, der Auftrag an die Jünger. Die Übersetzungen das Buch und neues Leben. Der große Auftrag. Nachdenkenswert, dass viele Übersetzungen in den Überschriften Befehl oder Auftrag in den Fokus rücken. Aber nicht die Verheißungen, die diese Worte Jesu wie so mit zwei Händen umfassen. Was wir hier jetzt sehen, das könnte doch auch bezeichnet werden, die verheißungsvolle Aussendung der Jünger.
Oder Verheißung und Berufung. Und ich denke, es ist wirklich was Verheißungsvolles, was Jesus uns hier gibt. Viele Übersetzungen verknüpfen, wie Luther diese Verheißung, die Jesus gibt, dass er alle Macht hat, mit dem, was danach kommt, mit darum oder deshalb. Und was Jesus hier macht, das ist, dass er die Berufung, die er hier hat, nicht nur die Verheißung, sondern auch die Verheißung, die er hier hat, nicht nur die Verheißung, sondern auch die Verheißung, die er hier hat. Und das ist die Berufung an seine Jünger noch einmal neu formuliert. Und die hängt eben zusammen untrennbar mit ihm und der Macht, die Gott ihm gegeben hat. Jeder Jünger, der damals diese Worte hörte, der war individuell vor drei Jahren etwa vorher schon von Jesus berufen worden.
Jeder von denen war schon mal zu den jüdischen Glaubensgenossen gesandt worden. Aber jetzt wird diese Berufung. Berufung alles umfassend. Da ist die Rede von alle Macht, Himmel und Erde. Alle Tage bis ans Ende der Welt, alle Völker. Einen lebensumfassenden Aspekt dieser Berufung allerdings verflacht oder vereinseitigt die Luther Übersetzung. Ich zeige euch mal die Zürcher. Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern. Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss, ich bin bei euch alle Tage bis an der Weltende. Luther fasst diese neue, alles umfassende Berufung seiner Jünger.
Der Jünger Jesu zusammen lehrt alle Völker. Die Zürcher Bibel dagegen, wie auch fast alle deutschen Übersetzungen, macht alle Völker zu Jüngern. Das entscheidende Verb ist im Griechischen dabei, Mathe teuserte heißt es. Das ist ein Imperativ von dem Verb Mathe teo. Und dieses Wort bedeutet definitiv zu Jüngern machen oder jemand zum Jünger anleiten. Es gibt ein Substantiv dazu, Mathe teuserte. Und auch das bedeutet eben Jünger, ein Lernender und Nachfolger. Das ist auch kein Randwort, sondern das ist das Wort, was etwa 230 Mal in den Evangelien vorkommt, wenn von den Jüngern gesprochen wird. Zwischen lehrt alle Völker. Und macht alle Völker zu Jüngern. Zu Jüngern öffnet sich eine große Kluft.
Ich persönlich halte es fast für verhängnisvoll, dieser Unterschied oder diese Übersetzung Luthers, die sehr stark die protestantischen Kirchen geprägt hat. Denn Lehren wurde im Lauf der Frömmigkeitsgeschichte immer mehr auf das Dogma, die richtige Lehre, das richtige Bibelbuch, gelegt. Und das ist das, was ich heute noch nicht so gut verstehe. Ich weiß ein bisschen, wovon ich rede. Ich habe selber eine Lehre gemacht in den 80er Jahren. Damals hieß das Stahlformenbauer, heute Werkzeugmechaniker, Fachrichtung Formentechnik. Wenn Lehren bedeutet hätte, mir das richtige Wissen über Formenbau, Zeichnunglehre, Riesenfräsen, Drehen, Bohren, Schleifen einzutrichtern, hätte ich diesen Beruf nicht ausüben können.
