Setzt euch. So, wir sind bei der Predigt angelangt. Ich denke, die meisten von uns gehen davon aus, dass Jesus der persönliche Fixpunkt unseres Denkens, unseres Fühlens, unseres Handelns sein will und auch sein soll. Aber oft werden wir ja, wie wir letzten Sonntag gehört haben, einfach von unserem Leben und allen Herausforderungen, die es da so gibt, gebeutelt. Und unser Leben beginnt zu wanken und das Gedankenkarussell beginnt sich munter zu drehen. Christopher hat uns letzten Sonntag mit Psalm 46 zum Loslassen eingeladen. Seid stille und erkennt, dass ich Gott bin. Und dieses Wort, da geht es nicht nur um einfach ein Schweigen, da geht es um ein Loslassen, ein Ablassen, aufzuhören, alles aus eigener Kraft zu tun, Kontrollzwang, Überforderung und Ohnmacht loszulassen. Seid stille. Das ist kein Redeverbot Gottes für uns, sondern es ist die Einladung, so sagte Christopher, zur totalen Kapitulation vor einem Gott. Gott, der uns aufhängt. Heute versuche ich, daran anzuknüpfen, was trägt und bleibt. Von Herzensschätzen guter Frucht und Lebensfundamenten. Ich bin dabei über einen Text aus der sogenannten Feldrede in Lukas 6 gestolpert, aufmerksam geworden. Das ist sozusagen eine Stelle, die hat... Hat viele Parallelen zur Bergpredigt im Matthäusevangelium, aber ist kürzer und konzentrierter. Da sagt Jesus, wer zu mir kommt, meine Worte hört und sie tut, ist wie ein Mensch, der ein Haus mit festem Fundament auf den Fels baut. Als ein Hochwasser kam, brach sich der Fluss an dem Haus und konnte es nicht erschüttern. Denn es war... Es war gut gebaut. Ob wir es wollen oder nicht, unser Leben bleibt einfach unvorhersehbar. Egal, ob wir versuchen, durch Vermeidung, durch Gelassenheit, durch Pragmatismus oder durch Kontrolle unsererseits unser Leben im Griff zu behalten. Egal, welches Lebensmuster wir haben, das Unvorhergesehene bricht trotzdem einfach in unser Leben. Und unseren Alltag ein. Spätestens dann zeigt sich, welche Qualität unser Leben oder wie Jesus das hier symbolisch zeigt, unser Lebenshaus mit all seinen lebendigen Komponenten wie Charakter, Glaube, Werte, Einstellungen, Fähigkeiten, Kompetenzen hat. Jesus fordert seine Zuhörer mit einer, finde ich, steilen Aussage. Zu Jesus kommen, sein Wort hören und tun, macht unser Lebenshaus widerstandsfähig gegen Stress, Krisen, Schicksalsschläge. Wenn ihr zu Hause mal nur an einer kleinen Passage von Jesu Worten überprüfen wollt, was für ein Gewicht Worte Jesu haben und ob das stimmt, dass sie immer eigentlich ein Fundament bilden, dann lest euch nur mal einen Teil dieser Feldrede vor. Ab Lukas 6, 27. Das ist so vielleicht 20 Verse vor unserem Predigtext. Und dann stellt euch mal die Frage, ob das, was Jesus da benennt, an Aussagen und Inhalten zu den Fundamenten, den Grundlagen eures Lebens und eures Lebenshauses gehört. Und zwar nicht nur im Kopf, sondern ob ihr das auch lebt. Ich zitiere aus diesem Abschnitt vor unserem Text nur einige der grundlegenden Worte, die Jesus uns da auf den Weg gibt. Segnet, die euch verfluchen. Segnet, die euch verfluchen. Vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, aber den Balken im eigenen Auge nimmst du nicht wahr. Allein schon diese wenigen Worte Jesu entfaltet in einem Szenario von Stress und Krisen mit Feinden, Hass, Verleumdung. Und dann, wenn wir uns daran erinnern, dass Jesus in dieser Zeit, in dieser Zeit, in dieser Zeit, in dieser Zeit, in dieser Zeit, in dieser Zeit, in dieser Zeit, in dieser Zeit, in dieser Zeit, in dieser Zeit, und gleichzeitig entfaltet Jesus sozusagen, was muss denn ins Fundament rein? Die meisten Fundamente, sage ich jetzt mal als Baulei, würde ich sagen, werden mit Formen von Stahl und Beton gegründet. Was ist denn sozusagen der lebendige, Beton Gottes, der in unsere Fundamente des Lebens rein muss, damit sie Bestand haben? Und auch da benennt