Predigt · EFG Wiesbaden

Gottesdienst

Prediger
Datum
10. Mai 2026
Bibelstelle
Himmelsperlen-Gottesdienst mit Gastprediger
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Transkript

Vielen Dank für diese tolle Einladung. Und all diese Dienste, die wir heute sehen durften, waren eigentlich nur möglich, weil wir eine Kooperation hatten mit Himmelsperlen, die uns sehr unterstützt haben. Ich freue mich, in einer baptistischen Gemeinde hier zu sein. Und ich weiß, dass es eine baptistische Gemeinde ist, weil die ersten Reihen immer leer sind. Unsere Gemeinde geht genauso – sie wird von hinten nach vorne voller.

Okay, ich will mit euch das Wort Gottes heute erst mal teilen. Wir lesen Johannes 20, Vers 19: „Als er nun an jenem Tag, dem ersten der Woche Abend geworden war und die Türen verschlossen waren, an dem Ort, wo sich die Jünger versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden, da kam Jesus und trat in ihre Mitte und sprach zu ihnen: ‚Friede sei mit euch.‘ Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.“

Da wurden die Jünger froh, denn sie haben den Herrn gesehen. Da spricht Jesus wiederum zu ihnen: „Friede sei mit euch. Gleich wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Und nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: „Empfanget Heiligen Geist, welchen ihr die Sünden vergebt, denen sind sie vergeben; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.“

Vers 20 ist heute der Schlüsselvers für diese Predigt. Und es heißt: „Als er das sagte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.“ Die Jünger haben sich gefreut, denn sie haben den Herrn gesehen.

Wenn der Herr bei uns ist und er zeigt uns seine Wunden, freuen wir uns auch. Der Titel dieser Predigt lautet: „Die Signale der Wunden – Die Bedeutung der Wunden Christi.“

Natürlich fragt man sich: Warum hat Jesus diese Wunden in seinen Händen und in seiner Seite? Warum hat er sie behalten, nachdem er auferstanden ist?

Hat jemand sich mal gedacht: Warum hat Jesus diese Wunden in seinen Händen und in seiner Seite gehalten?

Wir glauben, dass in der Auferstehung der Leib, das Körper komplett verwandelt wird. Sie werden herrlicher Körper, sie werden stärker, sie werden sehr stark.

Und der Herr sagt: „Dass er die Wunden in seiner Seite gehalten hat.“

Im 1. Korinther 15, Vers 51 heißt es: „Wir werden alle verwandelt in einem Augenblick. Und die Körper, die Toten werden unverweslich aufgewacht sein. Weil dieser Verwesliche wird die Unverweslichkeit tragen. Und dieser Verdorbene, dieser Tote wird die Unsterblichkeit tragen.“

Das heißt: Wir werden verwandelt werden. Und wir werden das Bild des Himmlischen tragen.

Und wir werden neue und herrliche Erlebnisse mit den Merkmalen an den Händen sowie an den Füßen haben. Und wir werden verwandelt mit unseren Leibern, weil wir verweslich sind, weil wir verdorben sind. Und dieser Verwesliche kann nicht verweist werden.

Aber Jesus braucht keine Umwandlung, weil sein Leib keine Verweslichkeit erlebt hat. Keine Verdorbenheit. Es ist nicht verdorben.

Es gibt fünf Gründe, warum Jesus die Wunden behalten hat:

1. Erstens: Jesus hat es behalten, damit er den Jüngern seine Identität zeigt. 2. Zweitens: Er ist derjenige, den sie gekannt hatten, dem sie gefolgt sind. Er ist derjenige, von dem sie gehört haben, mit dem sie Zeit verbracht haben. Er hat mit ihnen gegessen, er hat mit ihnen Gemeinschaft gehabt.

Die Identität Jesu ist sein Kreuz. Und die Identität Jesu sind die Leiden. Und diese Zeichen und der Dornenkranz. Unser Herr ist der gekreuzigte Herr. Unser Herr ist der, der das Leiden erduldete für uns. Und das ist alles wegen unseren Sünden.

Er hat die Schmerzen, aber auch die Schande wegen uns ertragen. Wir kennen Jesus nur als gekreuzigt. Und das ist der Vorteil von dem auferstandenen Herrn.