Denn der lässt sich nicht allein durch Wissen ausüben. Denn der entscheidende zweite Teil, die praktische tägliche Übung und die Erfahrung, die damit an Maschinen und Werkstücken entsteht, hätte mir gefehlt. Denn es ist ein gravierender Unterschied, ob ich weiß im Kopf, dass ich zum Beispiel in ungehärtetem Werkzeugstahl mit einem 150 mm Messerkopf bei 3 mm Abtrag auf volle 15 cm Breite mit etwa 400 Umdrehungen pro Minute jede Sekunde 10 Minuten etwa in das Metall hineinfahren kann. Das ist die Theorie und die funktioniert auch. Aber das in der Praxis an einer Maschine zu tun. Und vielleicht eine Gurke, die einen Tick dafür zu schwach ist und sie rattert und schüttelt sich so und das Metall spritzt munter in die Gegend.
Damals wurde sowas nicht groß geschützt. Das ist etwas ganz anderes, als im Kopf zu wissen, dass das so funktionieren müsste. Und zwischen lehrt alle Völker und macht alle Völker zu Jüngern besteht derselbe Gravierungsprozess. Und der Unterschied wie zwischen, ob ich diese Dinge weiß als Lehrling oder ob ich sie tue und übe. Es ist eine Sache, das richtige Bibelwissen im Kopf zu haben. Eine andere ist es, in Gemeinschaft als Nachfolger Jesu begleitet zu werden, zu lernen, als Jünger Jesu zu leben. Und dann eben selbst wieder andere in die Jüngerschaft zu begleiten. Zugespitzt. Wie im Beispiel meiner Lehre. Ich glaube, zwischen lehrt alle Völker und macht zu Jüngern alle Völker ist fast der Unterschied zwischen Unfähigkeit und Fähigkeit, die Berufung Jesu zu leben.
So weiter mit den Aufgaben. Ich beschränke mich mal auf Aufgaben im Gemeindeleben. Alle Aufgaben im Gemeindeleben müssten doch irgendwie verknüpft sein mit dieser. Alles. Umfassenden Berufung, die Jesus formuliert. Jesus selber gab an seine Jünger oder Nachfolger diesen Auftrag mit dem kommt, folgt mir nach. Eine erste Aufgabe, nicht Dutzende, nur eine kommt, folgt mir nach. Und damit verknüpfte er gleich das Ausbildungsziel. Ich will euch zu Menschenfischern machen. Danach gab er den Jüngern. Sie hatten drei Jahre Zeit mit ihm zu leben und dadurch von ihm zu lernen. Und Nachfolge bedeutete für sie eben nicht nur Lehre im Kopf zu haben, sondern Jesus zu vertrauen. Auch wenn sie seine Worte oft nicht verstanden, wenn sie seine Wege nicht nachvollziehen konnten.
Es war die persönliche Beziehung das Entscheidende. Sie mussten lernen, was sie bisher an Sicherheiten, an Vorstellungen und Berufen hatte. Sie mussten lernen, wie Jesus auf Gottes materielle Versorgung zu vertrauen. Der Widerstand, der Jesus entgegenschlug, der bereitete sie vor, abgelehnt, missverstanden, verfolgt zu werden. Jesus Beispiele mit Menschen von Barmherzigkeit, Gnade, Vergebung oder Liebe im Umgang mit Sündern oder den Jüngern selbst. Zum Beispiel Fußwaschung. Das forderte und veränderte ihren Charakter. Und wenn Jesus dann seine Jünger aussandte, Gottes Herrschaft zu verkünden und zur Umkehr zu rufen, dann beinhaltete das wie bei ihm die praktische Demonstration. Nicht nur das Wissen, sondern das Zeigen, wer Gott ist, wer Jesus ist.
Und zwar durch Seelsorge, durch Krankensalbung, durch Heilung, durch Befreiung von dämonischen, Jesus nahm sich sozusagen drei Jahre Zeit in einer dualen Ausbildung von Theorie und Praxis, eigener Übung, die Jünger zu Jüngern, seinen Nachfolgern zu machen. Und das ist sehr nachdenkenswert, mal für Gemeinden nachzudenken. Wir nehmen uns in der Regel in Gemeinden wenig Zeit für Ausbildung. Oder für Zeiten, in denen Menschen jünger werden. Sondern wir agieren sehr schnell bedarfsorientiert. Also wir fragen, welche Aufgaben sind gerade dringend, was muss besetzt werden, was ist das nächste Projekt, das ansteht der nächste Gottesdienst, was gibt es noch für Lücken, wer kann da einspringen. Und dazu kommt, dass sich solche Aufgaben dann eben oft primär, primär am Bedarf des Gemeindelebens orientieren.