Jesus Entscheidendes. Liebe, Gutes tun, segnen, Fürbitte, Authentizität, Barmherzigkeit, nicht richten, vergeben, geben, gesunde Selbst- und Außenwahrnehmung. Ich stehe immer vor so Worten, die ich mir immer vorstelle, die ich mir immer vorstelle, die ich mir immer vorstelle, und sage, wie genial, in solcher Kürze so prägnante und grundlegende Wahrheiten für unser Leben zu formulieren. Und es ist, glaube ich, keine Frage, dass selbst von diesen wenigen Worten jedes dieser Worte einen Unterschied für unser Leben macht, wenn wir im Krisenmodus sind. Und entscheidend ist, ob wir sie nur gehört haben, oder ob wir sie verinnerlicht haben und sie auch leben und tun. Und Jesus macht das kurz und prägnant offensichtlich. Wer aber, meine Worte, hört und nicht tut, der gleicht einem Mensch, der ein Haus ohne Fundament auf die platte Erde sozusagen baut. Und als die Flut sich daran brach, fiel es sofort, sofort zusammen. Kein Stein blieb auf dem anderen. Laut Jesus ergibt sich also ein krasser Unterschied für unser Leben, besonders in Herausforderungen und Krisen, ob wir sein Wort nur hören, oder ob wir sein Wort hören und tun. Jesus macht deutlich, der Unterschied zwischen Hören und Hören, und tun, ist der Unterschied zwischen Zusammenbruch unseres Lebens oder widerstandsfähiger Stabilität unseres Lebens. Nachdenkenswerterweise ist das Standardrepertoire unserer Gemeinden auf Hören angelegt. Und ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, Jeden Sonntag hören wir eine Menge Dinge im Gottesdienst, in den Liedern, in Gesprächen vorher, hinterher, in der Predigt, in Textlesungen. Und allein das, was wir jeden Sonntag hören, würde im Lauf des Jahres ein gutes Buch füllen. Ich habe es mal so überschlagen, meine Predigt, Liedertexte und anderes dazu, so kommt man vielleicht auf fünf Diener, vier Seiten, jeden Gottesdienst. Das mal 50 Gottesdienste gibt schon ein sattes Buch, was wir allein jedes Jahr gehört haben. Wenn wir 40 Jahre dabei sind, dann haben wir schon 40 Bücher im Regal stehen, was wir alles gehört haben. Und auch wenn wir natürlich immer wieder mal die Frage des Tuns, dabei reden, miteinander ernsthaft diskutieren, keiner von uns würde was gegen Liebe, gegen Gutes tun, segnen, fürbitte, Authentizität, Barmherzigkeit nicht richten, vergeben, geben, gesunde Selbst- und Außenwahrnehmung sagen. Da würde sich kaum ein Widerspruch unter uns erheben. Und wir könnten das mit den besten Absichten miteinander erörtern, aber das Tun, fällt meiner Wahrnehmung nach immer, oder die Auseinandersetzung mit dem Tun fällt immer kleiner aus, als der Aspekt und die Zeit des Redens und des Hörens. Und ich glaube, das ist in den allermeisten Gemeinden so, dass wir wahnsinnig viel hören, auch übers Tun nachdenken, ernsthaft. Aber die Frage, ob Hören und Tun, bei uns zusammenkommen oder sich entwickeln oder reifen, die nehmen, finde ich, einen viel zu kleinen Teil ein. Ich behaupte mal, wir haben keine Kultur eines fortschreitenden Lernens und Wachsens in der Nachfolge Jesu und auch im Vertrauen zueinander. Das Tun bleibt immer stärker als das Reden und Hören, sondern eine individualistische Entscheidung und ein persönliches Geheimnis. Und das tun, was wir hören und worüber wir reden. Ich wiederhole es mal. Wir haben keine Kultur des fortschreitenden Lernens und Wachsens in der Nachfolge und auch nicht im Vertrauen zueinander. Das Tun bleibt immer letztlich so etwas wie eine individualistische Entscheidung und so ein Hauch von Geheimnis. Ob wir auch tun, was wir sagen. So, Jesus dazu ganz deutlich. Was nennt ihr mich aber, Herr, Herr? Und tut nicht, was ich sage. Jesus war überhaupt nicht zimperlich, entscheidende Fragen hart zu stellen und sie ganz schwarz-weiß manchmal sehr unangenehm auf den Punkt zu bringen. Wir haben vermutlich nichts dagegen, wenn wir davon reden oder das als Ziel beschreiben. 