Und Paulus sagt: „Denn ich würde behaupten, dass ich nichts anderes weiß, außer den gekreuzigten Christus – den kenne ich.“

Derjenige, der Jesus nicht als gekreuzigt kennt, hat Jesus nie gekannt. Manche Menschen haben Jesus als Philosoph gekannt. Manche kannten ihn als einen richtig starken Redner. Manche kannten ihn als einen richtig guten Morallehrer.

Aber Jesus will, dass wir ihn gekreuzigt kennenlernen.

Ihr Lieben: Die Schmerzen, das Leiden hat Jesus nicht verändert. Der Tod hat ihn nicht verändert. Er sagte zu ihnen: „Spürt, fasst mich an – ich bin es.“

„Ich bin nicht verwandelt worden, ich bin nicht verändert worden. Die Schmerzen haben mich nicht verändert, aber auch die Auferstehung – ich bin es, derselbe.“

Manche Menschen werden durch die Schmerzen verwandelt und verändert. Wie Hiob zum Beispiel: Als seine Freunde zu ihm kamen, hat er sie nicht mehr erkannt.

Durch das Leiden und die ganzen Herausforderungen, die er hatte.

Aber Jesus wurde nicht verändert durch das Leiden. Manche Menschen werden dadurch verändert, dass sie reich werden oder Macht besitzen. Josef, der zweitens war in Ägypten, ist anders geworden durch sein Reichtum. Als seine Geschwister zu ihm gingen, haben sie ihn nicht erkannt.

Aber Jesus war derselbe. Das Kreuz hat ihn nicht verändert. Die Auferstehung hat ihn nicht verändert. Jesus war der Erste und der Erste. Er ist heute, gestern und morgen derselbe.

Liebe Freunde: Alles verändert sich, weil alles unvollkommen ist – außer Jesus Christus, weil er der vollkommene Gott ist.

Aber Jesus hat die Zeichen des Kreuzes auch behalten. Warum? Weil Gottes Sieg sein möglichstes Zeichen und das Wahrzeichen des Sieges gegen den Tod ist.

Wenn die Soldaten früher nach Hause gingen von der Schlacht, dann gab es immer Zeichen – sie wurden geehrt, weil sie das getan haben. Und sie freuten sich über die ganzen Ehren, die ganzen Wappen, die sie bekommen haben.

Aber es gibt manche Menschen, die ein Wappen tragen, den es nirgends woanders gibt: Die sind die, die in ihrem Körper sich befinden – die Wunden, die Zeichen, die Narben, die sie tragen.

Ich war in Syrien als Vorsitzender der Kriegsgruppe. Und dann hat er mir sechs Mal gesagt, dass ich mich verletzt habe. Er hat mir gezeigt, wie viele Schmerzen, Schmerzen und Schmerzen in seinem Körper sind. Er kennt jemanden, der ein großer Anführer war im syrischen Krieg. Und als er sich mit ihm unterhalten hat, hat er ihm gezeigt: „Schau mal, ich bin ein Held. Ich habe das alles durchgemacht – und trotzdem, ich habe es überlebt.“

Die Zeichen des Krieges, die Zeichen des Sieges.

Paulus sagt, dass er in seinem Körper die Zeichen des Herrn Jesu Christus trägt: Er trägt die Zeichen der Heiligen Kriege. Er trägt die ganzen Zeichen, Narben, Wunden des geistlichen Krieges in der Wildnis der Welt.

Die Wahrheit ist: Der Tod viele Menschen begegnet – aber er ist noch nie jemandem begegnet wie Jesus Christus. Der war ja gewohnt daran, Menschen zu begegnen, die unter dem Fluch des Todes waren. Aber jetzt müsste er den Allerheiligsten, den Allmächtigen begegnen.

Deswegen hat der Tod überwinden können – und es ging 36 Stunden lang. Aber er hat es nicht hingekriegt, Jesus zu besiegen. Der Tod war gezwungen, Jesus loszulassen. Der Tod ist geschehen. Jesus hat den Tod besiegt.

Und wenn ein Land das andere Land besiegt, das erste, was das Siegerland tut mit dem anderen Land, das besiegt wurde: Dieses Land zu entwaffnen. Jesus hat den Tod besiegt und ihn entwaffnet.