Aber nicht an der Frage, ob die Aufgabe auch den Gaben dessen entspricht, dem sie übertragen wird. Oder noch viel weniger, ob die Mitarbeit, die Aufgabe dazu dient, dass derjenige wächst in seinem Glauben, in seinem Nachfolge, in seiner Jüngerschaft. Ob die Aufgabe ihm auch hilft oder ihr, Jesus, er hilft. Und das ist das, was wir in der Bibel sehen. Ähnlicher zu werden. Danach fragen wir meiner Erfahrung nach ganz oft nicht. Zu den Gaben. Weil wir eben oft Aufgaben vergeben, manchmal auch nur Lücken füllen, gerät eine wichtige Frage leicht aus dem Blick. Nämlich, was kann dieser Mensch eigentlich besonders gut? Was hat Gott ihr oder ihm an Persönlichkeit, Fähigkeiten und Gaben gegeben? Denn, Jesus beruft zum Beispiel bei den Jüngern eben nicht nur einen bestimmten Persönlichkeitstyp, sondern Menschen mit sehr unterschiedlichen Stärken, Schwächen, Frömmigkeitsstilen, Herkunft, Lebensgeschichte.
Und die Briefe dann des Neuen Testaments, die entfalten wie Grundlinien einer Lehre, der von Gott geschenkten Gaben. Die werden zum Beispiel beschrieben als Gnadengaben. Zum Nutzen aller. Als Gaben, die wertlos werden, wenn sie ohne Liebe ausgeübt werden. Als Gaben, die anderen dienen und dabei sowohl den Einzelnen als auch den Leib Christi auferbauen. Als Gaben, für die gilt, dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes jeder mit der Gabe, die er empfangen hat. Und wenn wir diese beiden Dinge ernst nehmen, so wie Jesus sein buntes Völkchen an Jüngern ausgesucht hat und diese Ansätze von Gaben Lehre in den Briefen, dann dürfen wir in Gemeinde nicht einfach Aufgaben mit Menschen besetzen, um Lücken zu füllen, um das Programm am Laufen zu halten.
Wenn wir Gemeinde und Reich Gottes bauen wollen, sind wir berufen, die Gottgeschenken, Gaben in anderen zu erkennen, wahrzunehmen, wiederzuspiegeln, was wir in unserem Gegenüber entdecken. Denn oft ist das, was andere an uns, an Gaben und Stärken sehen, uns selber verborgen und wir nehmen das überhaupt nicht so wahr. Ja, die Gaben brauchen die Wahrnehmung durch uns selbst, aber auch durch die anderen, die uns widerspiegeln oder indem wir anderen widerspiegeln, welche Gaben oder dann auch später, welche Berufung wir in ihnen sehen. Und Gaben brauchen eben auch Übung, sie brauchen gute Begleitung und Gaben brauchen ein sicheres, ein unterstützendes. Umfeld, wo Gaben gelebt werden können und es gibt kein großes Geschrei und Trara, wenn eben etwas auch mal schief geht oder nicht gelingt oder die Übung eben noch nicht da ist.
Die Berufung. Ja, wer von euch würde denn sagen, hatten wir schon, ich lebe eine gottgeschenkte Berufung. Also ich, ja, Marion, Dirk war auch gleich. Also ein paar hier sagen ja. Würde ich so wahrnehmen, ich lebe eine gottgeschenkte Berufung. Wer von euch würde eher sagen, ich suche meine Berufung? Könnt auch mal winken. Ja, so ein paar kleine Winkungen, also von Geschwistern, die suchen. Aber wie ich schon mal sagte, jeder, der durch Jesus ein Kind Gottes geworden ist, der hat schon mal ganz sicher sowas wie eine Grundberufung. Dazu gehört zum Beispiel, Gott zu lieben. Dazu gehört, Jesus nachzufolgen. Dazu gehört, Evangelium zu bezeugen. Dazu gehört, für andere zum Segen zu werden. Eine gottgeschenkte individuelle Berufung wäre über das hinaus sowas wie ein von Gott anvertrauter persönlicher Auftrag, den ein Mensch mit seinen Gaben.