2. Korinther 3,18 sagt, dass wir durch den Geist von einer Herrlichkeit zur anderen Herrlichkeit in das Bild Jesu verwandelt werden. Haben wir auch nichts dagegen, uns wie Jesus die entscheidenden, schweren Fragen zu stellen, oder auch stellen zu lassen? Das beginnt auf der persönlichen Ebene. Das kann eine Frage von Jesus an mich sein. Warum tust du nicht, was ich dir schon lange ins Herz flüstere? Wir hören das in der Regel natürlich nicht als Worte. Aber je länger wir unterwegs sind mit Gott und mit Jesus, desto mehr wissen wir, was er uns sagt. Und das ist das, was wir tun. Wir hören das in der Regel natürlich nicht als Worte. Aber wir hören das, was Gott uns sagt. Und mit Jesus kennen wir dieses innere Flüstern, was Gott für uns auf dem Herzen hat. Und meiner Erfahrung nach beginnt das mit so einem leisen Flüstern zuerst. Und dann wird es manchmal im Laufe der Zeit, manchmal auch spontan, zu so einem heftigen inneren Brennen. Und wir wissen so, jetzt will Gott was von mir. Ich erzähle euch ein Beispiel. Ich habe einen schwierigen Nachbarn. Und auch der hält mich sicher auch für einen schwierigen Nachbarn. Inzwischen haben wir ein paar Jahre Geschichte miteinander. Und es ist ansatzweise besser zwischen uns geworden. Ansatzweise heißt, wir geraten nur noch in größeren Abständen aneinander. Vorletzte Woche war es mal wieder so weit. Wir hatten an einem Wochentag fünf unserer Enkel zu Gast. Und wir hatten ein paar Wochen Zeit. Die zwei aus Portugal und drei aus Neu-Ansbach. Und diese tobten an einem Wochentag natürlich dann die Gemeinschaft genießend munter rauf und runter über unser Gelände und spielten Fangen. Nach einiger Zeit hörte ich schon die ersten Kommentare und Zurechtweisungen des Nachbarns an die Kinder. Nach wiederum einiger Zeit ging ich zu ihm hin und sagte, lass doch die Kinder bitte in Ruhe. Ein Wort ergab, wie schon früher, zwischen uns das andere. Mit diesem Mann bin ich in 20 Sekunden auf 180. Und ich nannte ihn in bayerischer Manier einen Deppen. Packte die Kinder ein und ging mit ihnen Eis essen. So, ich spürte schon an dem Tag, dass Jesus der Depp nicht gefiel. Wenig später war mir auch klar, dass Jesus mich nicht mehr so gut fühlte. Ich musste zu dem Nachbarn gehen und mich entschuldigen. Aber allein die Vorstellung war für mich wie heißen Tee zu trinken. Und ich hasse heiße Getränke. Ich habe so eine absolute Katzenzunge. Es dauerte ungefähr eine weitere Woche, bis aus dem Flüstern ein heftiges Brennen wurde. Und ich merkte so, auch wenn es mich umbringt, ich komme nicht drum. Also ging ich zu meinem Nachbarn und entschuldigte mich für den Deppen. So, wir hatten ein kurzes, gutes Gespräch und erörterten schon mal kurz die Frage, wie wir das denn die nächsten 20 Jahre halten wollten, da wir ja beide voraussichtlich in diesen nebeneinander liegenden Häusern alt werden würden. So, ich bin gespannt, wie es weitergeht. Solche Situationen vermute ich, kennt ihr alle. Vom Flüstern bis zum Brennen in uns. So, ich weiß nicht, was Jesus dir momentan oder vielleicht auch schon eine Zeit durch sein Wort und seinen Geist zuflüstert. Ob das noch im Stadium des Flüsterns ist oder ob es schon unverleugnbar ein Brennen innerlich geworden ist. Oft lässt sich das. Wenn wir psychisch einigermaßen gesund sind und Gott, der ist, der das Brennen gibt, durch die schlichte Abfolge von Hören und Tun lösen, die dann herausfordernd sein mag, wie bei dem Beispiel, was ich erzählt habe, aber das gehörte Tun ist dann oft der entscheidende erste Schritt. Manchmal hilft auch ein Gespräch mit einem Freund oder auch einem Seelsorger über das Geflüsterte oder das Brennen weiter, um zu klären, was die nächsten Schritte sind. Jesus versucht uns in dem Bild, das auch im Umfeld dieses Textes ist, zu erklären, warum Hören und Tun in unserem Leben zusammengehören. Er sagt, ein gesunder Baum trägt keine schlechte Frucht und ein Kranker trägt keine gute. Jeder Baum wird an der ihm eigenen Frucht erkannt. Man pflückt keine Frucht. Man pflückt keine Feigen von Disteln und erntet keine Trauben von Dornenhecken. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz das Böse hervor. Wovon das Herz überquillt, redet der Mund. Auch hier ist Jesus wieder unangenehm, schwarz-weiß und widerspruch-herausfordernd. Wir sind doch nicht einfach ein schlechter oder ein kranker Baum. Wir sind doch nicht einfach gute oder böse Menschen. Und unsere Frucht, was wir denken und reden und tun, das ist doch auch nicht einfach nur schlecht oder gut. Wenn wir mit solchen heftigen Worten Jesu konfrontiert sind, dann kommen wir so ganz schnell in die grauen Nuancen. Dass ja auch an einem schlechten Baum doch mal gute Früchte hängen und auch an einem guten Baum mal schlechte Dinge hängen. Dass jeder Mensch doch auch sein Gutes hat und jeder Gute wahrscheinlich doch auch seine verbögene, versteckten bösen Anteile hat. Und dann kommen wir in die Diskussion über die Grau-Nuancen und die vielfältigen Entschuldigungen. Mich hat dieses Schwarz-Weiß-Wort Jesu zu folgenden Gedanken inspiriert. Für mich macht er damit deutlich, wir sind sowohl als Einzelne, und ich glaube das gilt auch für uns als Gemeinden, wir sind ein lebendiges System, wie so ein Baum. Den kann man nicht zerteilen, sondern was in diesem System passiert, das macht etwas mit dem ganzen Baum. Das macht etwas mit der Frucht des Baumes, ob wir es wollen oder nicht. Groll, der in uns lebt, bringt die nächsten Grolle mit sich. Oder Rückzug. Rückzug. Bitterkeit, die in uns lebt, gebiert die nächste Bitterkeit. Unvergebenes zeugt das nächste Unvergebene. Enttäuschung lässt Enttäuschung wachsen. Und umgekehrt Vergebung lässt Vergebung wachsen. Barmherzigkeit setzt Barmherzigkeit frei. Gelebte Gnade lässt noch Gnade. Lässt noch mehr Gnade fließen. Was wir in uns, unserem Lebensbaum, wachsen lassen, zulassen, nicht beschneiden, das hat die Gesetzmäßigkeit zu wachsen. Und den Baum, unser Leben, und auch die Frucht, was unser Leben tut und bewirkt, zum Guten oder zum Bösen zu beeinflussen. Und Jesus sagt, wovon unser inneres System sich füllt, das beginnt irgendwann in unserer, besonderer Weise in unserem Reden, in unseren Worten nach außen zu fließen. Die Bitterkeit wird irgendwann bittere Worte mit sich bringen. Der Groll wird vielleicht Vorwurf mit sich bringen. Jedes dieser Beispiele wird sich mit sich bringen. Jedes dieser Beispiele wird sich in Worten, in Stimmungen, in der Kultur lebendig machen. Ich komme zum Schluss mit zwei Fragen. Wovon quillt mein Herz über? Worauf will ich bauen? Schaut euch diese Feldrede in Lukas 6 mal an. Und buchstabiert es durch. Und was ist das, was er da an Worten formuliert, in den Fundamenten eures Lebens drin ist? Achtet mal auf euer Denken, euer Reden. Was quillt bevorzugt aus eurem Mund? Zuhause, dem Partner gegenüber, der Familie gegenüber oder in der Gemeinde? Der Gemeinde gegenüber, Einzelnen gegenüber, der Leitung gegenüber, den Musikern gegenüber oder was auch immer. Und dann stellt das Ganze als Fragen vor Gott. Vater im Himmel, Jesus, Heiliger Geist, zeig mir doch mal, wovon quillt mein Herz eigentlich über? Oder worauf baue ich? Oder worauf soll ich bauen? Und dann schaut, was euch Gott durch sein Wort, sein Geist, durch Menschen und Umstände darauf antwortet. Und was ihr in Zukunft wollt, dass euer Inneres füllt. Und auf welche Worte Jesus ihr baut und bauen wollt. Dazu sage ich Amen und bete noch kurz am Ende.

Predigt · EFG Wiesbaden
Gottesdienst

Prediger
Peter Unsinn
Datum
07. Juni 2026
Bibelstelle
Lk 6,43-49
Was trägt und bleibt ... von Herzensschätzen, guten Früchten & Lebensfundamenten.
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