Paulus nennt es „der Stachel des Todes“ – also die Sünde. Deshalb können wir mit dem Apostel Paulus sagen: „Tod, wo ist dein Stachel?“

Wir als Glaubende, wenn wir den Tod besiegen, wenn wir dem Tod begegnen und unsere Sünden sind vergeben, können genauso sagen: „Tod, wo ist dein Stachel?“ Das ist der zweite Grund.

Der dritte Grund ist: Jesus hat die Zeichen des Kreuzes für sich behalten – als Dekoration, als Zeichen der Freude, als Zeichen der Vollkommenheit. Ich meine, wir schmücken uns mit Gold, mit Edelsteinen und sonst was. Und natürlich schöne Kleider, Anzüge und so weiter.

Ich will euch nur sagen: Das ist nicht der schönste Anzug – er hat noch andere drei Stücke. Aber sein Schmuck, also der Schmuck von Jesus, waren seine Wunden.

Der schönste Blick für Stephanus, als er gesteinigt wurde, war, als er gesagt hat: „Sein Gesicht war schön wie der König.“ Er war mit den Zeichen geschmückt – sein Gesicht war so schön wie ein Engel, und er war mit Wunden geschmückt.

Im Himmel ist alles so schön und vollkommen. Der Herr sorgt dafür, dass alles im Himmel schön sortiert ist: Es sind Edelsteine, die Wände gepflastert sind, die Wege – alles da richtig vollkommen ist.

Aber es gibt etwas im Himmel, was nicht so vollkommen ist: Obwohl unsere Leiber im Himmel so vollkommen sind, weil wir den neuen Leib empfangen haben, sehen wir, dass Jesus im Himmel immer noch seine Wunden behalten hat. Der Hebräerbrief, Kapitel 5, Vers 2 – es heißt: „Es war ihm angemessen, um dessen Willen alles ist und durch den alles ist, dass er diese Zeichen, diese Narben hat.“

Es war ihm angemessen, diese zu tragen.

Als hätte Jesus eine Sache gefehlt – und das sind die Schmerzen. Wir sind verletzt, deshalb verletzen wir uns und überwinden die Wände der Tränen. Aber Jesus war in einer anderen Situation: Wir sind Sünder. Deswegen müssen wir durch den Leidensweg gehen und durch den Tal der Tränen.

Er hat nichts getan, womit er das verdient hätte.

Viertens: Jesus hat diese Schmerzen behalten – um die Beleidigung für die Welt zu sein. Viertens: Jesus hat diese Zeichen, diese Wunden behalten, weil das der Beweis sein sollte, um die Welt zu richten.

In der Offenbarung heißt es: „Alle Stämme der Welt werden ihn trauern.“ Und jedes Auge wird ihn sehen – auch die, die ihn durchstochen hatten. Der Herr braucht nicht Schuhe, um die Welt zu richten. Der Herr braucht keine Zeugen, um die Welt zu richten.

Manche sagen: „Das ist nicht meine Schuld. Das war die Schuld der Juden, die ihn gekreuzigt haben.“ Ich war ja nicht da an dem Tag, wo er gekreuzigt wurde – ich habe ja doch nichts mitgemacht. Aber ihr Lieben: Wir verletzen Jesus. Wir wunden ihn jeden Tag, wenn wir Sünden begehen.

Oder wenn wir uns daran festhalten. Jetzt sagen alle Glaubenden: „Wir machen keine Sünden.“

Aber auch die Schrift sagt: „Alles, was nicht von der Glaube ist, ist eine Sünde.“ Und die Schrift sagt: „Alles, was nicht aus dem Glauben ist, ist auch Sünde.“

Ich meine: Die geheiligten Gläubigen, die Heiligen – also ihr. Ich meine: Wir begehen im besten Fall keinen Ehebruch. Wir töten niemanden. Wir überfallen keine Bänke oder sonst was.

Aber vielleicht sind wir an dem einen oder anderen Tag nicht gewissenhaft genug. Oder vielleicht beten wir nicht genug. Oder vielleicht glauben wir nicht genug. Wir verletzen Jesus und fügen unsere Wunden noch dazu.

Ihr Lieben: Die größte Sünde der Menschheit ist die Verleugnung des Kreuzes und die Kreuzigung des Herrn.

Was bedeutet das? Was bedeutet die Auferstehung für dich?

Die Wunden Christi sind das Zeichen, dass die Welt die Heiligkeit, die Gerechtigkeit hasst. Man kann sich fragen: Warum manche Menschen verletzt sind. Ich meine: Jemand könnte fragen: „Warum leiden dann manche?“ Das ist aber die falsche Frage.