Oft in einem bestimmten Umfeld und auch zu einer bestimmten Zeit mit Gottes Hilfe lebt. Manchmal auch sowas wie typisches Unverwechselbares, was einen Menschen ein ganzes Leben wie so eine Grundberufung prägt. Und sich immer wieder manifestiert in seinem Leben. Jesus hat seine Jünger drei Jahre lang in ihrer Grundberufung durch sein Beispiel trainiert. Aber dann hat er sich in seinem Leben auch wieder in seiner Grundberufung trainiert. Und dann schickt er sie nach drei Jahren eben aus. Und zwar in eine Berufung, die viel größer ist als das, was sie bisher bei ihm gelernt haben. Er schickt sie in die Eigenständigkeit. Und er hat keine Angst, dass seine bunte und teilweise auch chaotische Truppe es irgendwie vermasseln könnte, das Reich Gottes zu bauen und unter die Völker zu tragen.
Er kennt die ja von innen nach außen. Und trotzdem sagt er nicht, ah, jetzt mal aussortieren, ah, und du bist da, und so weiter. Nein, er traut ihnen diese Berufung alle zu. Er schickt sie raus und er reibt sich nicht die Hände und sagt, oh je, oh je, oh je, wird das gut gehen mit diesem chaotischen Zwölf. Da ist Jesus definitiv anders aufgestellt, als wir das oft sind. Wir haben oft Angst, dass Dinge schief gehen, Menschen was Komisches machen und dann sagen wir, ach, mach lieber nicht. Bevor sowas passiert. Dazu ein paar Gedanken. Also wenn Gott Gaben und Berufungen vielfältig und individuell schenkt, warum sind dann Gemeindeformen in Deutschland eher Varianten des immer selben Gemeindemodells?
Selbst im Grunde genommen so eine Kirche wie die Move Church und wir haben eigentlich dasselbe Tradition. Wir haben traditionelle Gemeindemodelle in Entwicklungen und Formungen. Warum ist eigentlich, wenn Berufung und Gaben von Gott so vielfältig sind, die Gemeindelandschaft so wenig bunt? Vielleicht liegt es daran, dass wir im Gegensatz zu Jesus zu viel Angst haben, Gott geschenkte Vielfalt in Persönlichkeit, Gaben und Berufungen zu erkennen, zu fördern, loszulassen und zum Bau des Rechens. Und das ist das, was wir als Reiche Gottes auszusenden. Wenn ich an meine Zeit als junger Pastor zurückdenke, haben die einen von mir den Evangelisten erwartet. Die anderen den Hirten und Seelsorger, die dritten den vollmächtigen Leiter und Lehrer.
Begleitung, um zu verstehen, wie Aufgaben, Gaben und Berufung zusammenhängen, gab es kaum. Im Rückblick würde ich sagen, der Fokus auf Aufgabenerfüllung, Begleitung, Erwartungen, unabhängig von meinen Gaben, sowie die fehlende Begleitung haben meine Berufung als jünger Jesu massiv geschädigt. Und das wollen wir doch nicht sozusagen in Gemeinde haben. Für all die, die in den verschiedensten Ecken begeistert sind, arbeiten. Wir wollen doch, dass die blühen, gedachsen, gedeihen, wachsen, sich ihre Begeisterung und Begeisterung in die Gemeinde bringen. Wir wollen doch, dass die Blühen, Gedachsen, Gedeihen, Wachsen sich ihre Begeisterung und Begeisterung in die Gemeinde bringen. Wir wollen doch, dass die Blühen, Gedachsen, Gedeihen, Wachsen sich ihre Begeisterung in die Gemeinde bringen.
Und ihre Gaben und Berufungen entfalten. Deswegen lasst uns doch in unserer Gemeinde die Schwerpunkte neu anders setzen und den Fokus weg von Aufgaben, Lücken, Erwartungen oder gemeindlichen Gewohnheiten richten. Lass uns neu miteinander reden und denken, wie denn eigentlich Aufgaben, Gaben und Berufungen zusammengehören.