Die richtige Frage sollte sein: „Warum leiden manche nicht?“

Wir tragen die Zeichen der Welt. Und solange wir in diesem Leib sind, müssen wir leiden. Wir in Syrien leiden sehr viel – wir haben wirklich sehr schwierige Umstände. Wenn er hier in Deutschland ist, sieht er: Naja, das ist alles wunderschön. Es gibt immer Wasser, es gibt immer Strom. Es gibt ja Verkehrsregeln, es funktioniert.

Wir leiden. Aber wenn wir Jesus annehmen, dann sind diese Schmerzen – sie machen im Sinne so ein Vergnügen, weil wir das mit Jesus durchmachen. Wir erinnern uns immer: „Es gibt einen Bibelvers, der sagt: Alle, die in der Gerechtigkeit in Jesus Christus leben wollen, die werden verfolgt.“

Schau, was das Buch sagt: Die Schrift sagt auch: „Es wurde euch gegeben – von dem, es wurde euch geschenkt – nicht zu glauben, sondern auch zu leiden mit Jesus.“

Fünftens und letztens: Jesus hat das alles behalten – die Zeichen des Kreuzes, die Wunden – weil das der Beweis ist, dass die Priesterschaft Jesu weitergeht.

Als er gestorben ist, hatten sie wieder einen neuen hohen Priester. Und er hat ja Opfer gebracht. Und deshalb ging das jedes Mal immer wieder: Wenn der eine stirbt, kommt der Nächste und er macht es auch.

Warum waren so viele hohe Priester? Weil die alle gestorben sind – wegen dem Tod. Weil der Tod hat diese Priesterschaft sozusagen verhindert oder gestoppt.

Und deshalb sagt Jesus: „Jesus ist der Hauptpriester, der Priester bis zum Ende.“ Deshalb ist Jesus der hohe Priester bis in die Ewigkeit. Jesus ist gestorben und er war selber das Opfer – auch der Priester.

Und als Jesus verstanden ist, behielt er die ganzen Wunden, die ganzen Zeichen, damit dieses Opfer bis in die Ewigkeit auch gilt – auch für uns heute.

Wenn der Richter kommt zu Gott und er klagt gegen die Christen, hebt Jesus seine Hände und zeigt seine Wunden als Beweismittel: „Dass es genügt.“ Er zeigt seine Wunden für alle Sünden der Welt. Dass die Beziehung zwischen Jesus und seinen Kindern weitergeht.

Er betet für uns. Er vertritt uns vom Vater.

Ich liebe die Wahrheit: Jesus vertritt uns. Wenn er nicht getötet hätte, dann würde niemand von uns hier sitzen können. Mit uns – und ohne dieses Vertreten, keiner könnte hier sitzen überhaupt. Keiner hätte dieses Recht gehabt.

Könnt ihr euch erinnern, als Jesus auf dem Verklärungsberg einfach erschienen ist? Die Jünger haben sich nicht getraut, mit Mose oder mit Elia zu reden. Aber es gibt eine Beziehung – die sind ja alle verstorben. Aber sie konnten mit Jesus sprechen, weil sie ihn kennen – weil da eine Beziehung ist.

Er hat mit seinen Jüngern geredet. Und auch nachdem er in den Himmel gefahren ist, besteht diese Beziehung trotzdem.

Jesus hat die Wunden und Zeichen des Kreuzes in seinem Leib behalten, damit er uns sagen kann: Er ist die Verbindung zwischen uns und dem Vater. Er ist die einzige Verbindung zwischen dem Sünder und dem Heiligen Gott. Er ist der einzige Zugang zwischen der Menschheit und Gott.

Ich meine: Wenn wir dann sagen – er ist die Verbindung zwischen den Gläubigen und Gott, zwischen den Sündern und Gott – heißt das, dass er eigentlich die einzige Verbindung ist, die zählt.

Amen.

Diese Wunden sind die Identität Christi. Sie sind das Zeichen des Sieges. Es ist sein Schmuck und das Zeichen der Vollkommenheit. Das ist der Beweis, dass der Welt gerichtet ist. Und das Zeichen, dass die Priesterschaft weitergeht.

Ihm gebührt die Ehre. Amen.

Thank you.